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Lokales Eltern sammeln Unterschriften für Aufenthaltsrecht ihrer Tochter
Dresden Lokales Eltern sammeln Unterschriften für Aufenthaltsrecht ihrer Tochter
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19:07 07.10.2018
Die Familie von Halyna (2.v.r.) und Ingolf Baer (2.v.l.) kämpft um das Aufenthaltsrecht ihrer Tochter Marija (l.). Ihre ältere Schwester (r.) lebt in der Ukraine. Quelle: privat
Dresden

Es ist ein Akt der Verzweiflung: Ingolf Baer und seine Frau Halyna wollen mit einer Petition im Internet den Aufenthalt ihrer Tochter in Deutschland retten. Von Politik und Behörden sind sie enttäuscht.

Die Geschichte lässt sich kaum in wenige Worte fassen: Ingolf Baer ist seit 2016 mit Halyna Korchak verheiratet. Sie stammt aus der Ukraine und hat zwei Töchter, die vor mehr als zehn Jahren bei einem Unfall ihren leiblichen Vater verloren haben. Weil Marija nach der Heirat ihrer Mutter nicht gleich mit nach Deutschland ausreiste – das Mädchen wollte zunächst ihre Schule noch abschließen – ist die Situation inzwischen äußerst kompliziert. Aus dem geplanten Familiennachzug wurde nichts, somit genießt die inzwischen 18-jährige Marija lediglich eine Duldung in Deutschland. Ihr droht die Abschiebung. Weil die Familie zeitweise in Ullersdorf lebte, ist die Ausländerbehörde des Landkreises Bautzen involviert. Unterschiedliche Klagen scheiterten bereits (DNN berichteten).

Auch verschiedene Politiker haben sich engagiert – bislang vergebens. Marija hat sich gerade in einem Dresdner Krankenhaus zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr verpflichtet. Doch ihre Duldung reicht nur noch bis zum Januar 2019. Der Weg zum dauerhaften Aufenthalt bei ihrer Familie bleibt versperrt.

„Kann es wirklich sein, dass unsere Gesetze diesen einfachsten aller Wünsche eines Kindes nach dem Schutz durch die Familie nicht gewährleisten?“ fragt Ingolf Baer in der Petition, die die Familie jetzt auf der Internetplattform AVAAZ gestartet hat. Unter https://bit.ly/2E1ImJp wirbt die Familie nun um Unterstützung.

Die Behörden haben nach Baers Darstellung nur noch zwei Varianten zu bieten. Für einen „Aufenthalt aus humanitären Gründen“ müsste Marija neben dem FSJ noch einen Job mit etwa 750 Euro Einkommen haben. Und für einen „Aufenthalt wegen Ausbildung“ müsste Marija ab Anfang Februar 2019 das FSJ abbrechen und einen Ausbildungsvertrag in der Medizin vorlegen.

Die Familie hofft, mit so vielen Unterstützern wie möglich, doch noch Bewegung in die Sache und die Behörden zu einer positiven Entscheidung zu bekommen. Hoffnung setzt sie dabei auch in ein mögliches Mediationsverfahren, dass in den nächsten Wochen stattfinden könnte. Ob damit ein Ende für das ewige Hickhack erreicht wird, ist bislang völlig offen.

Von Ingolf Pleil

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