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Lokales Ein bisschen Weltkulturerbe für Dresden? Genossenschaften stehen auf der Bewerberliste
Dresden Lokales Ein bisschen Weltkulturerbe für Dresden? Genossenschaften stehen auf der Bewerberliste
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23:34 09.09.2015
Max Radestock Quelle: ZdK
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Am Montag wurde die Bewerbung bei der Unesco eingereicht, die 2016 über die Aufnahme in die internationale Liste entscheidet.

Die Nominierung ist auch für Dresden ein großer Gewinn, denn die Genossenschaften haben eine beachtlich lange Geschichte, die sowohl in Sachsen, aber ganz speziell auch in Dresden spielt.

Hermann Schulze-Delitzsch aus dem sächsischen Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus dem rheinland-pfälzischen Weyerbusch gelten als die Gründerväter des Genossenschaftswesens. Schulze-Delitzsch gründete 1849 eine Schuhmachergenossenschaft und setzte sich als Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus für die Einführung eines Genossenschaftsgesetzes in Preußen und im Norddeutschen Bund ein. Raiffeisen gründete 1854 als Bürgermeister der Bürgermeisterei Flammersfeld den "Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte". Die Bauern sollten teilhaben am Fortschritt. Dafür brauchten sie Kredite, für die die Vereinsmitglieder gemeinsam bürgten. Das Konzept der geteilten Kosten, Einnahmen und Risikobewältigung ging auf. Heute sind 17 Millionen Deutsche zum Beispiel über die Wohnungs- und Stromanbieter, Banken, Schulen oder das Gesundheitswesen Mitglieder in rund 5300 Genossenschaften. In der DDR war ein Großteil des Landwirtschafts- und Produktionssektors genossenschaftlich organisiert.

Auch in Dresden wurde 1882 mit der Gründung des ersten sächsische Konsumvereins auf der Konkordienstraße in Pieschen Genossenschaftsgeschichte geschrieben. Für die Gründung des nationalen Zentralverbandes deutscher Konsumvereine erarbeitete der Geschäftsführer, Max Radestock, den Satzungsentwurf des neu zu gründenden Zentralverbandes. 1903 fand in Dresden die Gründungsversammlung statt. Das Konsummodell wurde in der DDR weitergeführt. Auch die heutigen Konsummärkte in Dresden können sich mit dieser Geschichte identifizieren. "Die Dresdner Konsum Genossenschaft steht ganz in der Tradition dieser auf Solidarität, Solidität und Nachhaltigkeit fußenden Idee", erklärt der Vorstandsvorsitzende Gunther Seifert.

Also hat Dresden doch wieder ein Weltkulturerbe. Leider keines zum Anfassen oder mit schöner Aussicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2015

Hauke Heuer

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