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Lokales Eltern im Dresdner Norden kritisieren Entwurf für Schulnetzplan
Dresden Lokales Eltern im Dresdner Norden kritisieren Entwurf für Schulnetzplan
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21:00 21.12.2016
Quelle: dpa
Dresden

Die Kritik ist eindeutig: „Der Referentenentwurf sieht weder ein ausgewogenes noch ein leistungsfähiges Schulnetz für den Dresdner Norden vor, die bereits aktuell bekannten realen Bevölkerungsdaten werden schlicht ignoriert.“ So reagieren die Elternvertreter der sechs Grundschulen in Langebrück, Klotzsche und Weixdorf, den zwei Oberschulen in dem Stadtgebiet und des Gymnasium Klotzsche in einem gemeinsamen Schreiben an die Stadt auf den vorgelegten Entwurf zur „Fortschreibung der Dresdner Schulnetzplanung 2017“.

Die Stadt hatte die Pläne als Entwurf Mitte November vorgelegt. Das besondere daran: bevor die Verwaltung ihre Überlegungen abschließt und dem Stadtrat vorlegt, regte sie eine öffentliche Diskussion über die Entwicklung der Schullandschaft in der Stadt an. „Die Anregungen wollen wir zusammen mit der aktuellen Bevölkerungsprognose einarbeiten und dann den überarbeiteten Plan den Gremien des Stadtrats vorlegen“, kündigte Peter Lames (SPD) an, der noch bis zum Jahresende Schulbürgermeister ist, dann Finanzbürgermeister wird und den Bildungsbereich in die Hände des jetzigen Finanzbürgermeisters Hartmut Vorjohann (CDU) übergibt. Die Stadt rechnet mindestens bis 2025 mit steigenden Schülerzahlen, die dann bis weit nach 2030 auf hohem Niveau verharren.

Die Eltern aus dem Dresdner Norden nehmen die Stadt beim Wort und regen in ihrem Schreiben „dringend eine Überarbeitung des Entwurfes unter Berücksichtigung unserer Stellungnahme an“. Ihre Kritik ist ganz fundamental: „Die Schülerprognosen für alle Schularten entsprechen nicht den Erfahrungswerten der letzten Jahre“, hießt es in dem Schreiben der Elternvertreter der 50., 82., 84., 85. Grundschule sowie der Grundschulen Weixdorf und Langebrück. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Eltern der 82. Oberschule sowie der Oberschule Weixdorf und des Gymnasiums Klotzsche.

Als Beispiel nennen die Eltern die Grundschulen. Im Schulnetzplanentwurf würden für die Grundschulbezirke Klotzsche, Weixdorf und Langebrück 308 Schüler prognostiziert. Die tatsächlichen Anmeldungen für das Schuljahr 2017/18 beliefen sich aber auf 398 Kinder. Der größte Unterschied bestehe in Klotzsche bei im Entwurf prognostizierten 179 Schülern und 224 tatsächlichen Anmeldungen. Aus Sicht der Eltern würden die neuen Baugebiete in Klotzsche und Langebrück „nicht genügend Berücksichtigung“ finden. Das Gleiche gelte offenbar für die veränderten Bevölkerungsbewegungen im Dresdner Norden, mutmaßen die Kritiker. Ältere Menschen würden abwandern, vor allem Familien mit Kindern zuziehen.

In den weiterführenden Schulen setze sich auch das Problem fort. Die Prognose für die Viertklässler in den nächsten Jahren, die anschließend eine fünfte Klasse besuchen, „übersteigt in den folgenden Jahren in Summe die Kapazitäten beider Oberschulen sowie des Gymnasiums“. Daher empfehlen die Eltern, für die Gründung der 151. Oberschule (Stauffenbergallee) bereits im Schuljahr 2018/2019 einen Interimsstandort zu finden, da der geplante Neubau erst im Schuljahr 2022/23 zur Verfügung stünde. Auch der Neubau sollte vorgezogen werden. „Perspektivisch betrachtet wird der Neubau jedoch nicht den Bedarf an Schulplätzen im Dresdner Norden einschließlich der Neustadt decken können“, schreiben die Eltern. Daher „erscheint uns ein Neubau einer Oberschule in Klotzsche zwingend notwendig“.

Beim Gymnasium Klotzsche gehe zwar schon der Entwurf zum Schulnetzplan davon aus, dass die Schülerprognosen über den realisierbaren Kapazitäten liegen. Nach Ansicht der Elternvertreter sind darin aber Zuzüge in neuerschlossene Baugebiete und Anmeldungen aus angrenzenden Ortschaften noch gar nicht enthalten. Der Verweis auf Standorte in Neustadt, Pieschen oder der Innenstadt führe ebenfalls nicht weiter, da auch dort mit stark steigenden Bevölkerungszahlen zu rechnen sei und der Bedarf an Schulpätzen schon heute größer sei als das Angebot.

Die Elternvertreter erwarten eine Überarbeitung des Schulnetzplanentwurfs. Sie wollen damit eine „wohnortnahe Beschulung“ der Kinder im Dresdner Norden sichern.

Von Ingolf Pleil

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