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Elbe Flugzeugwerke übergeben A330-Prototypen an DHL

Airbus-Umrüstung in Dresden Elbe Flugzeugwerke übergeben A330-Prototypen an DHL

Jubel bei den Elbe Flugzeugwerke Dresden: Mit dem frisch erteilten STC-Zertifikat der Europäischen Luftaufsicht darf die erste zum Frachter umgerüstete A330-300 für DHL Express fliegen. Am 1. Dezember wird der Airbus übergeben. Das neue Umrüstprogramm ist für das Dresdner Unternehmen existenziell.

Die Elbe Flugzeugwerke in Dresden haben den Prototypen fertig: Die erste zum Frachter umgerüstete A 330-300 wird am 1. Dezember 2017 an die Posttochter DHL Express übergeben.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Vor der gigantischen neuen Halle wirkt die jungfräulich weiße A330-300 fast niedlich. Doch die zum Frachter umgerüstete Passagiermaschine von Airbus gehört durchaus zu den größeren ihrer Gattung. Wenn sie am 1. Dezember feierlich an die Posttochter DHL Express übergeben ist, wird sie ihr erster Flug für den neuen Besitzer vermutlich nach Irland führen, wo sie den typischen gelb-roten DHL-Look erhält.

Grünes Licht von der Europäischen Luftaufsicht

Das Umrüstprogramm für die größeren A330-Maschinen von Airbus – den A330-200 und den längeren A330-300 – hat in Klotzsche im Jahr 2013 begonnen. Gemeinsam mit ST Aerospace aus Singapur – damals neuer Minderheitsgesellschafter, heute Hauptgesellschafter der Flugzeugwerke – wurden die Ingenieurleistungen geplant und am Prototypen erfolgreich umgesetzt. Vergangene Woche erst wurde den EFW für die erste umgerüstete A330-300 das entscheidende Zertifikat der europäischen Luftaufsicht (EASA), die ergänzende Musterzulassung (STC), erteilt. „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt EFW-Chef Andreas Sperl.

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Vom Plan bis zur Umsetzung hat es vier Jahre gebraucht, nun wird der erste zum Frachter umgerüstete Airbus A330-300 von den Elbe-Flugzeuwerken an die Posttochter DHL Express übergeben.

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Verständlich, denn schon am 1. Dezember soll der Prototyp feierlich an DHL Express übergeben werden. Das Frachtunternehmen will seine Flotte rasch vergrößern, hatte seine Bestellung erst im Juni von vier auf acht Exemplare erhöht und hat eine Option auf zehn weitere Maschinen.

„Das sichert Arbeit für Jahrzehnte“

Doch warum eine feierliche Übergabe? „Für uns ist das ein besonderer Akt“, erklärt Sperl. „Zum einen, weil das Team in den letzten Wochen auch viel an den Wochenenden gearbeitet hat, um den Termin zu halten. Vor allem aber, weil jetzt klar ist: Wir haben alles beisammen, um die A330 effektiv umzurüsten. Das sichert Arbeit für Jahrzehnte!“ Sperl, der am Vortag der Übergabe Geburtstag hatte und die Fertigstellung des Prototypen als großartiges Geschenk feierte, sagte am Freitag: "Diese Lieferung stellt einen Meilenstein in der Geschichte der EFW dar, vielleicht sogar eine Fußnote in der Luftfahrtgeschichte“. Nun gehe es an die weitere Industrialisierung des Projekts.

Doch die Flugzeugwerke haben zu einem viel größeren Wurf ausgeholt. Parallel läuft die Arbeit am Prototypen A330-200, auf den Egyptair Cargo wartet. Die Zulassung ist für 2018 ins Auge gefasst. Und: Spätestens 2019 soll in Dresden auch erstmals ein kleinerer A321 vom Passagierflieger zum Frachter umgerüstet sein. Ein solches Programm mit einem russischen Partner war vor zehn Jahren gescheitert. Nun widmen sich die Flugzeugwerke erneut dem meistverkauften Flugzeug von Airbus. Die Nachfrage ist immens. Und man könnte von einem Perpetuum Mobile sprechen, denn vor allem die A320 wird noch immer in großen Stückzahlen neu gebaut. Potenzielle Frachterkandidaten also, soweit das Auge reicht...

Neue Fachkräfte auch von Air Berlin

Potenzielle Kunden seien gesprächsbereit, sagt der EFW-Chef. Doch: „Bestellungen müssen auch abgearbeitet werden können. Wir müssen den Kunden ja sagen können: Dann und dann sind wir fertig. Die Voraussetzungen für den Serienbetrieb schaffen wir jetzt: Platz, Vertrieb, Einkauf, Personal. Wir haben allein 2017 rund 200 neue Leute eingestellt“, erklärt Andreas Sperl. Da waren 77 für die neue Tochter Acosa, die in Kodersdorf Fußböden für Airbus baut, der Rest aber wird in Dresden vor allem für die Umrüstung gebraucht. „Wir sind auch dabei, Mitarbeiter von Air Berlin zu akquirieren, unser Interesse an Mechanikern und Technikern ist groß“, ergänzt der EFW-Chef. Sechs Azubis seien schon so gut wie da. 2018 sollen in Dresden weitere rund 100 neue Stellen besetzt werden.

Der designierte sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lobte bei der Auslieferung des Umrüstfrachters den anstehenden Stellenaufbau bei EFW. Er sagte: „Für solche Unternehmen brauchen wir die besten Köpfe aus Deutschland und der ganzen Welt. Und wir brauchen ein weltoffenes Sachsen, damit  diese Köpfe sich bei uns wohlfühlen.“ 

Riesenhangar wird weitergebaut

Das eine sind die Fachleute, das andere die Stellplätze. Im vergangenen Jahr hatten die Flugzeugwerke das erste Drittel einer riesigen Halle auf dem Gelände fertiggestellt. Die Idee: Wenn die Umrüstung Erfolg hat, wird die Halle so vervollständigt, dass drei große Flugzeuge zeitgleich darin Platz finden. „Im ersten Halbjahr 2018 gehen wir den Weiterbau des Hangars an, die Ausschreibungen sind in Planung“, erklärt Andreas Sperl.

Für die Elbe Flugzeugwerke mit ihren rund 1440 Mitarbeitern allein am Standort Dresden ist die Umrüstung aber nur ein Standbein. In dem Unternehmen werden auch Leichtbaukomponenten für alle Airbus-Modelle entwickelt und hergestellt, außerdem werden sowohl Wartungsdienstleistungen als auch Reparaturleistungen für Airbus-Maschinen weiter ausgebaut.

https://www.elbeflugzeugwerke.com/de/

Von Barbara Stock

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