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Lokales Ein Stückchen Leben - Dank neuer Gesetzeslage bescheinigt das Dresdner Standesamt auf Wunsch Fehlgeburten
Dresden Lokales Ein Stückchen Leben - Dank neuer Gesetzeslage bescheinigt das Dresdner Standesamt auf Wunsch Fehlgeburten
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17:34 09.09.2015

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Jetzt steht sein Name schwarz auf weiß in einem Aktenordner im Standesamt der Stadt Dresden - der Beweis, dass er existiert hat. Seit gut einem Jahr können Mütter sich vom Standesamt eine Bescheinigung über eine Fehlgeburt ausstellen lassen. Das betrifft das unge- borene Leben oder eine Fehlgeburt vor Vollendung des sechsten Schwangerschaftsmonats, bei einem Gewicht des Kindes von weniger als 500 Gramm. Seit der Änderung des Personenstandsgesetzes im Mai 2013 haben Eltern die Möglichkeit, auch sogenannte Sternenkinder beim Standesamt aufnehmen und sich eine Bescheinigung ausstellen zu lassen.

Und es scheint vielen betroffenen Dresdner Familien ein wichtiges Bedürfnis zu sein, dieses symbolische Dokument in ihren Händen zu halten. Für 49 Sternenkinder hat das Sachgebiet für Geburten und Sterbefälle seither eine Bescheinigung ausgestellt. Eine Eintragung in ein Personenstandsregister erfolgt damit nicht, es geht ausschließlich um die Bewältigung des Trauerschmerzes. "Wir versuchen es so zu machen, dass es für die Eltern nicht zu schmerzhaft wird", erklärt Standesamtsleiter Frank Neubert.

Das heißt, die Mitarbeiterin des Sachgebietes agiert hier besonders feinfühlig und möglichst unbürokratisch - also ohne lange Wartezeiten. "Der Weg zu mir ist für die Betroffenen schon eine große Hürde und ich glaube, viele haben kurz davor wieder auf dem Absatz kehrt gemacht", sagt Standesbeamtin Mandy Kaergel. Egal, wie lange die Fehlgeburt zurückliegt, die Erinnerung daran tut weh.

Die Bescheinigung ähnelt in ihrem Aufbau einer Geburtsurkunde, mit vorgesehenem Kindesnamen, Geschlecht des Kindes und Geburtsdatum, inklusive dem Dienstsiegel des Standesamtes der Landeshauptstadt Dresden. "Aber die Bescheinigung hat keine Rechtswirkung nach außen, sie ist lediglich für die persönlichen Unterlagen gedacht", betont Kaergel. Dementsprechend existieren auch andere Maßstäbe als bei der Ausfertigung einer Geburtsurkunde. Für die Ausstellung haben die Eltern ihre Identität nachzuweisen sowie die Tatsache, dass eine Fehlgeburt stattgefunden hat, glaubhaft zu machen. Das kann zum Beispiel anhand von Einträgen im Mutterpass oder Bestätigungen von Ärzten oder Hebammen geschehen. Für die Erstellung des Dokuments für das Sternenkind gibt es weder ein für den Embryo festgeschriebenes Mindestgewicht noch eine Anzeigefrist. Kaergels bisher ältester Fall ist aus dem Jahr 1979.

Eine normale Geburtsurkunde wird 110 Jahre beim Standesamt archiviert. Wie lange die Daten über Sternenkinder aufbewahrt werden, ist noch nicht geklärt.

Standesamt, Sachgebiet Geburten und Sterbefälle, Provianthofstr. 7, Tel.: 4 88 67 40, E-Mail: standesamt-geburten@dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.08.2014

Madeleine Arndt

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