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Ein Dresdner kämpft für die Betriebsrente ehemaliger DDR-Eisenbahner

Dietmar Polster Ein Dresdner kämpft für die Betriebsrente ehemaliger DDR-Eisenbahner

Dietmar Polster hatte bewusst seine Erwartungen an ein Treffen mit der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration nicht zu hoch geschraubt. Er kämpft seit Jahren um einen Betriebsrentenanspruch für rund 90.000 ehemalige DDR-Eisenbahner.

Dietmar Polster mit einer roten Eisenbahn-Laterne. Die Ex-Beschäftigten der Deutschen Reichsbahn wollen in Sachen Rente nicht das Schlusslicht sein.
 

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden.  Dietmar Polster hatte bewusst seine Erwartungen an ein Treffen mit Petra Köpping, der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, nicht zu hoch geschraubt. Etwa 80 ehemalige Eisenbahner der Deutschen Reichsbahn (DR) waren dem Ruf der Ministerin am 1. Juni nach Leipzig gefolgt, um mit ihr in einem Forum die Berechtigung eines Betriebsrentenanspruchs von rund 90 000 ehemaligen DDR-Eisenbahnern zu diskutieren. Denn sie wollen endlich Rentengerechtigkeit.

Um die durchzusetzen, darum kämpft Dietmar Polster seit Jahren. Er hat selbst 45 Jahre als Eisenbahner gearbeitet, bevor er 2014 in Rente ging. Als Sprecher der Senioren des Landesverbandes Sachsen in der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bemüht er sich nun, politische Verantwortungsträger dazu zu bringen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und eine gerechte Rente durchzusetzen. Insofern wertet Dietmar Polster schon das Stattfinden des Gespräches mit der Ministerin als Fortschritt.

Für den Gewerkschafter ist es ungerecht, dass ein Eisenbahner der ehemaligen Deutschen Bundesbahn mit vergleichbarer Tätigkeit wie sein Kollege bei der ehemaligen Deutschen Reichsbahn jetzt 300 bis 400 Euro mehr Rente allein durch die Anerkennung seiner Betriebszugehörigkeit erhält. Im Einigungsvertrag sei zwar die Überleitung der Ansprüche für 19 Berufsgruppen aus DDR-Zeiten formell erfolgt, die zu deren Durchsetzung erforderlichen gesetzlichen Regelungen aber seien nicht für alle Berufsgruppen getroffen worden. Immerhin habe Köpping den Sachstand als ungerecht bezeichnet, freut sich der 66-Jährige. Ein kleiner Erfolg.

 Dietmar Polster hat über viele Jahre hinweg im zermürbenden Vier-Brigade-Schichtplan als Rangierer, Rangierleiter, Fahrdienstleiter und als Bahnhofsdispatcher bei Wind und Wetter – auch an zahllosen Feiertagen – „seinen Mann gestanden“. Nun will er nicht gemeinsam mit den anderen DR-Eisenbahnern in Sache Rente die rote Laterne tragen. Er weiß, der Kampf um die Anerkennung ihrer Ansprüche bleibt langwierig. Deshalb sucht er Verstärkung und zu diesem Zweck den Schulterschluss mit Gleichgesinnten in Sachsen-Anhalt.

Von Peter Weckbrodt

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