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Ein Jahr Männerschutzwohnung – Das Pilotprojekt zieht Bilanz

Männerschutzwohnung Ein Jahr Männerschutzwohnung – Das Pilotprojekt zieht Bilanz

Seit November 2016 ist die Erprobung von Schutzangeboten für gewaltbetroffene Männer im Gange. Die Männerschutzwohnungen stehen männlichen Opfern Häuslicher Gewalt und deren Kinder seit dem 1. Februar 2017 zur Verfügung.

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Kampagne Häusliche Gewalt gegen Männer. Quelle: Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen
 

Quelle: Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen

Dresden. Seit einem Jahr läuft nun das bundesweit fast einzigartige Pilotprojekt „Männerschutzwohnungen Sachsen“. Seit November 2016 ist die Erprobung von Schutzangeboten für gewaltbetroffene Männer im Gange. Die Männerschutzwohnungen stehen männlichen Opfern häuslicher Gewalt und deren Kindern seit dem 1. Februar 2017 zur Verfügung.

Auch Männer können Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum werden, betont Sascha Möckel, Mitarbeiter der Männerschutzwohnung. „Das muss als Botschaft verbreitet werden und hilft Männern konkret, unser Angebot zu finden und sich überhaupt erstmal auf den Weg zu machen.“

Die Wohnung war 2017 zu 62 Prozent ausgelastet. 12 Männer, davon elf Sachsen, fanden an 515 Belegungstagen mit ihren Kindern den Weg in den Schutzraum, 93 Männer kamen allein. Alle waren massiver häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Das Männernetzwerk Dresden e.V sieht sich als Träger des Projektes durch die hohen Zahlen in der Arbeit mit den betroffenen Männer bestätigt. Die große Auslastung zeige, dass Bedarf bestehe und wie notwendig die Einrichtung sei. Zusammen mit dem Partnerprojekt beim LE-MANN e.V. in Leipzig sind die sächsischen Männerschutzwohnungen die deutschlandweit ersten mit institutioneller Förderung durch das Sächsische Staatsministerium für Gleichstellung und Integration und den Kommunalen Sozialverband. Sie haben damit herausgehobenen Modellcharakter.

Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, betont: „Moderne Gleichstellungspolitik bedeutet für mich, Politik für Frauen und Männer zu machen.“ Besonders freue sie sich über die hohe Akzeptanz bei den von häuslicher Gewalt betroffenen Männern. Die Nachfrage sei groß, teilweise würden sogar noch mehr Plätze benötigt. Köpping ist auch das öffentliche Gesicht der Kampagne „Mann, Gib dich nicht geschlagen“ (www.gib-dich-nicht-geschlagen.de) der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen vom LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen. Die gute Öffentlichkeitsarbeit der Fachstellen zahle sich nun aus. Auch die Sozial- und Jugendämter, Polizei, Opferhilfeeinrichtungen und weiteren Beratungsstellen seien in diese Arbeit involviert und würden die Angebote empfehlen.

Doch noch liegt weiterhin viel Arbeit vor den Beratungsstellen und Hilfseinrichtungen, vor allem für 2018 hat man sich viel vorgenommen. Die Sensibilisierung für dieses Thema sei wichtig und müsse fortgesetzt sowie verstetigt werden, indem zum Beispiel nun auch Ärzte und Psychologen einbezogen würden. Für 2019 muss zudem auch eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden werden, damit dieses Projekt weitergeführt werden kann. Das Männernetzwerk hofft dabei auf eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung.

Von Carolin Seyffert

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