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Lokales Elefanten sind umgezogen – Afrikahaus öffnet am 11. April
Dresden Lokales Elefanten sind umgezogen – Afrikahaus öffnet am 11. April
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15:34 06.04.2018
Zwei Elefantendamen vergnügen sich bei herrlichem Sonnenschein im Außengehege. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Hin und wieder versuchen Zoobesucher durch die folienverhangenen Glastüren bzw. Fenster einen Blick ins Elefantengehege im Afrikahaus zu erhaschen. Aber noch ist alles dicht. Doch am 11. April, 12 Uhr, werden sich die Türen des Afrikahauses wieder für die Besucher öffnen. Das kündigte Zoodirektor Karl-Heinz Ukena an.

Drumbo, Mogli und Sawu haben ihr neues Zuhause vom 29. März „selbstbewusst Stück für Stück erobert“, so Ronny Moche, Leiter des Elefantenrevieres.

Zu aufregend – drei Mandrills für Umzug narkotisiert

Am 4. April zog die neunköpfige Mandrillgruppe, die ebenfalls im Afrikahaus wohnt, wieder in dieses um. Drei der Tiere mussten für den Umzug narkotisiert werden, die anderen wurden in Boxen gelockt und dann in die neue, völlig umgestaltete Anlage gebracht.

Bis zur Eröffnung am 11. April werden dann auch die Nacktmulle und Rüsselspringer wieder in ihren angestammten Gehegen im Eingangsbereich zu finden sein.

Drumbo, Mogli und Sawu haben ihr neues Zuhause im Dresdner Zoo zu Ostern Stück für Stück in Besitz genommen. Am 11. April öffnet das um- und ausgebaute Afrikahaus nun auch seine Türen für Besucher. Es hat sich viel verändert.

Tierpflegertreffpunkte und Basteln am Sonntag

Am Sonntag, dem 15. April, gibt’s dann von 11 bis 16 Uhr anlässlich der Wiedereröffnung des Afrikahauses afrikanische Geschichten sowie Tierpflegertreffpunkte bei Elefant, Mandrill und Nacktmull. Außerdem können sich die Kinder eine Elefantenfamilie für zu Hause basteln.

Um- und Ausbau dauerte länger und war teurer als geplant

Knapp drei Jahre haben die Umbaumaßnahmen im Afrikahaus gedauert. – Viel länger als geplant. Und mit 8,6 Millionen Euro ist das Mammutprojekt auch 1,1 Millionen Euro teurer geworden. Es gab mehrere böse Überraschungen bei der Bausubstanz, zusätzliche Investitionen in Technik und Sicherheit und erhebliche Preissteigerungen in der Bauwirtschaft.

Elefanten haben viel mehr Platz als vorher

Ende gut, alles gut? Die Reaktionen der Zoobesucher stehen noch aus. Die Tierpfleger, deren Rat und Erfahrung im Umgang mit den Tieren bei Planung und Bau berücksichtigt wurden, sind offenbar begeistert. Denn alles ist nicht nur neu und sicherer. Die Elefanten haben auch viel mehr Platz als vorher.

„500 Quadratmeter Lauffläche waren es vor dem Umbau im Haus, jetzt sind es 1000 Quadratmeter“, so der Zoologische Leiter Wolfgang Ludwig. Damit sei der Dresdner Zoo weit über der gesetzlichen Norm. Laut „Säugetiergutachten“ von 2014, dass man beim Bundesministerium für Landwirtschaft online einsehen kann, ist „den Elefanten ... eine nutzbare Innenlauffläche von mindestens 330 Quadratmeter für bis zu 4 Kühe ab 8 Jahren und 10 % mehr für jedes weitere Tier ab 8 Jahren bereitzustellen“.

Kein Wassergraben mehr im Haus

Ist das Afrikahaus also größer geworden? Jein. Die Halle an sich ist genauso groß wie vorher. Aber das Dach wird jetzt nicht mehr von sechs Pylonen, sondern von zwei 30 Meter langen Trägern getragen. Der Bereich, in dem die Besucher durch das Haus wandeln, ist kleiner. Es gibt keine Hängebrücke mehr. Und da jetzt im Haus nicht mehr ein Wassergraben, sondern Panzerglasscheiben die Besucher von den Mandrills trennen, konnten weitere Quadratmeter für die Elefanten gewonnen werden.

Anbau mit Boxen, die variabel in der Größe sind

Hinzu kommt ein Anbau ans Afrikahaus, der die Boxen für die Elefanten beherbergt. Fünf Boxen und ein „Trainingsstand“ für Fußpflege und medizinische Checks sind es. Die Boxen können durch insgesamt 28 – zum Teil fernbediente hydraulische – Tore variabel in der Größe gestaltet werden.

Tierhaltung auf geschützten Kontakt umgestellt

Das war unabdingbar, um der neuen Art der Tierhaltung gerecht zu werden. Denn die wurde nach und nach vom direkten zum geschützten Kontakt umgestellt. Dieser ist für die Tierpfleger sicherer und für die Tiere entspannter, denn es wird weniger mit Druck gearbeitet.

Wie gefährlich der Umgang mit Wildtieren sein kann, hat der Vorfall im März 2010 gezeigt. Damals hatte der Elefanten-Jungbulle Thabo-Umasai eine Pflegerin angegriffen und schwer verletzt.

Elefanten-Außengehege wird ebenfalls erweitert

Auch das Außengehege der Elefanten soll bis 2019 vergrößert werden. Bislang hatten die Elefanten Auslauf auf 2000 Quadratmetern. Jetzt sollen es 1500 Quadratmeter mehr werden. Doch da muss erst die grüne Interimshalle, in der die Elefanten während der Bauzeit gewohnt haben, wieder weg.

Zoo hofft auf „Gastspiel“ eines Zuchtbullen 2019

Auch im Außengehege soll es dann möglich sein, Tiere zu separieren. All das eröffnet dann die Möglichkeit, den Elefantendamen für eine gewisse Zeit Herrenbesuch zu organisieren. Abu aus dem Zoo in Halle ist der Favorit. Denn er sei ein umgänglicher Bursche, weiß Elefantenpfleger Ronny Moche. 2019 soll er kommen und dem Dresdner Zoo Elefantennachwuchs bescheren.

Nächste Baustelle ist schon in Sicht

Mit der Fertigstellung des Afrikahauses ist schon die nächste Baustelle im Dresdner Zoo in Sicht. Für die Riesenschildkröten soll auf der jetzigen Außenanlage ein neues Winterhaus entstehen. „Der Bauantrag ist eingereicht“, so Zoodirektor Karl-Heinz Ukena. Dann ist das Haus für die Orang-Utans dran. „Im Sommer fangen wir mit der Planung an. So den Mittel in den städtischen Haushalt 2019/2020 eingestellt werden, könnte 2019 Baubeginn sein“, so Ukena.

War das erste Afrikahaus Pfusch?

Am 30. Januar 1999 wurde das Afrikahaus im Dresdner Zoo eröffnet. Es war von der Dimension des Baukörpers und den Baukosten von 12,1 Millionen Mark damals das bis dato größte Bauprojekt seit der Gründung des Zoos. 2015 – nur etwa 16 Jahre später – wurde mit dem Umbau des Gebäudes begonnen. „War das erste Haus Pfusch?“ wollte DNN von Wolfgang Ludwig, dem zoologischen Leiter, wissen.

„Das Problem waren nur die Holzteile im Afrikahaus. Sie haben das feucht-warme Klima nicht vertragen und sind morsch geworden. Das Holz hat die Zeit, die so ein Gebäude eigentlich steht, nicht ausgehalten. Die Pylonen, die die Dachkonstruktion früher trugen, mussten frühzeitig ausgewechselt werden. Die gesamte Nordseite des Gebäudes, die von Holzstützen getragen wurde, musste vor dem Umbau schon abgetragen werden. Da ist ein Fehler gemacht worden.“

Doch aus der Not wurde am Ende eine Tugend. Denn die Umstellung der Tierhaltung von direktem zu geschütztem Kontakt erforderte mehr Platz. „Und wir wollten auch den Elefanten eine größere Lauffläche bieten“, so Ludwig. Deshalb wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht, statt nur zu reparieren. Die Planung für das neue Afrikahaus begann 2010. 2015 war dann auch das Geld da und es ging los.

Von Catrin Steinbach

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