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Lokales Eine Stimme gegen Armut: Dresdner Studentin engagiert sich für Afrika
Dresden Lokales Eine Stimme gegen Armut: Dresdner Studentin engagiert sich für Afrika
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14:05 06.02.2018
Ayla Akgün  Quelle: One Deutschland
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Dresden

 Einer Prinzessin die Hand schütteln, mit einer ehemaligen Premierministerin plaudern und mit der Rechtsberaterin von Google Deutschland Meinungen austauschen: Was so manchen Berufspolitiker eine ganze Woche beschäftigt, dass hat Ayla Akgün alles an einem Montag absolviert. Die Dresdner Studentin ist seit fast einem Jahr One-Jugendbotschafterin und setzt sich für Entwicklungshilfe ein.

„Es hat mich schon immer emotional berührt, dass extreme Armut existiert“, erklärt Akgün. Ausschlaggebend für ihr Engagement war die Flüchtlingskrise. Ihre Familie – die 21-Jährige stammt aus Remscheid – betreut einen Flüchtling aus Afghanistan. „Mit wurde klar: Jetzt möchte ich auch aktiv werden und einen Beitrag leisten.“ Akgün wandte sich an One, eine Lobby- und Kampagnenorganisation, die durch politische Arbeit gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten in armen Ländern mehrheitlich in Afrika vorgehen will. Einflussnahme statt Geld oder praktischer Hilfe – für die 21-Jährige eine logische Entscheidung. „Als Studentin habe ich wenig Geld. Was ich am stärksten nutzen kann, ist meine Stimme und meine Zeit.“

Ayla Akgün, Anne Wizorek (Bloggerin), Prinzessin Mabel van Oranje (Vorsitzende „Girls Not Brides), Gayle Smith (ONE-Präsidentin), Julia Gillard (GPE-Vorsitzende), Ingrid Hamm (Kuratorium Karl-Schlecht-Stiftung), Sabine Frank (polit. Beraterin Google Deutschland) und Juliane Rosin (Leiterin Women20) beim Female Leaders Lunch (v.l.). Quelle: ONE Deutschland

Am Montag, dem 22. Januar zum Beispiel nahm Ayla Akgün in Berlin an einem Treffen weiblicher Führungspersönlichkeiten im Vorfeld der Finanzierungskonferenz der Globalen Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education, GPE) teil, dem „Female Leaders Lunch“. Mit ihr unter den Gästen: Prinzessin Mabel von Oranje, Vorsitzende der Organisation „Girls Not Brides“, die ehemalige australische Premierministerin Julia Gillard, heute Vorstandsvorsitzende der GPE und auch Juristin Sabine Frank von Google Deutschland. „Das Treffen war ein Austausch von Blickwinkeln und Perspektiven aus unterschiedlichen Branchen und durch die prominente Beteiligung auch ein Zeichen an die Bundesregierung“, erklärt Akgün.

Im Vorfeld der Bundestagswahl wiederum initiierte One die Kampagne „Mund auf gegen Armut“ mit dem „Artikel One“, der für die Überzeugung steht, dass jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Würde hat. Ayla Akgün und ihre Mitbotschafterinnen trafen zahlreiche zur Wahl stehende Abgeordnete, die diesen „Artikel One“ unterschrieben und unterstützen. Aktuell haben 39 Prozent der jetzt im Bundestag sitzenden Abgeordneten das getan.

Gemeinsam mit 219 anderen Jugendbotschafterinnen war die Studentin im Oktober auch beim EU-Parlament in Brüssel zu Gast. Dort wurde zum Zeitpunkt gerade über das EU-Budget verhandelt. Akgün und ihre Kollegen setzten ein deutliches Zeichen für die Erhöhung der EU-Hilfen an von Armut und Krankheit bedrohte Länder.

ONE

Sitz: Washington, D.C.

Gründung: 2004

Gründungsmitglieder: Bono, Bob Geldof, Bobby Shriver, Jamie Drummond, Lucy Matthew

Budget: 36,2 Millionen US-Dollar (Stand: 2015)

Mitarbeiter weltweit: 163 (Stand: 2015)

Jugendbotschafter von One kommen also ganz schön rum. Die Reisekosten übernimmt die Organisation. „Es ist eine tolle Möglichkeit, etwas zu bewegen. Man sollte sich aber im Vorfeld genau überlegen, ob man sich die Zeit dafür nehmen möchte“, erklärt Ayla Akgün. Die junge Frau nimmt extrem viel Erfahrung für ihr Studium der Internationalen Beziehungen in Dresden mit. „Bei der Auftaktveranstaltung lernten wir zum Beispiel, wie man mit Politikern oder der Presse redet.“ Auch der Besuch des EU-Parlaments sei eine tolle Erfahrung gewesen, die sie weiter bringt. Unerlässlich für Treffen wie das am Montag oder Meetings mit Jugendbotschaftern aus der ganzen Welt ist allerdings gutes Englisch.

Ayla Akgün ist noch neu in Dresden, wohnt erst seit Oktober in der sächsischen Landeshauptstadt. Künftig will sie auch dafür sorgen, One hier bekannter zu machen, durch Info-Stände beispielsweise. Allerdings ist sie die einzige One-Botschafterin in Dresden und ganz Sachsen. „Es wäre schön, wenn sich das ändert“, meint sie. Ihrem ersten Jahr als Jugendbotschafterin will die Studentin gerne noch ein weiteres Jahr folgen lassen. „Ich möchte meine Erfahrung weitergeben.“ Wer möchte und zwischen 18 und 35 Jahren alt ist, kann sich noch bis 11. Februar ebenfalls als Jugendbotschafter bewerben.

www.one.org/de/mach-mit/jugendbotschafter

Von Franziska Schmieder

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