Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Ernstfall kurz nach der Übung - Stadtentwässerung Dresden hat sich intensiv auf das Hochwasser vorbereitet
Dresden Lokales Ernstfall kurz nach der Übung - Stadtentwässerung Dresden hat sich intensiv auf das Hochwasser vorbereitet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 09.09.2015

[gallery:600-31557983-1]

"Dabei haben wir zum Beispiel festgestellt, dass sich an einem Betriebsgebäude eine Treppe abgesenkt hat und die Flutsicherung nicht mehr exakt passte. Das wurde repariert." Keine Minute zu spät: Jetzt ist Ernstfall auf der Kläranlage in Kaditz, die Elbe bedroht die Dresdner Abwasserentsorgung.

Wobei ein Überfluten der Kläranlage erst Phase 3 des Krisenszenarios wäre. Damit es nicht so weit kommt, haben die Mitarbeiter ein mobiles Flutschutzsystem errichtet, das die Kläranlage nicht nur von der Elbe, sondern auch von der Scharfenberger Straße abschirmt. 2002 drang nämlich das Wasser nicht vom Fluss in die Kläranlage, sondern bei einem Pegel von 8,78 Metern von einem Nachbargrundstück. Mobile Systeme bergen allerdings gewisse Gefahren in sich, etwa wenn die Folie reißt. Argwöhnisch wird deshalb von SEDD-Mitarbeitern jedes Fahrzeug beobachtet, das den Barrieren zu nahe kommt.

Gestern Mittag war es noch trocken in Kaditz, aber Bauarbeiter baggerten am Elbdamm. Mit 150 Lkw-Ladungen Sand und Kies wurde der Dammfuß verbreitert, damit der natürliche Hochwasserschutz stabiler steht. An mehreren Stellen wurde das Erdreich mit Folien abgedeckt. "Wir tun alles, um den Ernstfall zu vermeiden", so der Unternehmenssprecher.

Phase 1 des Krisenszenarios ergoss sich schon am Wochenende über die SEDD: Während bei trockenem Wetter 1500 Liter Abwasser pro Sekunde in Kaditz ankommen, spülte es wegen der starken Regenfälle 11 000 Liter pro Sekunde durch die Kanäle. Das 2010 fertiggestellte Hochwasserpumpwerk in der Johannstadt sorgte für Entlastung und reduzierte den Zulauf. Phase 2 startete mit der Evakuierung von Gohlis und Zschieren. "Wo Gebiete überflutet sind, können wir auch kein Abwasser mehr entsorgen", erklärt Fiedler. Die Pumpwerke seien außer Betrieb genommen worden, Wasser trete in die Kanalisation ein.

Noch geht es um Flächenschutz auf der Kläranlage. Sollte das Wasser trotzdem kommen, geht es um den Schutz der einzelnen Objekte, erklärt Fiedler. Dann werden Maschinen demontiert und Tore und Eingänge fest verschlossen. Im Pumpenwerk wurde ein mobiles Pumpwerk erhöht aufgestellt, das das Wasser schnell wieder abpumpen kann. Falls es erforderlich ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013

Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Um "Gaffer" und "Hochwasser-Touristen" abzuschrecken hat die Stadt Dresden am Mittwochnachmittag eine Polizeiverordnung erlassen. Danach ist es verboten, die Deiche und sonstigen Hochwasserschutzanlagen entlang der Elbe zu betreten und zu befahren, um die Einsatzkräfte und Helfer nicht zu behindern.

09.09.2015

Nichts geht mehr seit in Laubegast. Bereits seit Dienstag standen ufernahe Grundstücke sowie Teile der Österreicher Straße unter Wasser, am Mittwoch begann sich dann zusehends der Ring um die Österreich-Siedlung zu schließen.

09.09.2015

Bei strahlendem Wetter sitzen vereinzelt Dresdener an der Elbe und sonnen sich. Doch nur knapp 50 Zentimeter vor ihnen schwappt der Fluss heran.

09.09.2015