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Eine Ausstellung zeigt Briefe, Kleidung und Kunst von Serienmördern

Museum of Madness in Dresden Eine Ausstellung zeigt Briefe, Kleidung und Kunst von Serienmördern

Das Nachthemd, das die siebenfache Mörderin Aileen Wuornos im Todestrakt in Florida bis zu ihrer Hinrichtung im Jahr 2002 trug, wird in einem Privathaus in Hamburg aufbewahrt. Am 15. Juli ist es zusammen mit einigen anderen Gegenständen, die in Verbindung zu Serienkillern stehen, in Dresden in einer Ausstellung zu sehen.

Aileen Wuornos (1956-2002) tötete in den USA mindestens sechs Männer. Im Florida State Prison trug sie bis zu ihrer Hinrichtung dieses Nachtgewand.

Quelle: privat

Dresden. Das Nachtgewand, das die siebenfache Mörderin Aileen Wuornos im Todestrakt in Florida bis zu ihrer Hinrichtung im Jahr 2002 trug, wird in einem Privathaus in Hamburg aufbewahrt. Dort lagern auch handschriftliche Briefe aus der Feder des 28-fachen Mädchenmörders Ted Bundy. Und der Schöpfer des Bildes „Goodbye Pogo“, das einen bunten Clown mit Luftballons zeigt, heißt John Wayne Gacy - ein 33facher Mörder mit dem Spitznamen „Killer Clown“. Es sind Unikate aus der nach eigenen Angaben größten Serienmörder-Privatsammlung Europas.

Tony Meuer

Tony Meuer

Quelle: Till Mirabeau

Am 15. Juli werden einzelne Ausstellungsstücke in Dresden unter dem Titel „Museum of Madness“ gezeigt. Verantwortlich dafür ist Tony Meuer. Der Dresdner betreibt auf Facebook die Seite „Serienkiller“ mit fast 2.000 Followern. Psychologie faszinierte ihn schon immer und „ganz besonders die extremen Bereiche“, berichtet der 25-Jährige. Nach einem Treffen mit der bekannten Kriminalpsychologin Lydia Benecke entdeckte er sein Faible für Serienkiller und tritt mit dem Besitzer der Hamburger Sammlung in Kontakt. Und die beiden sind mit ihrem Interesse nicht allein. „Die True-Crime-Szene, in Amerika schon lange groß, schwappt langsam nach Europa“, erklärt der Dresdner. In den USA sind Mörder bisweilen regelrechte Stars, was auch am offensiven Umgang der dortigen Polizei und Presse mit sensiblen Tatdetails liegt. „Die deutsche Bevölkerung ist für so etwas zu schreckhaft“, mutmaßt Meuer.

Auch wenn Charles Manson, Jeffrey Dahmer und Co. weltweit bekannt sind: An ihre Kleidung, ihre Kunstwerke und ihre Briefe zu kommen, ist weder einfach noch billig. Um den Handel mit den morbiden Einzelstücken hat sich eine kleine Industrie gebildet. Einer der bekanntesten Anbieter ist Serial Killers Ink. Im Angebot: Ein Foto von Jerry Stano, verurteilt wegen 22 Morden, für 8 Dollar. Die Liste mit Gefängnisadressen von Serienkillern gibt es für 12 Dollar –der Sammlungsinhaber aus Hamburg führt selbst solche Korrespondenzen. Ganze 8.000 Dollar soll eine selbstgemalte Zeichnung Ed Geins – zweifacher Mörder und Leichenschänder – kosten. Dem Preis sind nach oben keine Grenzen gesetzt.

John Wayne Gacy (1942-1994), der 33 Jungen und junge Männer ermordete und vergewaltigte, malte im Gefängnis dieses Bild mit Clown

John Wayne Gacy (1942-1994), der 33 Jungen und junge Männer ermordete und vergewaltigte, malte im Gefängnis dieses Bild mit Clown. Der Serienmörder näherte sich seinen Opfern in Verkleidung als „Pogo der Clown“.

Quelle: privat

20 Einzelstücke aus der Hamburger Sammlung werden in Dresden zu sehen sein. Hinzu kommen Psychiatrie-Utensilien wie Zwangsjacken und historische Tatort-Fotos, die 2016 von der New Yorker Polizei freigegeben wurden. Die Fotos sind zwar schwarz-weiß aufgenommen, aber deshalb nicht weniger drastisch. Ein Teil der Schau wird darum abgetrennt und nur nach vorherigem Hinweis und Alterskontrolle zu sehen sein. Die Einnahmen aus der eintägigen Ausstellung werden für Gewaltopfer gespendet. „Damit machen wir aus Niederträchtigkeit etwas Gutes“, erklärt der Initiator und ergänzt: „Wir verherrlichen die Taten nicht, wollen aber zeigen: Das ist der Abgrund der Menschheit.“

Und der Nachschub wird den Serienkiller-Fans nicht so schnell ausgehen. Nach Schätzungen des FBI sind in den USA ständig bis zu 50 Serienmörder aktiv. Die Gegebenheiten sind günstig: anonyme Großstädte, viele Highways und einsame Gegenden. Einzelstücke von deutschen Tätern hingegen spart die Schau aus. Sie sind seltener, wesentlich schwerer zu bekommen und damit auch teurer. Sollte die Ausstellung im Juli gut laufen, werden Meuer und sein Hamburger Kollege definitiv weitere Schauen organisieren – dann auch mit deutschen Unikaten.

„Museum of Madness“: 15. Juli, 12 bis 22 Uhr im Kellerklub GAG 18, Fritz-Löffler-Straße 16; Eintritt: 5 Euro.

Von Franziska Schmieder

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