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Lokales Eigenwilliges Märchen in der Neustadt
Dresden Lokales Eigenwilliges Märchen in der Neustadt
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12:21 14.12.2015
Im Stück "Polare Orangen" gibt es sehr aufwändig gestaltete Kostüme wie das der Königin, gespielt von Beatrice Schlegel (o.), aber auch schlichte wie das der Orangenfee (r.), gespielt von Shaza Khafif aus Syrien. Quelle: Probenfoto: AR
Dresden

Zehn Menschen aus fünf Ländern auf einer kleinen orientalischen Insel - mitten in der Dresdner Neustadt klingt das noch nicht sooo märchenhaft. Das ändert sich, wenn man weiß, dass die Künstler und Laien aus Frankreich, Deutschland, Syrien, Russland und Südkorea dort kurz vor Weihnachten als Feen, Geister, Könige oder Wüstenwanderer auf einer Bühne stehen.

Die freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Roloff hat sich dazu mit "Diwan"-Chef Nader Khafif zusammengetan. Dessen mit vielen schönen Details ausgestattetes syrisches Restaurant am - natürlich östlichen - Ende der Louisenstraße war schon vor Jahren für seine Märchenstunden bekannt. Nun wird es erneut Schauplatz eines Märchens, das Anna Roloff eigens für diesen Ort mit viel professionellem Aufwand in Szene setzt. "Wir wollten so was schon ewig mal gemeinsam machen", sagt Anna, während sie in der halbfertigen Dekoration sitzt und über ihren zum Teil sehr prunkvollen Kostümen brütet.

Ihr Stück "Polare Orangen" kümmert sich - ganz weihnachtlich - um das Wunder des Lebens. Und erklärt, warum ein wenig höhere Fügung nie schaden kann. Es fußt auf dem in Südeuropa sehr verbreiteten Märchen "Die Liebe zu den drei Zitronen" - hier eher bekannt durch Sergej Prokofjews Oper "Die Liebe zu den drei Orangen". Darin geht es um Sinnsuche, Prüfungen, eine böse Mohrin und einen Reifeprozess. Und es gibt ein Happy-End, in dem der Prinz die schöne Fee für sich gewinnt.

Doch so geradlinig geht es bei Anna Roloff nicht zu. Ihre collagenartige Inszenierung ist eher assoziativ, ein Erzähler führt durch die Abfolge von Szenen, von eingespielten Passagen in arabischer Sprache, von Bildern und Tanzeinlagen. Auf der im Entstehen begriffenen "Diwan"-Bühne probt die in Odessa geborene, seit 1994 in Dresden lebende Anna mit ihren sehr unterschiedlichen Darstellern einmal wöchentlich.

"Ich arbeite gern so international", erklärt die Absolventin der Dresdner Kunsthochschule. Der unterschiedliche kulturelle Background fordere spannende Situationen geradezu heraus. Für ihre Inszenierung hat sie mit allen Beteiligten - den Laien aus Syrien und Frankreich und den Profis aus Russland, Deutschland und Südkorea - im Vorfeld Interviews geführt. Daraus hat sie einen Text erarbeitet, der zur Überraschung auch der Mitwirkenden direkt etwas zu tun hat mit jedem von ihnen - mit seinen Ängsten, Wünschen, Hoffnungen. Das vor allem macht den besonderen Reiz ihres Stückes aus, das von Menschen erzählt, die - auch dank der Hilfe von höheren Wesen - dem Stillstand entrinnen und zurückfinden zur Freude am Leben.

Waleed Salman ist ein 30-jähriger Mann aus Latakia in Syrien, der seit 2009 in Dresden lebt und arbeitet. Er spielt den Wüstenwanderer. "Rolle und Text sind wie gemacht für mich", schwärmt er von Anna Roloffs Idee, Parallelen zu den realen Schicksalen zu ziehen: "Ich kam her, ohne mich auszukennen, habe einen Weg gesucht und Hilfe erhalten. Und ich habe neue Freunde gefunden."

Das Stück wird am 20. und 21. Dezember jeweils 19 Uhr in der Diwan Resto Bar aufgeführt - Pulsnitzer Straße 18, 01099 Dresden. www.diwan-restobar.de

Barbara Stock

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