Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Energie aus dem Klassenzimmer: Schülerfirma des "BeBe" in Dresden wird zehn Jahre alt

Energie aus dem Klassenzimmer: Schülerfirma des "BeBe" in Dresden wird zehn Jahre alt

Wärmekraftpumpe, Stirlingmotoren, Brennstoffzellen-Modellautos - wem das nichts oder nur teilweise etwas sagt, der sollte die Feierstunde der Schülerfirma "bb-web" am Donnerstag zwischen 14 und 15 Uhr nicht verpassen.

Von annette thoma

Die Schülerfirma des Bertolt-Brecht-Gymnasiums feiert zehnten Geburtstag und nimmt diesen zum Anlass, sich nicht nur schulintern, sondern offen für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger vorzustellen und ihre Projekte zu präsentieren. Die Abkürzung web steht übrigens für Wissen, Energie und Bildung.

Begonnen hat alles mit einer großzügigen Spende vor einem Jahrzehnt: Die Schule erhielt eine Solar-Anlage geschenkt, allerdings mit der Bedingung, sich in Zukunft mit dem Thema erneuerbare Energien und dem Klimawandel zu beschäftigen. Das Anliegen wurde umgesetzt und die Idee der Schülerfirma war geboren: Ein bis zwei Mal pro Woche treffen sich interessierte Schülerinnen und Schüler, ähnlich wie in einer AG, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, sei es theoretisch oder praktisch. In den zehn Jahren wurden zahlreiche Projekte und Experimente rund um das Thema erneuerbare Energien realisiert - das Brennstoffzellen-Modellauto, das nur mit Wasser und Sonnenkraft fährt oder das funktionsfähige Modell eines Stirlingmotors, der sich allein durch die Handwärme in Bewegung setzt, sind nur zwei davon. Ein Projekt mit Sonnenkollektoren gewann vor einigen Jahren sogar Preise im Regional- und Landeswettbewerb von "Jugend forscht".

Zwei Mitglieder der Schülerfirma sind Anne Schremmer, 17, und Nadja Lüdtke, 18. Beide sind Abiturientinnen und haben ihre Prüfungen schon hinter sich. Trotzdem bleiben sie "bb-web" treu und helfen bei allem mit, was ansteht. Momentan sind sie hauptsächlich mit der organisatorischen Vorbereitung für die Feierstunde beschäftigt, entwerfen Plakate und kümmern sich um die Werbung. Aber sie helfen auch den jüngeren Schülern in der Firma und geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die nachkommenden weiter. "Die Schüler der 7. Klasse müssen erst an die Sache herangeführt werden. Ihnen fehlt noch das Hintergrundwissen, um die Experimente zu verstehen", erklärt Anne. "Das braucht alles seine Zeit", ergänzt Nadja. Der betreuende Fachlehrer, Frank Wagner, erhält große Unterstützung durch die beiden. "Die Jüngeren lernen spielend und haben selber noch keine eigenen Projekte. Die Älteren dagegen schon."

Wagner ist Physiklehrer am Bertolt-Brecht-Gymnasium und betreut seit nunmehr sechs Jahren die Schülerfirma. Die Arbeit ist nicht immer einfach, aber sie ist lohnenswert. Erst recht, wenn das Projekt erfolgreich zu Ende gebracht wird. Dann sind nicht nur die Schüler, sondern auch der Lehrer stolz. "Es macht mir Spaß, mit Schülern zu arbeiten, die nicht gleich aufgeben, wenn Schwierigkeiten auftreten, die selber denken und Probleme lösen wollen. Als Betreuer kann ich sehen, wie die Schüler an den Aufgaben wachsen", so Wagner. "Deshalb verwende ich viel Zeit, um die Schüler bei ihren Projekten zu unterstützen."

Nicht nur physikalische Experimente durchzuführen steht in der Schülerfirma auf dem Plan. Die elf Mitglieder pflegen die Internetpräsenz, erarbeiten Vorträge, die sie schulintern, aber auch außerhalb vortragen und betreuen darüber hinaus noch die schuleigene Wetterstation. Die erarbeiteten Projekte dienen häufig auch als Unterrichtsmittel für den Physikunterricht, vorrangig an der eigenen Schule. Auf Anfrage können Modelle wie der Solarkocher, das Brennstoffzellen-Auto oder der Solarbaukasten zum Experimentieren mit Solarzellen auch ausgeliehen werden.

Die Selbstständigkeit, die die Schüler in der Firma an den Tag legen, merkt man auch Anne und Nadja an. Die bodenständigen Mädchen machen ihre Arbeit aus voller Überzeugung - und sind immer noch mit Spaß dabei. Nadja betreut zur Zeit das Projekt "Energie-Detektive". Sie setzt sich mit jüngeren Schülern zusammen und erklärt und erarbeitet gemeinsam mit ihnen, was man in Bezug auf Energieeinsparungen besser machen könnte. Die einfachsten Dinge wie das Licht auszuschalten oder die Heizung herunter zu drehen, wenn man den Raum verlässt, sind noch längst nicht bei allen angekommen. Aber auch die Dichtungen der Fenster werden kontrolliert und Verbesserungsvorschläge gegebenenfalls an die Hausmeisterin weitergegeben.

Anne und Nadja leisten mit ihrem Engagement und Interesse einen wichtigen Beitrag, um in den Köpfen der anderen etwas zu verändern. In der heutigen Zeit, in der die erneuerbaren Energien und der Klimawandel in aller Munde sind, ist es nötig, ein neues Umweltbewusstsein zu schaffen - gerade bei den jüngeren Mitmenschen unter uns. Sie sind die nächste Generation. Sie sind die Zukunft.

www.bb-web-online.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
16.12.2017 - 12:34 Uhr

Die Schwarz-Gelben wollen nach dem Auswärtserfolg bei Aufstiegsaspirant Union Berlin ihre Siegesserie auch in Duisburg fortsetzen.  Alle Infos und Tore gibt es im Liveticker.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.