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Lokales Energiesparen als Unterrichtsfach
Dresden Lokales Energiesparen als Unterrichtsfach
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07:30 04.10.2018
Der Neubau des Gymnasiums Klotzsche soll eine Solaranlage erhalten. Quelle: Stadtverwaltung
Dresden

„Als Lehrerin ärgere ich mich jedes Mal darüber, wenn eine Schulklasse einen Raum verlässt, aber das Licht noch an ist“, sagt Linke-Stadträtin Rica Gottwald. Genauso ärgerlich sei es, wenn sie abends an ihrer Schule vorbeilaufe und Festtagsbeleuchtung sehe. „Ich würde dann gerne das Licht ausschalten, was aber wegen der Alarmanlage nicht möglich ist“, so die Pädagogin.

Gottwald hat ihren Ärger in einer parlamentarischen Initiative mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen kanalisiert. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) soll ein Modellprojekt „Sparsamer Umgang mit Ressourcen in Bildungseinrichtungen in der Kommune“ entwickeln. „Die Verwaltung soll prüfen, auf welche Weise in den städtischen Bildungseinrichtungen Strom, Wärme und Wasser gespart werden können“, erläutert Ulrike Caspary, Bildungspolitikerin der Grünen, das Ziel des Antrags.

Bei 300 Kindertagesstätten und 200 Schulen sehen Gottwaldt und Caspary enormes Einsparpotenzial. Wie hoch es ausfällt, lasse sich schwer schätzen, so die Linke-Stadträtin. „Aber ob die Nutzung von Strom, Wasser und Heizung verschwenderisch erfolgt oder bedacht und sparsam, ist wirtschaftlich durchaus relevant.“ Immerhin: Das Schulverwaltungsamt konnte im milden Winter 2017/2018 rund 1,5 Millionen Euro Heizkosten sparen.

Diese Summe könnte durchaus höher ausfallen, glaubt Gottwaldt, wenn beim Lüften des Klassenzimmers die Heizung abgestellt werden könnte. Aber an der Heizung dürfe nur der Hausmeister drehen, der aber anderes zu tun habe, als ständig in Klassenzimmern die Heizung zu regulieren. „Wir glauben, dass Kinder sehr kreativ sind und selbst gute Ideen entwickeln werden, wie sich Ressourcen sparen lassen.“ An Projekttagen könnten die Schüler spielerisch an die Problematik herangeführt werden.

Die Verwaltung soll aber auch prüfen, ob mit der Installation von Photovoltaik-Anlagen eine Selbstversorgung der Einrichtungen möglich ist. „Der Neubau des Gymnasiums Klotzsche erhält eine Anlage“, erklärt Caspary, auch bei anderen Sanierungs- und Neubauvorhaben sollte über den Einbau von Energieerzeugung nachgedacht werden. „Das Thema kann dann beispielsweise im Physik-Unterricht eine Rolle spielen. Da wird dann nicht nur abstrakt über erneuerbare Energien gesprochen, sondern die Schüler können schauen, wieviel Strom ihre eigene Anlage erzteugt hat.“

Um Anreize zu setzen, sollte die Verwaltung auch Vorschläge unterbreiten, wie die Einsparungen in den Einrichtungen abgerechnet und angemessen honoriert werden können. „Wir wollen einen Anreiz setzen, sich an dem Programm zu beteiligen“, so Caspary. „Es geht uns um viele kleine Dinge, die viel bewegen können“, erklärt Gottwald. Wer von frühester Kindheit an bewusst sparsam mit Ressourcen umgehe, werde dies auch in seinem weiteren Leben fortsetzen – zum Nutzen für die gesamte Gesellschaft.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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