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Lokales Endspurt am Kraftwerk Mitte: Baukonzern Züblin trotzt dem Zeitdruck
Dresden Lokales Endspurt am Kraftwerk Mitte: Baukonzern Züblin trotzt dem Zeitdruck
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19:00 08.06.2016
Das Foyer ist schon fertig.  Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Er habe in seiner über 50-jährigen Tätigkeit Projekte mit einer höheren Bausumme begleitet, sagt Hartmut Beyer, der für den Baukonzern Ed. Züblin AG den Bau des Kraftwerks Mitte koordiniert und als Sonderbeauftragter der Bereichsleitung Jena tätig ist. „Aber ein so anspruchsvolles Vorhaben hatte ich noch nie.“ Züblin-Projektleiter André Reuter bestätigt: „Eine Industriebrache in knapp drei Jahren zu einer Spielstätte für zwei Theater zu entwickeln, war eine besondere Herausforderung.“

In 190 Tagen am 16. Dezember soll das Kraftwerk Mitte eröffnet werden, die Bauarbeiten in den Gebäuden befinden sich in der Endphase. Bis zu 270 Arbeiter befinden sich laut Reuter täglich auf der Baustelle, auch an den Sonnabenden wird rund um die Uhr gearbeitet. Die Gewerke haben gewechselt – Bauarbeiter sind nur noch selten zu sehen, dafür umso mehr hochspezialisierte Handwerker.

In 190 Tagen soll das Kraftwerk Mitte eröffnet werden. Der Baukonzern Ed. Züblin AG geht davon aus, dem Zeitdruck zu trotzen und pünktlich liefern zu können. Die Verantwortlichen wollen die neuen Spielstätten schrittweise an ihre Nutzer übergeben.

Die Experten der SBS Bühnentechnik GmbH aus Dresden arbeiten an den Theaterbühnen, auf denen der Bühnenboden bereits verlegt und mit dicht schließenden Pappplatten abgedeckt ist. Damit die knappen Termine gehalten werden können, ist ein enormer Koordinierungsaufwand erforderlich. „Wir haben für dieses Projekt 153 Verträge mit Lieferanten und Nachunternehmern abgeschlossen“ nennt Reuter die Größenordnung.

Das Foyer für die Theater ist schon fast fertig. Es muss nur noch gereinigt und möbliert werden. Ein alter Kran an der Decke macht deutlich, dass in diesem Gebäudekomplex noch vor wenigen Jahren Strom und Wärme erzeugt wurden. Die Fenster sind eingebaut, der Raum hat mit seinen Ziegelwänden und den Betoneinbauten einen ganz besonderen Charme, der vom geschliffenen Gussasphalt als Fußbodenbelag noch verstärkt wird.

Die Säle für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation sollen Ende Juli, Anfang August ihre Stühle erhalten, erklärt Beyer. Die Parkettleger werden in zwei Wochen mit ihrer Arbeit beginnen. Die „Kleine Bühne“ des Theater Junge Generation, die vor allem als Puppenbühne genutzt wird, ist bereits in einem kräftigen Kobaltblau gestrichen. In den anderen Sälen werden laut Reuter gegenwärtig die Wände fertiggestellt.

Der Bühnenbau sei vom Volumen her im Moment die größte Aufgabe. „Wir dürfen aber auch den Einbau der Haustechnik nicht unterschätzen“, so Reuter. Die Spielstätten erhalten unter anderem eine Klimaanlage, der Einbau erfordert Zeit und Experten. „Auf einer Baustelle kann viel passieren“, sagt der Züblin-Projektleiter, „aber wir gehen davon aus, alle Termine halten zu können.“

Schrittweise übergebe der Baukonzern die Spielstätten an den Bauherren Kommunale Immobilien Dresden GmbH & Co. KG (KID), der die Qualität prüfe und die Bauabschnitte dann für die Nutzer freigebe. Der Bezug der funkelnagelneuen Theaterwerkstätten in Cotta hat längst begonnen, die Verwaltung der beiden Bühnen ist schon in den sanierten Altbau an der Ehrlichstraße eingezogen.

Anfang Juli hat Reuter die ersten Begehungen mit den Verantwortlichen der KID und der Theater in den Probebühnen und Umkleide- sowie Maskenräumen geplant. Die Schauspieler müssen sich auf die Eröffnung ihrer Häuser vorbereiten und die neuen, größeren Bühnen in Besitz nehmen. Die Probebühnen haben exakt die gleichen Ausmaße wie die Publikumsbühnen.

25 Ingenieure und Poliere haben laut Reuter für Züblin die Arbeiten am Kraftwerk Mitte koordiniert. „Wir hatten von Anfang an Zeitdruck.“ Da die Spielstätten sehr techniklastig seien, habe von Anfang an hoher Koordinierungsaufwand bestanden. Der Baukonzern garantiere für hohe Qualität. Vieles werde sich bald in der Praxis beweisen, etwa die Akustik im Saal der Operette. „Wenn er fertig ausgestattet ist, wird gemessen und wir werden sehen, wie es funktioniert“, so Reuter.

Er habe Wert darauf gelegt, regelmäßig und gemeinsam mit Bauherr und Nutzern die Arbeiten zu überwachen, sagt der Züblin-Projektleiter. So sei es gelungen, viele Probleme schon im Vorfeld zu beheben. Neben den großen Arbeiten an Bühnen und Haustechnik sei noch eine lange Liste von Kleinigkeiten zu erledigen, bis der Probebetrieb im Kraftwerk Mitte starten könne.

Es war nicht nur ein anspruchsvolles, sondern auch ein interessantes Bauvorhaben, sagt Beyer. „Da schwingt schon ein bisschen Stolz mit, dass wir das geleistet haben.“ Züblin werde das Kraftwerk mit in seine Referenzen aufnehmen und darauf hoffen, dass auch andere Städte derart viel Geld in die kulturelle Infrastruktur investieren wie Dresden. Rund 92 Millionen Euro kostet die Stadt der Umbau der Kraftwerksgebäude.

Das beim Kraftwerk Mitte praktizierte Generalübernehmer-Modell habe sich bewährt. „Die Stadt hat uns alle Leistungen in die Hände gegeben, wir mussten Preis und Übergabetermin garantieren“, erklärt Beyer das System. Alle Nachunternehmerleistungen habe Züblin ausgeschrieben und nach Möglichkeit Unternehmen aus der Region beauftragt. „Es gibt spezialisierte Firmen, die hier vor Ort nicht vertreten sind. Aber wir haben immer darauf geachtet, dass alle hier vorhandenen Gewerke Aufträge erhalten“, so Reuter. Einheimische Firmen seien beispielsweise eher bereit, an Sonnabenden zu arbeiten, weil die Mitarbeiter nicht die ganze Woche von ihren Familien getrennt seien. „Wir können der Stadt nur empfehlen, dieses Modell weiter zu praktizieren“, so Beyer.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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