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Ende gut, Alles gut? Neue Großleitstelle der Feuerwehr in Dresden-Übigau geht in Betrieb

Ende gut, Alles gut? Neue Großleitstelle der Feuerwehr in Dresden-Übigau geht in Betrieb

Es ist so weit: Die neue Regionalleitstelle Dresden beendet ihren Probebetrieb. Die Notrufe für Feuerwehr und Rettungsdienst und die Anforderungen für den Krankentransport für die sächsische Landeshauptstadt laufen nun nicht mehr in der alten Leitstelle an der Louisenstraße in der Neustadt, sondern in Übigau ein.

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Langer, steiniger Weg: Konkrete Pläne für eine neue Leitstelle wurden in der Stadt Dresden bereits vor zehn Jahren geschmiedet.

Quelle: Dietrich Flechtner

Alle Einsatzfahrzeuge werden von hier aus alarmiert und disponiert. Am 1. Oktober werden der Sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Dresdens Zweiter Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) der offiziellen Inbetriebnahme beiwohnen und innerlich wahrscheinlich drei Kreuze machen. Denn bis zum nun hoffentlich guten Ende war es ein langer, steiniger Weg.

Konkrete Pläne für eine neue Leitstelle wurden in der Stadt Dresden bereits vor zehn Jahren geschmiedet. Hinter der Feuerwache Übigau "wollen wir auf dem ehemaligen Kasernengelände eine neue, moderne Leitstelle der Feuerwehr errichten. Gegenwärtig bereiten Planungsamt und Feuerwehr den Architektenwettbewerb vor", zitierte am 15. Januar 2004 die DNN den damaligen Baubürgermeister Herbert Feßenmayr. Vorgesehen war die Leitstelle zunächst nur für das Einsatzgebiet Dresden.

Doch dann fiel nach jahrelanger Debatte (seit Mitte der 1990er Jahre) die Entscheidung, die sachsenweit 22 Leitstellen zu reduzieren und dafür fünf Großleitstellen zu schaffen. Das war 2007. Am 8. Dezember 2008 erfolgte dann an der Scharfenberger Straße in Übigau neben der bereits bestehenden Feuerwache Übigau die Grundsteinlegung für eine neue Großleitstelle - zuständig nicht nur für Dresden, sondern auch für die Kreise Meißen, Riesa-Großenhain und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Zudem sollte der zu errichtende Gebäudekomplex Platz für das Dresdner Brandschutz- und Katatrophenschutzamt und das Führungs- und Lagezentrum für Katastrophenfälle bieten. "Im Sommer 2010 wollen wir mit dem Probetrieb für die neue Leitstelle beginnen", war Dresdens Zweiter Bürgermeister Detlef Sittel damals optimistisch.

Doch als Anfang Februar nach dem Einzug der Mitarbeiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, dem Einräumen der neuen Bekleidungskammer und der neuen Fahrzeughalle der neue Gebäudekomplex in Übigau offiziell eingeweiht wurde, blieb die neue Großleitstelle im 112-Haus verwaist. Die österreichische Firma, die für alle fünf in Sachsen entstehenden Großleitstellen die Technik für die Funk- und Notrufabfrage entwickeln sollte, war in Verzug. Demzufolge konnte eine andere Firma - verantwortlich für das hochkomplexe EDV-System zur Einsatzkoordinierung - auch nicht weiter. "Wir rechnen frühestens Ende November 2011 mit der Inbetriebnahme", so Anfang März 2011 Thomas Mende, Sprecher der Feuerwehr und Chef der Dresdner Leitstelle.

Doch auch November 2011 wurde wieder nichts. Die Dresdner Leitstelle geriet allmählich in die Bredouille. Denn die alte Technik in der Louisenstraße war am Ende. "Die Fehlerhäufigkeit steigt und die Ersatzteilbeschaffung wird immer schwieriger", so Mende im September 2011.

Am Ende bezogen nun erst im Sommer 2013 die Mitarbeiter der Leitstelle Dresden ihre neuen Arbeitsplätze in Übigau, startete am 27. August der Probebetrieb. Die Mitarbeiter der Leitstellen in Meißen, Dippoldiswalde, Pirna und Riesa/Großenhain werden schrittweise folgen.

Ende gut, alles gut? Danach sieht es gegenwärtig noch nicht aus. Der Landkreis Meißen zum Beispiel weigert sich, für die Jahre 2011 bis 2013 an Dresden jährlich 100 000 Euro für die neue - bis dato noch gar nicht in Betrieb gegangene Leitstelle zu zahlen (DNN berichteten).

Auch für die Stadt Dresden dürften durch die selbst nicht verschuldete verspätete Inbetriebnahme der neuen Leitstelle Mehrkosten entstanden sein. Zum einen durch das Am-Laufen-Halten der alten Technik in der Louisenstraße, die schon längst verschrottet sein sollte. Zum anderen durch die Kosten für Strom, Heizung bzw. Kühlung in der neuen Leitstelle. Müsste die Stadt diese Mehrkosten nicht auch wie das die Landkreise Bautzen und Görlitz für das Vorhalten von Doppelstrukturen getan haben, dem Land in Rechnung stellen? Hatte die Verzögerung bezüglich der Entwicklung der Technik eigentlich Konsequenzen für die beteiligten Firmen? Vielleicht gibt es ja am Dienstag Antworten.

Auch die Einführung des Sicherheitsfunks trug zur Verzögerung bei den Leitstellen bei. "Noch in diesem Jahr wird der Netzaufbau abgeschlossen sein", so Innenminister Markus Ulbig im Juni 2013. Bis 2014 sollen anschließend die Notrufleitstellen der Polizei in Betrieb genommen werden. Bis 2015 sind die Inbetriebnahme der Leitstellen der BRK, der Integrierten Regionalleitstellen sowie die Auslieferung der Digitalfunk-Endgeräte an die BRK geplant", heißt es in der Juni-Pressemitteilung des SMI weiter. Na dann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.09.2013

Catrin Steinbach

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