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Lokales Eltern schlagen Alarm: Mehr Plätze an Oberschulen nötig
Dresden Lokales Eltern schlagen Alarm: Mehr Plätze an Oberschulen nötig
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18:30 24.11.2018
Die geplante 151. Oberschule könnte als Vorgründung den Oberschulbedarf im Dresdner Norden entlasten. Der Neubau wird erst später fertig. Quelle: Stadt/ARGE RBZ
Dresden

Jetzt machen die Eltern im Dresdner Norden Ernst: Mit Petitionen beim Land und in der Stadt wollen Mütter und Väter um mehr Oberschulplätze kämpfen. „Wir fordern die Anerkennung der tatsächlichen Schülerzahlen“, erklären Elternvertretungen von sechs Grundschulen und zwei Oberschulen in Klotzsche, Langebrück und Weixdorf.

Die Stadt hat bislang argumentiert, die Kapazitäten seien nicht zuletzt aufgrund eines verstärkten Zustroms an die Gymnasien ausreichend. Außerdem gebe es für Oberschulen keine Schulbezirke, die Kapazitäten in der Stadt seien ausreichend.

Zuwenig Platz an Oberschulen

Mütter und Väter fordern jedoch eine wohnortnahe Schule und machen folgende Rechnung auf: An den beiden Oberschulen im Dresdner Norden stehen zum Schuljahr 2019/20 vier Klassenzüge für neue Fünftklässler zur Verfügung. Nach den Planungsrichtwerten für sächsische Schulen werden 25 Schüler je Klasse angesetzt. Damit könnten zum kommenden Schuljahr 100 Kinder an den beiden Oberschulen aufgenommen werden, bei einem Klassenteiler von 28 Kindern wären es 112.

Von den Elternvertretern wird der Verwaltung vorgeworfen, sie gehe von zu geringen Zahlen für einen Wechsel von Grundschülern an die Oberschule aus und unterstelle zu große Kapazitäten an den vorhandenen Schulen. So gebe es im Gegensatz zur Annahme im Schulnetzplan zwei statt nur eine DaZ-Klasse, also Unterrichtsverbände in denen Deutsch als Zweitsprache gelehrt wird. Diese Schüler würden teilweise aus Plauen, Gorbitz, Loschwitz oder Cotta kommen. Die geringere DaZ-Klassenzahl wird von der Stadt damit begründet, dass bei der Erarbeitung des Schulnetzplanentwurfs nur eine Klasse existierte.

Umfrage unter Eltern

Die Elternvertreter haben die Mütter und Väter der Schüler der vierten Klasse an den vier Grundschulen befragt, an welche Schulart ihre Kinder wechseln würden. Dabei hätten die Eltern von 163 Kindern den Wechsel an die Oberschule ins Auge gefasst.

In ihrer Petition fassen die Initiatoren daher zusammen: Der Schulnetzplan weist bei der benötigten Kapazität einen Zug zu wenig und bei der verfügbaren Kapazität eine zu viel aus, so dass durch „diese Fehleinschätzung zwei Züge fehlen“ – also der Platz für rund 50 Oberschüler. Die Eltern fordern daher die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten durch Container in Klotzsche, den Umbau der Sporthalle an der Oberschule Weixdorf zu Klassenräumen und den Neubau einer Sporthalle sowie die Vorgründung der 151. Oberschule zum Schuljahr 2019/20. Dies könnte am Ardenne-Ring 20 oder in Containern des Gymnasiums Klotzsche erfolgen, die freiwerden, weil die Schule saniert und auf den Campus in Pieschen ausgelagert wird.

DaZ-Schüler in Wohnortnähe unterrichten

Zudem könnten Raumkapazitäten an der 82. Oberschule geschaffen werden, wenn die aus entlegenen Stadtteilen stammenden DaZ-Schüler in Wohnortnähe beschult würden. Die Planung der Kapazitäten müsse in erste Linie dem Wohl der Kinder dienen und dürfe „nicht finanziellen Beweggründen“ geopfert werden.

Die Stadt hat kürzlich die Planung für die 151. Oberschule dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt, demnach soll die Schule erst 2020 starten. Sie wird in der Neustadt angesiedelt, könnte aber auch den Norden entlasten. Aus der Nutzung der Container des Gymnasiums Klotzsche wird nichts. Die Stadt will während der Sanierung des Gymnasiums in den Container auf der gegenüberliegenden Straßenseite für 18 Monate ab Sommer 2019 die 19. Grundschule („Am Jägerpark“) auslagern. Deren Gebäude soll energetisch saniert werden.

Unterschriftensammlung bis Januar

Nach Ansicht der Elternvertreter ist das Einrichten weiterer Oberschulplätze im Dresdner Norden „zwingend und zeitnah nötig“. Unterstützung finden sie bei Silvana Wendt. Die CDU-Stadträtin hält die Forderungen der Eltern für berechtigt. „Ich kann über das Vorgehen der Stadtverwaltung nur staunen“, erklärte sie auf DNN-Anfrage. Die Petition soll ab Dezember im Dresdner Norden ausgelegt werden, Mitte Januar werde die Unterschriftensammlung beendet und der Stadtverwaltung sowie dem Landtag übergeben.

Von Ingolf Pleil

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