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Dresden Lokales Der neue Geschäftsführer der Stadtwerke Dresden verfolgt ehrgeizige Ziele
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07:48 18.04.2018
Dr. Frank Brinkmann in der DREWAG-Zentrale am Hauptbahnhof. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Wenn das mal kein Einstand ist: Auf einer Sondersitzung stellte sich der neue DREWAG-Geschäftsführer, Enso-Vorstand und TWD-Geschäftsführer Frank Brinkmann den DREWAG-Aufsichtsräten vor. Die Vorstellung ging angesichts der zu stellenden Weichen fast ein bisschen unter: Der Aufsichtsrat beschloss den Neubau eines Kraftwerkes auf dem Gelände des Innovationsstandortes in Reick für knapp 100 Millionen Euro, was die größte Einzelinvestition der DREWAG nach dem Jahr 2000 ist.

„Wir dürfen die Region nicht aus den Augen verlieren“

Brinkmann steht seit Jahresbeginn an der Spitze des Stadtkonzerns TWD und der beiden Versorgungsunternehmen. „Das neue Kraftwerk ist für diese Industrieregionen sehr wichtig“, sagt er, „wir brauchen flexible Einheiten, die Spannungsschwankungen ausgleichen und schwarzstartfähig sind.“ Versorgungssicherheit ist angesichts des Vormarschs der erneuerbaren Energien ein zentrales Thema in der Energiewirtschaft. Sollte es einen flächendeckenden Stromausfall geben, könnte Reick aus eigener Kraft starten, Strom produzieren und damit dann das andere Kraftwerk an der Nossener Brücke anfahren. Damit könnten die Stadtwerke ein Inselnetz betreiben, was für die hiesige Wirtschaft und die Bürger Sicherheit bedeutet.

Ein Inselnetz, das nach Brinkmann langfristig nicht nur Dresden umfassen sollte. Brinkmann ist es gewohnt, in Regionen zu denken. An seinen bisherigen Stationen vor allem im Rheinland und Ruhrgebiet sei es nie um eine einzelne Stadt, sondern immer auch um das Umland gegangen. „Wir dürfen die Region nicht aus den Augen verlieren“, sagt der 51-jährige promovierte Energieexperte. Er habe sich längst bei den Landräten im Einzugsgebiet der Enso vorgestellt.

Region heißt für Brinkmann auch, die Fusion zwischen DREWAG und Enso voranzutreiben. Die Unternehmen wollen zusammengehen, die Betriebsräte wollen es, aber eine Fusion muss auch von Anteilseignerseite gewollt sein und es geht auch noch um die Auflösung eines Gewerbesteuerstreits zwischen Dresden und den Kommunen in der Region. „Das liegt nicht in meiner Hand. Ich kann nur die Impulse dafür setzen, dass man die Vorteile einer Fusion sieht“, sagt er. „Und hier ist noch sehr viel zu tun.“

Glasfaser ist unabdingbare Infrastruktur von morgen

Das Geschäft strategisch weiter voran zu bringen, sieht Brinkmann mindestens als ebenso wichtig an, wie die Fusionspläne, die zweifelsohne wirtschaftlichen Sinn ergeben würden.

2017 haben TWD, DREWAG und Enso hervorragende Ergebnisse erzielt, aber Brinkmann sieht die Unternehmen längst nicht auf dem Zenit ihres Schaffens, sondern in einem Wandlungsprozess wie die ganze Branche. „Ich sehe Themen, die wir angehen müssen“, meint er und formuliert gleich das Ziel: „Ich sehe uns nicht nur als Versorger, sondern insbesondere auch als Infrastrukturbetreiber.“ Zudem gehe es darum, Bedürfnisse von Kunden zu befriedigen, anstatt nur Produkte zu verkaufen. „Wir haben einiges an Glasfaserkabel verlegt, aber die Endkunden werden von anderen betreut“, stellt Brinkmann fest und formuliert die Ansage: „Beim Thema Breitband muss sich etwas ändern. Glasfaser ist unabdingbare Infrastruktur von morgen – hier möchten wir präsenter sein.“

DREWAG und Enso hätten den Vorteil, tief in den Kommunen verwurzelt zu sein. „Das dürfen wir aber nicht verspielen, indem wir die Kunden aus dem Fokus verlieren“, mahnt Brinkmann. Hier müssten sich die Unternehmen anders aufstellen, flexibler und schneller Entscheidungen treffen und vor allem vor Ort sein und das explizit auch in der Region.“ Schnelle Entscheidungen seien nur im Miteinander möglich. Die Energiebranche entwickle sich in einem rasanten Tempo, das die Entscheidungsebenen eines regionalen Versorgungs- und – das betont der Geschäftsführer – Dienstleistungsunternehmens – mitgehen müssten.

Thema "Smart City" auf der Agenda

Innovation und Digitalisierung seien Stichworte, die in den Unternehmen mit Leben erfüllt werden müssten. „Der Wettbewerb auf diesen Feldern findet bundesweit statt. Wir müssen uns behaupten.“ Wenn es beispielsweise um die Thematik „Smart City“ gehe, sollte das Stichwort DREWAG schnell fallen, meint Brinkmann. „Mit der einmaligen Forschungslandschaft in Dresden haben wir alle Voraussetzungen dafür, Maßstäbe zu setzen“, glaubt er.

Stadtwerke Dresden, Energieversorgung Ostsachsen und Technische Werke Dresden in einer Hand – diese Konstellation hält der Manager für äußert vernünftig. „Das gibt es nicht in jeder Stadt. Es sorgt aber dafür, dass es ein Miteinander und kein Gegeneinander gibt.“ Der Manager hat es schon anders erlebt, etwa in Dortmund, wo wie in Leipzig bei der Holding und dem Energieunternehmen unabhängige Managementstrukturen etabliert wurden, was extreme Reibungsverluste erzeugen kann. In Dresden habe er „hochinteressante, spannende Unternehmen“ übernommen, sagt Brinkmann. „Ich sehe es als große Herausforderung.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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