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Lokales Ein Drittel Zustimmung für Uwe Tellkamp
Dresden Lokales Ein Drittel Zustimmung für Uwe Tellkamp
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07:55 25.04.2018
40 Prozent der Befragten glauben, dass es heute mehr Presse- und Meinungsfreiheit gibt als vor zehn Jahren. Quelle: DNN Eylert
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Dresden

 Vor wenigen Wochen gab es eine bundesweit beachtete Debatte zwischen den Dresdner Intellektuellen Uwe Tellkamp und Durs Grünbein im Kulturpalast. Tellkamps Aussage, dass 95 Prozent der Asylbewerber nicht vor Krieg und Verfolgung flüchten würden, sondern um in unser Sozialsystem einzuwandern, sorgte für viel Aufsehen. Auch in der Dresdner Bevölkerung: 47 Prozent der 520 repräsentativ ausgewählten Befragten des 103. DNN-Barometers haben von dem Streitgespräch gehört. Das hat das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden ermittelt. 53 Prozent wussten dagegen nichts mit der Diskussion anzufangen.

Ist die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht?

Stimmen die Dresdner der 95-Prozent-Aussage von Tellkamp zu? Die Antworten der Befragten zeigen, dass die Stadtgesellschaft gespalten ist: 15 Prozent stimmen voll und ganz zu und 16 Prozent teilweise. 22 Prozent stimmen dagegen überhaupt nicht zu und 20 Prozent teilweise nicht. 27 Prozent sind unentschlossen. Die Aussage, dass die meisten Migranten nur den Sozialstaat ausbeuten wollen, trifft auf 26 Prozent Zustimmung und 44 Prozent Ablehnung, 30 Prozent stehen hier weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

Dafür stimmen 51 Prozent der 520 Befragten der Aussage zu, dass in Deutschland viele Meinungen geduldet, aber nicht erwünscht sind. Nur 22 Prozent lehnen diese Aussage ab, 27 Prozent sind unentschlossen. Dass viele Journalisten auf Regierungslinie sind, glauben 31 Prozent der Befragten, während 39 Prozent diese Aussage für falsch halten, 30 Prozent sind unentschieden. Die Aussage: „Die heutige Gesellschaft ist nicht weit von einer Gesinnungsdiktatur entfernt“ unterschreiben 24 Prozent der Befragten, während 38 Prozent diese Gefahr nicht sehen und 30 Prozent weder zustimmen noch ablehnen.

Ist die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland bedroht? Ja, sagen sieben Prozent der Befragten, die Pressefreiheit ist sogar sehr bedroht. Bei dieser Frage gibt es die Möglichkeit eines Vergleichs mit einer Emnid-Umfrage vom April 2017, auch hier haben sieben Prozent bei „sehr bedroht“ ein Kreuz gesetzt. „Eher bedroht“ sehen im DNN-Barometer 33 Prozent die Presse- und Meinungsfreiheit, vor einem Jahr bei Emnid waren es nur 21 Prozent. „Eher nicht bedroht“ sagen 43 Prozent, vor einem Jahr waren es 41 Prozent. „Gar nicht bedroht“ antworteten 17 Prozent. Vor einem Jahr hatten noch 28 Prozent der Befragten diese Überzeugung geäußert.

Glaube an mehr Presse- und Meinungsfreiheit sinkt

Die Zweifel an der Presse- und Meinungsfreiheit werden auch bei den Antworten auf die letzte Frage des DNN-Barometers deutlich: „Gibt es in Deutschland heute eher mehr oder eher weniger Presse- und Meinungsfreiheit als vor 10 Jahren“ hat das Institut für Kommunikationswissenschaft die 520 repräsentativ ausgewählten Dresdnerinnen und Dresdner gefragt. 40 Prozent glauben, dass es eher mehr Presse- und Meinungsfreiheit gibt, 33 Prozent gehen von eher weniger aus und 27 Prozent machten keine Angabe.

Eine Mehrheit glaubt also an ein Mehr an Presse- und Meinungsfreiheit als noch vor zehn Jahren. Aber: Bei Emnid im April 2017 haben satte 57 Prozent der Befragten erklärt, dass es mehr Presse- und Meinungsfreiheit gibt als 2008. Und nur 20 Prozent gingen von einem Minus aus, während 23 Prozent keine Angaben machen konnten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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