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Lokales Eine Wildbienenart galt seit Jahrzehnten als ausgestorben – nun ist sie wieder heimisch
Dresden Lokales Eine Wildbienenart galt seit Jahrzehnten als ausgestorben – nun ist sie wieder heimisch
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16:19 05.07.2018
Ein weibliches (l.) und ein männliches Exemplar von „Flocki“ und ihre Lieblingsnahrung: die Flockenblume. Quelle: Christin Grödel
Dresden

Sie galt jahrzehntelang als ausgestorben, nun ist sie wieder da: die Flockenblumen-Blattschneiderbiene, oder kurz „Flocki“ – und zwar weil Bagger 2016 zur Errichtung des Weißeritz-Grünzugs anrückten und Experten die kleine Imme zufällig in Bauschutthügeln entdeckten.

Um die 1930er Jahre wurde zum letzten Mal ein Exemplar dieser Wildbienenart in Dresden-Coschütz gesichtet, dann war „Flocki“ von der Bildfläche verschwunden. Damit sie wieder dauerhaft Teil der Dresdner Insektengemeinschaft sein kann, hat sich das Umweltamt gemeinsam mit dem Imkerverein ins Zeug gelegt und ein schnittiges Zuhause entlang des Weißeritz-Grünzugs geschaffen: drei mit sandigem Lehm und flachen Sandsteinen gefüllte Drahtgerüste, die in U-Form aufgestellt sind.

Ideale Bedingungen für eine Flockenblumen-Blattschneiderbiene. Die, der Name sagt es bereits zum Teil, nistet nämlich mit Vorliebe in Hohlräume wie Ritzen und Spalten, die sie mittels Blattabschnitten zu zigarrenförmigen Brutzellen umfunktioniert. Die Brut wiederum, und jetzt erschließt sich der Name vollends, hat es besonders auf die Pollen der Flockenblume abgesehen. Die gibt es auf der Wiese des neuen Heims zuhauf, weitere Pflanzen sollen hinzukommen, wenn die anhaltende Trockenheit mal eine Pause einlegt.

Weitere „Flocki“-Details: Die Wildbiene nistet nicht in einem Insektenstaat, vielmehr baut jedes Weibchen eigene Nester und kümmert sich allein um die Pflege des Nachwuchses. Sie ist etwas kleiner und dunkler als die Honigbiene. Und: Die Flockenblumen-Blattschneiderbiene sticht nicht und ist damit völlig ungefährlich. Das dürfte vor allem die Kinder und Lehrer freuen, die in ein neues Schulgebäude ziehen werden, das auf dem benachbarten ehemaligen Kohlebahnhof entsteht.

So positiv die Rückkehr von „Flocki“ auch ist, verhehlen kann sie den Rückgang der Artenvielfalt nicht. „Von den 411 Wildbienenarten in Sachsen sind zwei Drittel vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben“, verdeutlicht Tino Lorz, Vorsitzender des Imkervereins Dresden. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Biene sucht Blüte“ hat der Verein deshalb einen Bienenlehrpfad konzipiert, um der Imme mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Bis 2020 sollen 60 Stationen installiert werden.

Von Christin Grödel

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