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Lokales Einwohnerzahl Dresdens steigt langsamer als prognostiziert
Dresden Lokales Einwohnerzahl Dresdens steigt langsamer als prognostiziert
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09:49 11.09.2017
Trotz einer neuen Rekordeinwohnerzahl wächst die Bevölkerung nur etwas langsamer als prognostiziert.  Quelle: picture alliance / dpa
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Dresden

 Genau 553 279 mit Hauptwohnsitz gemeldete Einwohner: So viele Dresdner gibt es derzeit laut Kommunaler Statistikstelle – ein neuer Nachkriegsrekord immerhin. Dennoch wächst Dresden derzeit deutlich langsamer als prognostiziert. „Die aktuelle Dynamik fällt etwas geringer aus als noch in den Vorjahren“, sagt Holger Oertel, Leiter Bevölkerung und Stadtgebiet in der Kommunalen Statistikstelle.

Vom Ende 1999 erreichten Nachwendetiefststand für das aktuelle Stadtgebiet von 476 668 Einwohnern stieg die Bevölkerungszahl auf 553 036 Personen Ende 2016. Doch in den vergangenen Monaten herrschte fast Stillstand, hinzu kamen seither bis Ende Juli nur reichlich 200 Einwohner. Dabei hatte der Zuwachs seit dem Zensus 2011 bis 2016 mit immer weiter steigender Tendenz konstant bei über 5000 Leuten pro Jahr gelegen.

„In der Prognose wird angenommen, dass das Wachstum nicht wieder deutlich zunimmt“, meint Oertel. Die Ursachen dafür liegen auf dem Tisch, waren im Vorfeld aber nur schwer vorherzusagen. Einerseits hat der Flüchtlingsstrom im Vergleich zu 2015/16 wieder stark nachgelassen – die Zahl der in Dresden lebenden Ausländer beträgt nunmehr rund 35 000, das ist ein Anteil von 6,3 Prozent an der Gesamteinwohnerzahl. Andererseits sei damit zu rechnen, dass die Landeshauptstadt Familien mit Kindern an ihren Speckgürtel verliert. Dieser Trend werde sich in den kommenden Jahren sogar noch verstärken. Im Gegensatz dazu ziehen weniger Familien nach Dresden.

Zudem werde auch die seit Jahren hohe Geburtenzahl demnächst wieder zurückgehen, weil es infolge des Geburtenknicks der 1990er Jahre demnächst weniger Frauen im gebärfähigen Alter gibt. Trotzdem: „Die Bevölkerung Dresdens wird voraussichtlich bis 2030 auf etwa 582 000 Einwohner weiter wachsen“, erklärt Oertel. Diese Prognose geht allerdings vom Bestand zum 30. Juni 2016 aus. Fraglich ist, ob sie nicht bald nach unten korrigiert werden müsste.

Somit wird Dresden im Vergleich der bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands wohl auch am Ende der aktuellen Wachstumsphase nicht an einer Platzierung unter den größten zehn Metropolen kratzen. Während sich Leipzig mit aktuell rund 590 000 Einwohnern in diesen Monaten anschickt, an Essen auf Rang neun vorbeizuziehen, dürfte Dresden noch hinter dem ebenfalls leicht wachsenden Bremen, aber deutlich vor Nürnberg, bis auf Weiteres auf Platz zwölf verbleiben. In der Stadt an der Pleiße werden für 2030 sogar 700 000 Einwohner prognostiziert.

Dabei hatte Dresden seit dem 18. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs immer zu den zehn größten deutschen Städten gehört, teils sogar zu den größten fünf, auch wenn Leipzig bereits vor 110 Jahren dauerhaft an der sächsischen Landeshauptstadt vorbeizog. Dann kamen die Luftangriffe vom 13. Februar – und kurz danach der Tiefststand des 20. Jahrhunderts. Zum 30. April 1945 lebten nur noch 368 519 Menschen in Dresden. Mittlerweile sind es wieder fast exakt 50 Prozent mehr. Damit wurde auch der Rekordwert aus der DDR-Zeit – 522 532 Einwohner waren 1983 auf allerdings noch viel kleinerem Stadtgebiet verzeichnet – deutlich übertroffen.

Von Stefan Schramm

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