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Eltern kämpfen für ihre Natur- und Umweltschule

Proteste vor dem Bildungsministerium Eltern kämpfen für ihre Natur- und Umweltschule

Seit sechs Jahren gibt es die Natur- und Umweltschule in Dresden. Staatliche Gelder hat die Einrichtung noch nicht gesehen. Auch jetzt gibt es wenig Aussicht auf Unterstützung. Das treibt die Eltern der Schüler auf die Straße.

Rund 20 Eltern demonstrierten am Montag für die Natur- und Umweltschule.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Bildungsministerin Brunhild Kurth (CDU) hatte keine Zeit. Aber Abteilungsleiter Andy Jahns trat vor die Türe des Bildungsministeriums und stellte sich protestierenden Eltern der Natur- und Umweltschule (NUS). Er nahm von Jörg-Dieter Höflich einen Nus-Kuchen in Empfang. „Wenn sich Frau Kurth für unsere Schule einsetzt, verrät ihr meine Frau das Rezept“, meinte Höflich scherzhaft.

Zum Scherzen war den rund 20 Teilnehmern nicht zumute. „Wir bekommen immer wieder erklärt, dass wir uns per Post oder E-Mail an das Ministerium wenden können. Aber wir werden nicht gehört“, sagte Elternvertreter Jens Struwe. Seit sechs Jahren werden an der NUS Kinder unterrichtet. Staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Die NUS wird von der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) nur geduldet. Vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen läuft ein Rechtsstreit um die Genehmigung der Schule. Die SBA hat diese der NUS entzogen. 2015 urteilte das Verwaltungsgericht Dresden: Die NUS ist zu genehmigen. Die SBA ging in Berufung nach Bautzen.

„Das Schuldgeld musste von 100 Euro auf 120 Euro pro Monat erhöht werden“, sagte Höflich, dessen zwei Söhne die NUS besuchen. „Dabei wollen wir nicht nur eine Schule für Eltern mit dickem Geldbeutel.“ Elternbeiträge und Spenden würden den Schulbetrieb am Laufen halten. Kurzfristig könne es weitergehen, aber es fehle die Perspektive.

Die Natur- und Umweltschule Dresden kämpft weiter um ihre Existenz - auch vor dem Kultusministerium.

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Das Gericht in Bautzen hat einen Gutachter bestellt, es kann dauern, bis die Expertise vorliegt. Solange erhält die NUS kein Geld. Es gehe um Rechtssicherheit, erklärte Jahns, warum das Ministerium nichts tun könne. Eine Aussage, die die Eltern nicht verstehen können. „Man muss doch nicht auf ein Urteil warten. Man kann sich doch jederzeit außergerichtlich einigen“, findet Dorit Pelz. „Im August hat es konstruktive Gespräche zwischen SBA und unserem Schulträger gegeben. Warum werden diese nicht fortgesetzt?“

Das Konzept der NUS sei einzigartig, sagt Norbert Große. Seine große Tochter habe die NUS absolviert und besuche jetzt die 6. Klasse einer Oberschue – ohne Probleme. Ihre Schwierigkeiten in Mathematik habe sie überwunden – dank jahrgangübergreifender Klassen. In der NUS lernen die Schüler von der 1. bis 3. Klasse zusammen, Zensuren gibt es nicht. „Die Kinder sollen nicht nur auf eine Prüfung hin lernen“, erklärt Große.

Rund 6000 Unterschriften haben die Eltern für den Erhalt ihrer Schule gesammelt. Ihren offenen Brief an Kurth und Briefe der Schülerinnen und Schüler konnten sie an Jahns übergeben. Der Abteilungsleiter versprach, die Schreiben an die Ministerin weiterzuleiten. „Wir alle haben uns heute von der Arbeit freigenommen. Das zeigt doch, wie sehr wir uns für die Schule einsetzen. Wir hoffen, dass unser Engagement im Ministerium gewürdigt wird. Unsere Aktionen werden wir fortsetzen“, fasste Struwe zusammen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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