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Entsalzungsarbeiten an der Dresdner Frauenkirche haben begonnen

Mit Zellstoff und Ton Entsalzungsarbeiten an der Dresdner Frauenkirche haben begonnen

Es sieht aus wie ganz normales Pulver. Vermischt mit Wasser aber wird es in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass die Dresdner Frauenkirche ihre nötige Festigkeit behält. Es entzieht den Steinen Salz, das sich über die Jahre angesammelt hat und die Substanz angreift.

Thomas Gottschlich, Leiter der Kirchbauverwaltung in der Stiftung Frauenkirche, nimmt die Ausblühungen in Augenschein.

Quelle: Oliver Killig

Dresden. Es sieht aus wie ganz normales Pulver. Vermischt mit Wasser aber wird es in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass die Dresdner Frauenkirche ihre nötige Festigkeit behält. Es entzieht den Steinen Salz, das sich über die Jahre angesammelt hat und die Substanz angreift.

Konkret handelt es sich um einen etwa 70 Quadratmeter großen Bereich am Choranbau, zwischen den Eingängen A und G. Ein Gerüst, das bereits seit Mitte April in die Höhe wuchs, kündete von den Arbeiten. „Der Chor ist das größte zusammenhängende Ruinenteil, das beim Wiederaufbau der Frauenkirche integriert wurde. Hier sind Steine zu finden, die vor ca. 290 Jahren verbaut wurden“, erklärt Thomas Gottschlich, Leiter der Kirchbauverwaltung in der Stiftung Frauenkirche. Die natürliche, jahrzehntelange Bewitterung habe in Hauptgesimshöhe zu Ausblühungen geführt, weshalb die Entsalzung in einer Höhe zwischen 23 und 26 Metern nun notwendig wurde.

Bevor es damit losgehen kann, steht aber zunächst die Reinigung des Sandsteins an. Das geschieht zunächst trocken, dann feucht, wie Restauratorin Dana Krause von der beauftragten Christoph Hein Restauratorengesellschaft mbH erklärt. Sie war bereits im Jahr 2000 dabei, als an gleicher Stelle entsprechende Maßnahmen durchgeführt wurden. Erst im Anschluss kommt das Pulver zum Einsatz.

Das besteht aus Zellstoff und Tonmineralien, wird mit destilliertem Wasser vermischt und auf die historischen Steine aufgetragen. Die Masse, auch Kompresse genannt, verbleibt – je nach Witterung – zwei bis drei Wochen an der Fassade und härtet kontrolliert aus. „Die im Stein befindlichen Salzionen diffundieren währenddessen über die Gesteinsoberfläche in die Kompresse. Mit Holzspateln und Bürsten wird sie dann wieder abgenommen. Je nach Art und Belastungsgrad der bauschädlichen Salze wird der Vorgang bis zu zwei weitere Male wiederholt“, sagt Krause.

Abgeschlossen ist die Frischekur für die Frauenkirche nach dieser Prozedur aber noch nicht. Zum einen werden die Salzproben im Labor untersucht, zum anderen schließen sich eventuell Festigungs- und Verfugungsarbeiten an der Oberfläche an. In welchem Ausmaß diese erforderlich werden, ist jetzt aber noch nicht abzusehen. Ebenso wenig wie die Dauer der Arbeiten. „Alle Maßnahmen sind witterungsabhängig und bauen aufeinander auf. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir bis in den Juli zu tun haben werden“, schätzt Gottschlich. Die gute Nachricht: Die Gesimsfläche des Chores ist der einzige Altsteinbereich, der entsalzt werden muss.

Sorgen bereitet der Stiftung Frauenkirche allerdings die Finanzierung. Mindestens 85 000 Euro fließen in die Entsalzung. Da das volle Ausmaß der erforderlichen Arbeiten noch nicht bekannt ist, ist fraglich, ob diese Summe reicht. Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden hat bereits Unterstützung zugesagt, auf Spendenmittel ist man dennoch angewiesen, wie Christine Kageneck, kaufmännische Leiterin der Stiftung, sagt. Als neue Möglichkeit wurde jetzt eine SMS-Nummer eingerichtet. Mit der Kurznachricht FRAUENKIRCHE an die Nummer 811 90 kann jeder fünf Euro beitragen. Große Informationsbanner am Bauzaun weisen darauf ebenso hin wie auf weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

Von Christin Grödel

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