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Lokales Ein Stolperstein für den früheren DNN-Chefredakteur
Dresden Lokales Ein Stolperstein für den früheren DNN-Chefredakteur
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08:49 22.08.2016
Julius Ferdinand Wollf leitete von 1903 bis 1933 die Dresdner Neuesten Nachrichten. Quelle: Archiv
Dresden

An Julius Ferdinand Wollf, den früheren DNN-Chefredakteur, und seine Frau Johanna Sophie soll künftig je ein Stolperstein erinnern. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt am Mittwoch, 21. September, in Dresden weitere 21 dieser zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit Messingplatten darauf. Die Dresdner Neuesten Nachrichten übernehmen die Patenschaft über den Gedenkstein für Wollf. Die Steine für ihn und seine Frau werden auf dem Fußweg an der Franz-Liszt-Straße 6 in Strehlen verlegt – dem letzten selbst gewählten Wohnort der Eheleute.

Julius Ferdinand Wollf, muss man wissen, war Theaterkritiker, Verleger und Chefredakteur. Er leitete von 1903 bis 1933 die Dresdner Neuesten Nachrichten. „Als Freund und Biograf Karl August Lingners engagierte er sich für den Bau des Hygiene-Museums und die hygienische Aufklärung“, heißt es im „Buch der Erinnerung. Juden in Dresden: Deportiert, ermordet, verschollen“. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Wollf, der Christ jüdischer Abstammung war, Abschied nehmen von der DNN und alle öffentlichen Ämter niederlegen. SS-Leute drangen in seine Wohnung ein und zerstörten seine Porzellansammlungen. Am 1. März 1942 nahmen sich Wollf und seine Frau Johanna Sophie das Leben.

Die mit wenigen Worten versehenen Stolpersteine sollen an jene Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, in den Selbstmord getrieben oder ermordet wurden. 200 solcher Steine hat Demnig seit 2009 in Dresden verlegt. 56 000 gibt es in ganz Europa. „Außer den beiden Wolffs bekommen am 21. September beispielsweise auch der kommunistische Widerstandskämpfer Arthur Weineck, der Homosexuelle Hans Nagelstock und der linke Schauspieler Hans Otto Stolpersteine“, berichtet Ronny Geißler, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Stolpersteine für Dresden e.V. Ganz oft würden Angehörige jüdischer Opfer die Verlegung eines Gedenksteins anregen, weil es keine Grabsteine ihrer im KZ umgekommenen Verwandten gibt. Enkel und Urenkel aus den USA, aus Israel und Kanada seien deshalb schon in Dresden gewesen. „Im Falle Wollfs hat sich der Schwiegersohn Rafi Siano an uns gewandt, der in Israel lebt“, so Geißler. Die Grabstätte der Wollfs befindet sich auf dem Neuen Jüdischen Friedhof an der Fiedlerstraße.

Von Katrin Richter

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