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Eltern schlagen Asbest-Alarm in der Kita an der Hauptstraße: Stadt sieht Gesundheit nicht gefährdet

Eltern schlagen Asbest-Alarm in der Kita an der Hauptstraße: Stadt sieht Gesundheit nicht gefährdet

Die Elterninitiative "Lernorte für Dresden" sieht ernste Asbest-Gefahren im Kindergarten in der Hauptstraße 18a und womöglich anderen Kitas gleicher Bauweise in Dresden.

Sie wirft Kita-Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas vor, auf diese Gefahren völlig unzureichend reagiert zu haben. Das Sozialdezernat wies "diese Unterstellungen" allerdings "entschieden zurück".

Claudia Franke von der Initiative verwies auf ein Gutachten des "TÜV Rheinland" vom Februar, das den Eltern vorliege. Darin sei von Beschädigungen der "Dringlichkeitsstufe I" an Asbestplatten der zu DDR-Zeiten errichteten Kita die Rede. Das heißt: Die entsprechenden Bauelemente sind beschädigt und durch diese Öffnungen können die gefährlichen Fasern austreten. Doch statt mit der Reparatur eine geeignete Spezialfirma zu beauftragen, habe lediglich der Hausmeister die betroffenen Stellen zugegipst. Die Elternvertreter der Kita äußerten sich entsetzt über die "Leichtfertigkeit" von Bibas.

"Weder die Eigenbetriebsleiterin, noch andere Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung würden sehenden Auges eine Gesundheitsgefährdung der Kinder in Kauf nehmen", wies Marco Fiedler, der persönlicher Referent von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos), diese Vorwürfe zurück und versicherte: "Es besteht keine akute Gesundheitsgefahr für die Kinder." Die beanstandeten Schäden an den Asbestelementen seien im Obergeschoss durch die Firma "RWS Gebäudeservice" beseitigt worden. Im Erdgeschoss - wo keine Kinder untergebracht seien - sei dies zwar noch nicht erfolgt. Dies werde man nun aber "umgehend nachholen". Damit werde die spezialisierte Firma "Asbest-Sanierung Pulsnitz GmbH" beauftragt.

Asbest ist ein Faserverbundstoff auf Silikatmaterial, das lange Zeit als "Wundermaterial" galt, weil es feuerfest ist. Erst später zeigte sich die Kehrseite: Freie Asbestfasern können zu Krebs und anderen Lungenschäden führen. In Westdeutschland wurden daher Asbest-fasern bereits ab den 1970er Jahren schrittweise verboten, in DDR-Kindergärten hingegen als Brandschutzmaterial noch lange verbaut. Viele dieser alten DDR-Komplexe sind wegen der Platzengpässe in den Kitas noch heute in Betrieb, sollen aber schrittweise geschlossen werden. Dazu gehört auch die Kita an der Hauptstraße, die durch einen Neubau ersetzt und Ende 2013 geschlossen werden soll.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.05.2013

Heiko Weckbrodt

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