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Lokales Energie-Detektive suchen bei Umweltbürgermeisterin Jähnigen nach Stromfressern
Dresden Lokales Energie-Detektive suchen bei Umweltbürgermeisterin Jähnigen nach Stromfressern
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07:41 15.03.2018
Energieberater Robert Zimmermann überprüft Solar- und Heizungsanlage im Haus von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Quelle: ANJA SCHNEIDER
Dresden

Der Teufel versteckt sich im Kühlschrank – oder auch im Warmwasseranschluss der Spülmaschine. Das hat Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Die Grünen) von der Verbraucherzentrale erfahren, die in ihrem Wohnhaus in Dresden einen Gebäude-Check durchgeführt hat.

„Alles in allem liegt der 2012 zum Passivhaus umgebaute Altbau aber in Sachen Energieverbrauch überall im grünen Bereich“, sagt der Energieberater Robert Zimmermann und zeigt auf seinem Tablet die Auswertung der Analyse. „Aber wir finden immer was“, ergänzt er schmunzelnd.

Passivhäuser brauchen keine Heizung

„Ein Drittel des CO2 -Ausstoßes in Dresden wird durch Privathaushalte produziert“, sagt Jähnigen. Deswegen entschloss sie sich zusammen mit ihrem Mann den Anbau des 30er-Jahre Altbau ihres Großvaters im Passivhaus-Standard zu gestalten.

Die Grundidee eines Passivhauses ist den Wärmeverlust über die Außenwände, Fenster und das Dach so einzuschränken, dass die benötigte Wärme allein über den Zuluftstrom einer Lüftungsanlage transportiert werden kann. Das bedeutet, Passivhausbewohner können auf eine normale Heizung verzichten, nur die Zuluft muss gelegentlich etwas erwärmt werden.

Da es sich bei dem Haus der Umweltbürgermeisterin um eine Kombination aus Altbau- und Passivhaus-Anbau handelt, wird das Haus zusätzlich zur Lüftung mit vereinzelten Heizkörpern gewärmt.

Im Alltag werden Bewohner in Sachen Stromsparen betriebsblind

Klimaschutz ist eine Frage von Wissen“, sagt Jähnigen, denn im Alltag werde man oft betriebsblind. Das geht nach den Erfahrungen von Energieberater Zimmermann vielen Menschen so. Wie ein Detektiv macht er sich bei Energie- und Gebäudechecks auf die Suche nach Stromfressern und Wärmelecks.

Von Gegenstromanalgen im Pool bis zu zockenden Teenies

Energiefresser können offensichtlich sein, wie die Gegenstromanlage eines privaten Pools – oder versteckt, wie das heimliche Dauerzocken des eigenen Kindes am Computer.

Was viele Menschen nach den Erfahrungen der Verbraucherzentrale nicht auf den Schirm haben: Energiesparen lässt sich zum Beispiel, indem Spülmaschine und Waschmaschine direkt an den Warmwasseranschluss angeschlossen werden, die Temperatur des Trinkwassers abgesenkt oder die Vorlauftemperatur für das Duschwasser gedrosselt wird.

Auch Mieter können viel Strom sparen

Mieter können darauf achten, dass der Kühlschrank nicht unnötig stark kühlt. „Sieben Grad Betriebstemperatur sind für einen Kühlschrank optimal“, empfiehlt Zimmermann. Aus dem Blickwinkel des Strompreises betrachtet, lohnt sich auch die Anschaffung eines Gasherds.

Wer den Stromverbrauch von seinem Fernseher oder anderen Geräten überprüfen will, kann dafür bei der Verbraucherzentrale in Dresden kostenlos ein Messergerät ausleihen.

Beim der Beratung der Verbraucherzentrale wird der Kilowattverbrauch pro Jahr und pro Quadratmeter erfasst und auf einer Skala von 0 – kein Energieverbauch bis 300 – sehr hoher Energieverbrauch bewertet. In Sachsen liegt der Durchschnitt bei dem Wert 130, bei Neubauten schwankt eher zwischen 50 und 80.

Energie-Checks bei der Verbraucherzentrale

Für Mieter und Eigentümer bietet die Verbraucherzentrale verschiedene Angebote, um mit Energieeffizienz Geld zu sparen und die Ressourcen zu schonen.

Die Verbraucherzentrale erstellt keine Gutachten, sondern unabhängige Handlungsempfehlungen. Mit den Energie-Checks können sich Haushalte über Strom- und Wärmeverbrauch eine Übersicht verschaffen.

Der Nutzer muss zehn bis 40 Euro Eigenanteil zahlen. Den Rest übernimmt das Bundeswirtschaftsministerium.

Basis-Check: Für rund eine Stunde prüft ein Energieberater Strom- und Wärmeverbrauch sowie die Geräte und gibt Einspar-Tipps. Kosten: 10 Euro.

Gebäude-Check: Gibt Haus- und Wohnungseigentümern in zwei Stunden neben dem Strom- und Wärmeverbrauch sowie der Geräteeffizienz einen Überblick über Sparpotenzial bezüglich der Heizungsanlage und der Gebäudehülle. Kosten: 20 Euro.

Detail-Check: Der Energieberater gibt Hilfe bei spezifischen Energiefragen, wie baulicher Wärmeschutz oder Haustechnik. Kosten: 40 Euro.

Heiz-Check: Die Einstellung und Effizienz des gesamten Heizsystems wird auf den Prüfstand gestellt, inklusive 24-Stunden-Messung des laufenden Systems. Kosten: 40 Euro.

Solar-Check: Überprüft die optimale Einstellung und Effizienz der Solaranlage, inklusive einer 24-Stunden-Messung der gesamten Photovoltaikanlage. Kosten: 40 Euro.

Die Verbraucherzentrale berät Interessierte in ihrer Dresdner Zentrale am Fetscherplatz 3 auch über nutzbare Fördermittel bei Sanierungs- und Bauvorhaben.

Weitere Informationen sind unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de und www.verbraucherzentrale-sachsen.de verfügbar.

Die eigene Heizung kennenlernen

„Man muss sich mit seiner Heizung anfreunden“, sagt der Energieberater. Das ist gerade bei Altbauten gar nicht so einfach.Eva Jähnigen und ihr Mann mussten in die Tiefen der komplexen Schalt- und Leitungspläne des Hauses vordringen, um die Spülmaschine möglichst energieeffizient anzuschließen. Auf dem Dach wandelt eine Solaranlage die Sonnenenergie in Wärme für Wasser und Heizung um.

Aktionen zum Weltverbrauchertag

Seit 1990 berät die Verbraucherzentrale in Sachsen. Die Nachfrage nach Energieberatungen korreliere mit dem Ölpreis, berichtet der Regionalmanager Lorenz Bücklein aus seinen Erfahrungen. Zwischen 2010 und 2015 seien die Zahlen daher etwas zurück gegangen.

Am 15. März bietet die Verbraucherzentrale Sachsen am Fetscherplatz anlässlich des Weltverbrauchertages die Energiewende in den Fokus. Ab 17 Uhr geben die Mitarbeiter in Gespräche Tipps und Hintergrundwissen rund um die Möglichkeiten für Hausbesitzer und Mieter, die Ressourcen und den Geldbeutel zu schonen.

Von Tomke Giedigkeit

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