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Ein Fluss vollerunsichtbarer Gefahren - 29-Jähriger in Dresden tot aus der Elbe geborgen

Ein Fluss vollerunsichtbarer Gefahren - 29-Jähriger in Dresden tot aus der Elbe geborgen

Wer ein Bad in der Elbe nimmt, lebt gefährlich. Am Mittwochabend gegen 17 Uhr ist ein 29-Jähriger beim Schwimmen im Fluss zu Tode gekommen (DNN berichteten).

Das Ausflugsschiff der Sächsischen Dampfschiffahrt "August der Starke" war elbaufwärts in Richtung "Blaues Wunder" unterwegs, als der Kapitän direkt vor dem Bug einen Schwimmer bemerkte, der kurz darauf verschwand. Sofort machten sich drei Einsatzboote von Wasserschutzpolizei und Feuerwehr auf die Suche nach dem Mann. Dessen lebloser Körper trieb um 17.40 Uhr unterhalb des Johannstädter Fährgartens in der Elbe und wurde von den Einsatzkräften geborgen. Kurz vor dem Zusammenstoß soll der Kapitan noch versucht haben, dass Schiff abzubremsen.

Dass der junge Mann wirklich von dem Schiff überfahren wurde, wollte die Dresdner Polizei gestern nicht bestätigen. "Zwar wissen wir, dass der Kapitän einen Schwimmer gesehen hat, trotzdem kommen neben der Kollision mit dem Schiff noch andere Todesursachen, wie etwa Suizid, gesundheitliche Probleme oder Kollisionen mit anderen Booten in Betracht", sagt Polizeisprecher Marko Laske. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lorenz Haase mitteilt, sei bereits gestern eine Obduktion beantragt worden, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden (WSA) Klaus Kautz berichtet von den Ereignissen: "Wir sind sofort alarmiert worden und haben gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei die Sperrung der Elbe veranlasst.". Über den nautischen Informationsfunk gab das WSA die Elbsperrung bekannt. Eine Stunde später wurde die Leiche gefunden und die Schiffe konnten wieder fahren.

Die Sächsische Dampfschiffahrt wollte zu den Vorfällen keine Angaben machen. "Wir sind zutiefst betroffen. Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen", sagt die Unternehmenssprecherin Kerstin Träger. Um ihren Mitarbeiter zu schützen, will die Dampfschiffahrt die Identität des Kapitäns nicht preisgeben.

Direkt neben dem Fundort der Leiche liegt der Johannstädter Fährgarten. Hier hat man von den Ereignissen nicht viel mitbekommen. "Als auf einmal ein Helikopter landete, wussten wir, dass etwas passiert sein musste", sagt die stellvertretende Leiterin des Fährgartens Katharina Linke. Gerade an der gegenüberliegenden Mündung der Priesnitz sei oft zu sehen, wie Menschen in der Elbe baden, so Linke.

Auch wenn viele Dresdner gerade an heißen Sommertagen in der Elbe schwimmen gehen, dieses jüngste Ereignis zeigt, dass das kein ungefährliches Unterfangen ist. "Das Baden in der Elbe ist nicht verboten. Wegen der starken Strömung, der vielen Brücken, Strudeln und nicht zuletzt des Schiffsverkehrs ist die Elbe allerdings kein ungefährliches Badegewässer", sagt WSA-Leiter Kautz und fügt hinzu, "wer in der Elbe baden möchte, muss sich an die vom WSA veröffentlichten Regeln halten. Dazu gehört zum Beispiel, mindestens 100 Meter Abstand von Brücken zu halten".

Das Baden in der Elbe ist nicht nur gefährlich, es gibt auch keine offiziellen, geschweige denn bewachten Badestellen. "Die Elbe ist eine Wasserstraße und nicht zum Baden geeignet. Deshalb nehmen wir auch keine Proben und können keine Angaben zur Wasserqualität machen", sagt die Leiterin der Landesuntersuchungsanstalt Gerlinde Schneider. Wer in der Elbe baden geht, riskiert also nicht nur einen schweren Unfall, sondern könnte sich auch Krankheiten einfangen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.07.2013

Hauke Heuer

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