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Lokales Ein Dresdner Original: Tempo-Fritz ist tot
Dresden Lokales Ein Dresdner Original: Tempo-Fritz ist tot
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08:54 22.01.2016
Fritz Skarbovskis war den Dresdnern als Imbissmann vom Neumarkt ein Begriff. Mit seinem historischen Dreirad stand er vor dem Verkehrsmuseum. Mehrfach hatte er Ärger mit den Behörden, konnte sich aber stets durchsetzen. Quelle: Archiv
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Dresden

Fritz Skarbovskis, den die Dresdner eher als Tempo-Fritz oder als Imbissmann aus dem roten Tempo-Mobil auf dem Neumarkt kennen, ist tot. Diese Nachricht überraschte am Donnerstagabend. Der 1944 geborene Dresdner, dessen kleines Fahrzeug als Kult-Imbiss galt, ist überraschend verstorben. Die Info von Skarbovskis Tod verbreitete sich im Internet.

Fritz Skarbovskis war gelernter Metallflugzeugbauer und betrieb bis 1993 eine kunsthandwerkliche Töpferei. 1999 eröffnete "Tempo-Fritz" vor dem Verkehrsmuseum seine mobile Imbissbude. Auf Basis eines Tempo-Dreirads hatte er gemeinsam mit seinen Söhnen und Schwiegersöhnen den berühmten Imbisswagen, der nicht nur bei Einheimischen beliebt war, entwickelt und gebaut. Auch Sigmund Jähn und die Puhdys waren bei dem weißbärtigen Mann zu Gast. Skarbovskis sprach fließend russisch und polnisch. "Das Schöne ist, bei mir treffen sich nicht nur junge Studenten und Bauarbeiter, sondern auch Politiker und Geschäftsleute. Eben Menschen aller Berufs- und Bildungsschichten", diktierte er einem DNN-Redakteur in den Block, als er nach viel Streit um den Stand 2011 wieder auf seinen Stammplatz vor dem Verkehrsmuseum zurückgekehrt war.

Täglich von 10 bis 17 Uhr stand er damals in dem roten Kasten auf dem "Rücken" des Dreirads und verkaufte unter anderem Currywurst, Bockwurst, Kaffee und Bier. Mehrfach hatten ihn bis dahin die Behörden attackiert. Es begann 2008 als ihm das Liegenschaftsamt den Stellplatz kündigte, weil die Verantwortlichen meinten, das Tempo-Mobil passe nicht zur geplanten Neumarkt-Gestaltung. Die damalige Oberbürgermeisterin Helma Orosz, der Fritz Skarbovskis daraufhin einen Brief geschrieben hatte, rettete den Imbiss-Standplatz. Danach machte ihm das Ordnungsamt das Leben schwer, "Tempo-Fritz" landete schließlich vor Gericht. Auch das stand er durch und war wieder auf dem Neumarkt präsent.

Der Imbissbetreiber war im Dresdner Osten zu Hause. Gemeinsam mit seiner Frau Edith hatte er fünf Kinder.

Christoph Springer

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