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Lokales Ein Teufelskreis: Drogen, klauen, Knast
Dresden Lokales Ein Teufelskreis: Drogen, klauen, Knast
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10:16 12.07.2016
   Quelle: Archiv
Dresden

 Die Ärzte und der Pflegedienst auf der Hochschulstraße werden oft von ungebeten Gästen heimgesucht, die Praxen und Geschäftsräume durchwühlen und stehlen, was nicht niet-und nagelfest ist. Für das Personal immer wieder eine Katastrophe: die Räume sind verwüstet, medizinische Geräte fehlen und die Patienten müssen lange warten, bis der Betrieb wieder normal läuft. „Da ist ständig etwas los. Ich habe da schon den Überblick verloren“, sagte gestern eine betroffenen Allgemeinmedizinerin. Einer, der sich dort bediente, war Robert-Sebastian F., der durch die Hintertür in die Praxis einstieg und Geld, ein Blutzuckermessgerät und ein Lungenfunktionsgerät klaute. Die Ärztin war nicht das einzige Opfer seiner Diebestouren. Der 40-Jährige ist da seit Jahren gut unterwegs, wurde mehrmals verurteilt, saß in Haft und stand gestern wieder einmal wegen Diebstahls vor dem Amtsgericht.

Neben der Arztpraxis war der Angeklagte im Juli 2014 in das ehemalige Restaurant „Schnitzelgarten“ auf der Gewandhausstraße eingestiegen, hatte 550 Euro aus der Kasse, ein Navi und den Schlüssel für ein Auslieferungsauto geklaut. Mit dem Smart fuhr er dann nach Wilsdruff und ließ den auffällig beklebten „Schnitzelflitzer“ dort stehen. In einem Blumenladen auf der Großenhainer Straße knackte er den Tresor und verschwand mit 900 Euro Bargeld. Am Tresor einer Bäckerei auf der selben Straße war er zuvor gescheitert, hinterließ allerdings erheblichen Sachschaden. Pech hatte der Seriendieb auch im Juli vergangenen Jahres bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus auf der Forststraße. In der Annahme, die Bewohner seien nicht zu Hause, marschierte er durch eine offenen Kellertür in das Gebäude und nahm aus einem Schubkasten eine Geldbörse. Als er merkte, dass die Bewohner doch zu Hause waren, flüchtete er,ließ aber seine Trinkflasche zurück. Über die DNA kam man ihm auf die Spur.

Robert-Sebastian F. räumte die Taten ein. Mit den Diebstählen habe er sich seinen Drogenkonsum finanziert, ließ er seine Verteidigerin erklären. Er sei auf der Suche nach Bargeld oder Dingen gewesen, die man gut verkaufen könne. Das Lungenfunktionsgerät aus der Arztpraxis hatte er dummerweise für einen Laptop gehalten. So richtig genau konnte er sich an die einzelnen Taten nicht erinnern. Der 40-Jährige nimmt seit 20 Jahren Crystal und die Drogen haben ihre Spuren hinterlassen. Der Angeklagte hat zwar schon zwei Langzeittherapien hinter sich, ist aber immer wieder rückfällig geworden – und mit den Drogen begann auch die Klauerei wieder – ein Teufelskreis. Sein Strafregister spricht Bände. Gestern kam ein neuer Eintrag hinzu. Robert-Sebastian F. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der Dieb, der rigoros andere Leute beklaut und deren Geld und Eigentum stiehlt, ist bei seinen Sachen ziemlich pingelig. Da wurde gestern lange um mehrere Marken-Sportschuhe und zahlreiche Schlüsselbunde, die bei einer Wohnungsdurchsuchung als Beweismittel konfisziert wurden, diskutiert. Die Schuhe bekam er zurück, die Schlüssel vorerst nicht.

Von Monika Löffler

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