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Dresden Lokales Ein Orangenbäumchen für die Dresdner
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18:25 16.05.2018
Die Orangenbäumchen kehren in den Zwinger zurück. Quelle: Sebastian Kahnert/ZB
Dresden

 Mit einem Umzug und einem barocken Fest wird am Sonnabend im Zwinger der Wiedereinzug der Orangen gefeiert. Denn dann haben die Bäumchen, die den Winter bei 5 bis 8 Grad in der Orangerie im Barockgarten Großsedlitz verbrachten, wieder an ihrem Sommerstandort in der Dresdner Altstadt Aufstellung genommen.

 August der Starke liebte Orangen

Die übermannshohen Gehölze in blau-weiß gestreiften Kübeln vor historischer Kulisse sind nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein Stück wieder lebendig gewordene Geschichte. Denn 1710 hatte August der Starke erstmals einige hundert Orangenbäume aus Italien im Zwinger aufstellen lassen. Seine Leidenschaft für diese Zitrusgewächse leitete in Dresden die Orangeriekultur ein. Nach 137 Jahren Pause kehrten 2017 die Orangen erstmals in den Zwinger zurück.

Für alle Bäumchen Paten gefunden

80 Bäumchen hatten die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) 2013 in Italien gekauft und zunächst in Großsedlitz aufgezogen. 76 Stück stehen nun im Zwinger. Und für sie alle sind jetzt Paten gefunden.

Ein solcher kann man für eine Spende von 2500 Euro werden. Mit diesem Geld sind die Pflegekosten für fünf Jahre gesichert. Die letzte Patenschaft, die jetzt im Rahmen des Projektes vergeben wird, übernehmen symbolisch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dresden. Das Geld kam durch den Verkauf der Lose für die Tombola zusammen, die der Schlösserbetrieb am 25. März zur Saisoneröffnung im Großen Garten veranstaltet hatte.

Orangeur Karsten Otto und Gärtnerin Juliane Gestrich überprüfen den festen Stand der Orangenbäume. Quelle: Anja Schneider

Die vier übrigen Orangenbäumchen bekommen keinen Paten. Sie sollen in Großsedlitz als Reserve bleiben – falls doch mal eine Pflanze ausfällt. Natürlich tun die Orangeure und Gärtner alles, damit es den Gehölzen gut geht und das nicht passiert.

Pflanzen mit Ankern und Seilen gesichert

Damit die Kübelpflanzen nicht mutwillig oder von einem Sturm umgeworfen werden können, sind sie mit Ankern im Boden befestigt. Zudem sorgen gespannte Seile dafür, dass der Wind die Bäume nicht abbrechen kann, wenn er in die Kronen fährt.

Zweimal im Jahr Rückschnitt

Geschnitten werden diese zwei Mal pro Jahr. „Einmal im Juni/Juli und dann noch einmal kräftig im März, damit sich die Äste besser verzweigen und die Kronen dichter werden“, erklärt Orangeur Karsten Otto. Seitdem haben die Bäumchen schon wieder kräftig ausgetrieben, manche zeigen sogar Blüten.

Warum der Austrieb bei den einzelnen Pflanzen unterschiedlich ist, erklärt Karsten Otto mit dem Standort im Winterquartier. „Sie stehen dort in Dreierreihe, die letzte hat zu den Fenstern einen Abstand von fünf Metern. Das macht sich dann eben doch bemerkbar.

Warum Anfang des Jahres einige Bäume übermäßig viele Blätter fallen ließen, dafür konnten die Gartenfachleute keine Erklärung finden. „Wir haben Proben ins Labor geschickt, aber nichts gefunden“, so Otto.

Fest für die Orangen

Barockes Fest am Sonnabend, 19. Mai. Ab 11 Uhr gibt es gastronomische Angebote im Zwingerinnenhof. 14.30 Uhr startet im Stallhof der große Festumzug. Er macht am Taschenbergpalais Station und präsentiert kleine Spielszenen und barocke Tänze. Dann geht es in den Zwinger.

Dort laden zahlreiche Künstler und Aktionen ein. Zu erleben sind Bernhard Schareck vom Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V. als Hof- und Zeremonienmeister, Andreas Höffken als Hofnarr Fröhlich, die „Dresdner Hofdamencircle“ mit barocken historischen Gewändern von Jutta Nestler, die Tanzgruppe „Trianon“ aus St. Petersburg, die famosen Stelzenläufer vom „STILTLIFE StreeTTheater“ unter der Leitung von Annette Hildebrand, die Thüringer Hofmusikanten und die Band „Envivo“ zum Ausklang des barocken Nachmittages.

Das Fest und den festlichen Umzug veranstaltet die SBG gGmbH mit Unterstützung durch den Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V. und den Barock in Dresden e.V.

Von Catrin Steinbach

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