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Elaskon schmiert die Dresdner Schwebebahn

Wartungspause Elaskon schmiert die Dresdner Schwebebahn

Das Dresdner Chemie-Unternehmen Elaskon schmiert die Schwebebahn – oder zumindest deren Stahlseile. „Gefühlt verwenden wir schon seit Ewigkeiten Elaskon-Schmiermittel“, sagte Betriebsvorstand Lars Seiffert von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB).

Nicht am seidenen Faden, sondern an einem dicken Stahlseil hängen bei der Schwebebahn Menschenleben. Deshalb muss alles laufen wie geschmiert.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Das Dresdner Chemie-Unternehmen Elaskon schmiert die Schwebebahn – oder zumindest deren Stahlseile. „Gefühlt verwenden wir schon seit Ewigkeiten Elaskon-Schmiermittel“, sagte Betriebsvorstand Lars Seiffert von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB).

Das sei letztlich auch eine Sicherheitsfrage: „Das Schwebahn-Seil ist knapp 400 Meter lang und hat 38 Millimeter Durchmesser, wird im Turm der Bergstation neunmal umgelenkt“, sagt er. Das bringt erhebliche Dauerbelastung für die verdrillten Stahllitzen mit sich: Sie dürfen nicht knicken, nicht reißen und auch nicht rosten. Denn letztlich hängen an diesem Seil Menschenleben – immerhin befördert die Schwebebahn jährlich mehrere Hunderttausend Fahrgäste. Damit die Stahlseile mit diesem „Alltagsstress“ fertig werden, setzen die DVB schon seit DDR-Zeiten auf ein Schmier- und Konservierungsmittel aus Dresdner Produktion. Denn das „Elaskon 30“, entwickelt vor 60 Jahren vom damaligen Betriebs-Chef Günther Gedecke, löste seinerzeit eine kleine Revolution im Bergbau aus, weil es den Verschleiß von Förderseilen drastisch reduzierte. Auch heute noch setzen Bergbahn-Experten weltweit auf die Dresdner Chemie-Expertise.

Die aktuelle Seilschmier-Aktion ist Teil einer großen Wartung und Erneuerung der Dresdner Schwebebahn am Loschwitzer Elbhang. Insgesamt investieren die DVB derzeit rund 600 000 Euro in die Bergbahn, wobei davon zirka 450 000 Euro aus Landeszuschüssen kommen. Mit dem Geld schmieren die Bergbahn-Arbeiter nicht nur die Stahlseile, sondern tauschen auch die gesamte Steuerungstechnik aus und modernisieren den Brandschutz in der Schwebebahn. Unter anderem tauschen sie alte Analog- gegen moderne Digitalanlagen aus, modernisieren die Stromversorgung, installieren eine neue Hauptsteuerung in der Bergstation sowie eine neue Nebensteuerung in der Talstation. Außerdem bauen sie in der Schwebebahn-Gondel feuerfeste Materialien und eine Wechselsprechanlage für Notfälle ein.

Um all dies zu erledigen, pausiert die Schwebebahn seit Anfang Januar. Zu Ostern soll sie wieder in Betrieb gehen. Für die Standseilbahn planen die DVB eine ähnliche Modernisierung – der genaue Termin steht aber noch nicht fest

Von Heiko Weckbrodt

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