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Lokales Ein Dresdner Wrestler schuftet für die große Karriere
Dresden Lokales Ein Dresdner Wrestler schuftet für die große Karriere
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11:09 29.05.2018
Im Ring wird der Dresdner zu Laurance Roman alias "Der Waschbär" und genießt Kultstatus bei Wrestlingsfans. Quelle: Linda Scholz
Dresden

 Laurenz Domschke lebt seinen Traum. Der 22 Jahre alte Dresdner ist Wrestler. Und er will berühmt werden, richtig berühmt in der Szene in England und Japan. Seit seinem Abitur an der Dresdner Waldorfschule richtet er sein ganzes Leben auf diesen Traum hin aus: zweimal Training am Tag, Kraftsport, Ausdauer und natürlich verschiedene Kampfsportarten. Dazu kommt Physiotherapie, um den Körper zu entspannen und kleinere Verletzungen schnell zu kurieren.

„Sie könnten auch sagen, was willst du mit deiner Hampelei“

Tagsüber jobbt Laurenz Domschke im Teresienhof Dresden, schleppt Möbel bei Umzügen oder Wohnungsberäumungen. „Fast an jedem Wochenende bin ich für Wrestling-Events gebucht“, sagt er. In der Szene und bei den Wrestlingfans ist er als Laurance Roman und als „Der Waschbär“ bekannt – eine Figur, die er seit seiner Jugend im Ring verkörpert und die inzwischen Kultstatus genießt.

Deshalb kann der junge Ringer auch selbst Fanartikel bei seinen Auftritten verkaufen. „Ich komme gut über die Runden, ich komme vor allen Dingen voran und ich bin richtig glücklich“, sagt Laurenz Domschke und gibt sich zugleich demütig: „Ohne meine Freunde, meine Eltern und Geschwister wäre das alles nicht möglich.“ Seinen Eltern ist er dankbar, dass sie seinen Weg akzeptieren und nicht ständig zu Lehre oder Studium drängen. „Sie könnten auch sagen, was willst du mit deiner Hampelei“, räumt er ein. Stattdessen würden sie seine Fortschritte sehen und an ihn glauben. Auch seine drei Geschwister seien stolz. „Meine kleine Schwester ist wahrscheinlich mein größter Fan“, meint er und strahlt.

Der Waschbärbauch wird zum Waschbrett

Eine weitere wichtige Person sei sein bester Freund Daniel Bastidas, der ihm mit Erfahrungen als Physiotherapeut und als Schauspieler viele wichtige Tipps für den Sport und die Showkämpfe gebe.

„Mir ist wichtig, dass ich meinen Lebensunterhalt selbst bestreite“, betont der junge Wrestler. Das klappe bisher prima. „Ein Studium - wohl in Richtung Sozialarbeit - kann ich auch mit 27 Jahren noch beginnen oder später, jetzt ist mein Körper fit für den sportlichen Traum. Das muss ich einfach nutzen.“

Gemeinsam mit einer Freundin und einem Freund aus Schulzeiten lebt er in einer WG im Hechtviertel. „Das war ein wichtiger Schritt für Eigenverantwortung.“ Eines seiner Lebensmottos heißt: „Go for it!“ - einfach machen und sich nicht ständig erklären. Das druckt sich der Wrestler auch schon mal auf seine Shirts.

Laurenz Domschke genießt das urbane Leben in der Dresdner Neustadt, wie er sagt. Sein Traum: Profi-Wrestler. Quelle: Lars Müller

Was für seinen Wrestling-Traum besonders wichtig ist: Disziplin. Laurenz Domschke trinkt keinen Alkohol, raucht nicht und ernährt sich seit vorigem Jahr vegetarisch. „Partys sind für mich meistens am frühen Abend zu Ende.“ Bei 1,71 Meter bringt er heute 70 Kilogramm als Kampfgewicht auf die Waage. 16 Kilogramm hat er abgespeckt, „den Waschbärbauch in ein Waschbrett umgewandelt“.

Er grinst, wenn er das erzählt. Mit seiner Figur erinnert der Dresdner nicht unbedingt an die US-amerikanischen „Wrestler-Schränke“, die man gemeinhin von den Showkampf-Übertragungen aus dem Nachtprogramm im Sportfernsehen kennt. Der Trend ändere sich gerade, es seien zunehmend athletische Typen gefragt, erklärt Laurenz Domschke. Und da muss er sich nicht verstecken.

Fans folgen dem Waschbären durchs halbe Land

Natürlich lebt das American Wrestling neben dem eigentlichen Kampf zu einem großen Teil von der Show, vom Interagieren mit dem Publikum. Dafür muss der Kampfsportler selbst so ausgefallene Disziplinen wie Rhetorik trainieren.

Natürlich leben die Wrestler auch von ihrem Outfit. Als „Waschbär“ schminkt sich Laurenz Domschke selbst, hat auch auf diesem Gebiet seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Wie lange es den „Waschbär“ als Wrestlerfigur noch gibt? Laurenz Domschke zuckt mit dem Schultern. „Noch läuft es gut.“

Seine Vorbilder im Wrestling sind seine Trainer Rick Baxxter und Axel Tischer, der den Sprung von Dresden ins amerikanische Wrestling-Business geschafft hat. Laurenz Domschke hat im vergangenen Jahr einige Wochen in den USA und in England trainiert. „Kontakte sind wichtig. Man muss auf sich aufmerksam machen und professionelle Auftritte liefern.“ Baxxter und Tischer seien gute Referenzen.

 Inzwischen engagiert sich Laurenz Domschke auch selbst in seinem Dresdner Verein Next Step Wrestling. Schließlich wolle er auch denen etwas zurückgeben, von denen er lernen durfte. Genauso wichtig wie seine Trainer und die Mitstreiter im Verein sind Laurenz Domschke aber auch seine Fans. Die fahren ihrem Idol mitunter durch die halbe Republik hinterher.

In seiner Dresdner Heimat ist der „Waschbär“ wieder am 2. Juni zum Next Step Wrestling Open Air im Alten Heizhaus, Stetzscher Str. 4, zu erleben. Die Show unweit des Neustädter Bahnhofs mit Wrestlern wie Rick Baxxter, Robert Kaiser und Franz Engel - seinem früherer Kampfpartner - beginnt 18 Uhr.

Von Lars Müller

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