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Lokales Eröffnungsveranstaltung im Rathaus von einzelnen Protesten begleitet
Dresden Lokales Eröffnungsveranstaltung im Rathaus von einzelnen Protesten begleitet
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13:48 14.03.2018
Sachsens Ministerpräsident warb zur Eröffnung der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Dresdner Rathaus um Respekt und Mitmenschlichkeit.  Quelle: Anja Schneider
Dresden

 In der Landeshauptstadt Sachsens finden 2018 bundesweit die meisten Veranstaltungen zur Internationalen Woche gegen Rassismus statt. Das verkündete am Montag anlässlich der Eröffnung der Reihe der Theologe und Pro-Asyl-Gründer Jürgen Micksch, der 2015 mit dem Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden geehrt wurde.

Über 140 Ausstellungen, Diskussionsrunden, Filmvorführungen, Lesungen, Theaterstücke, Vorträge und Workshops werden in diesem Jahr vom 12. März bis 6. April in Dresden angeboten. Die bundesweiten Aktionswochen sollen ein Zeichen für ein tolerantes Miteinander setzen und Vorurteile beseitigen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warb zum Auftakt der Veranstaltung für eine starke Zivilgesellschaft, Respekt untereinander und Mitmenschlichkeit. „Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind ein wichtiges Zeichen und zugleich ein Beitrag für ein anständiges, respektvolles und tolerantes Miteinander. Ich bin gerne und mit ganzem Herzen dabei“, sagte Kretschmer im Dresdner Rathaus bei der Eröffnungsveranstaltung.

Es sei wichtig, Haltung zu zeigen, Menschenfeindlichkeit klar zu benennen und entgegenzutreten und so den Anfängen zu wehren. Ausdrücklich würdigte der Regierungschef das vielfältige Engagement auch in Sachsen für Verständigung, Toleranz und gegen Ausgrenzung und Rassismus.

„Leider sehen wir immer wieder, dass Rassismus an Raum gewinnt“, unterstrich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Bedeutung der Veranstaltungsreihe. „Wir müssen alles dafür tun, dass sich Rassismus bei uns nicht weiter ausbreitet“, erklärt Hilbert und plädiert für mehr Toleranz und Zivilcourage.

Dennoch wurde gleich die gestrige Auftaktveranstaltung „Islamfeindlichkeit als Herausforderung der Gegenwart“ im Plenarsaal des Neuen Rathauses, der unter anderen auch die Bundestagsabgeordnete Claudia Roth (Grüne) beiwohnten, durch Protestler gestört. Bereits im Vorfeld hatten Anhänger aus der islamfeindlichen Szene ihre Teilnahme in sozialen Netzwerken angekündigt, darunter etwa das „OrakelDebakel“ aus Übigau und Pegidistin Birgit Weigelt. Während des Vortrags von Politik- und Medienwissenschaftler Dr. Kai Hafez stürmte Afd-Mitglied Heiko Müller nach vorn zur Bühne und riss das Wort an sich.

Oberbürgermeister Hilbert sprach daraufhin mit ihm, ehe Müller den Saal verließ. Einige Minuten später versuchten drei Männer ein Banner auszurollen und wurden daraufhin von Polizisten gebeten, die Veranstaltung zu verlassen. Zwei weitere Veranstaltungsgäste unterbrachen die Rede Hilberts und nannten ihn einen „Dialogtöter“. Die Veranstalter ließen sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen.

„Der Kampf gegen Rassismus ist eine Daueraufgabe, die nie endet“ meint der Vorstand der Stiftung Internationale Wochen gegen Rassismus, Theo Zwanziger. „Rassismus ist ein schleichendes Gift, das die Köpfe und Herzen der Menschen völlig lahm legen kann. Es hat nie etwas besseres als die Demokratie auf deutschem Boden gegeben.“

Für Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, sind die internationalen Wochen gegen Rassismus jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Der Kitt der Gesellschaft funktioniert zwar einigermaßen, aber aufgrund von zahlreichen Angriffen auf Muslime kann ich leider keine Entwarnung geben“, erklärt er. „Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass ein Anschlag auf eine Moschee auch ein Anschlag auf unsere Demokratie ist.“ Für ihn sei der wachsende Rassismus in der Mitte der Gesellschaft eines der größten Probleme. „Ich kann nicht verhehlen, dass ich mit Sorge in die Zukunft blicke“, meint Mazyek.

Von Katharina Jakob

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