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Lokales Eigentumswohnungen in Dresden werden immer teurer
Dresden Lokales Eigentumswohnungen in Dresden werden immer teurer
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11:13 31.05.2018
Schilder werben für die neu entstehenden Wohnungen auf dem Baufeld „Palais Am Herzogin Garten“ an der Ostra-Allee. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

 Steigende Mieten, kaum noch leere Wohnungen – und ein anhaltender Bauboom. Dresdens Immobilienmarkt ist seit einigen Jahren mächtig in Bewegung. Das Magazin „Capital“ hat jetzt die Landeshauptstadt unter die Lupe genommen, Angebot, Nachfrage und Baugeschehen genau analysiert und dazu eine Reihe von hiesigen Experten befragt. Die DNN stellen wichtige Aussagen vor.

Die Kaufpreise für Wohnungen sind seit 2012 teils extrem gestiegen

Wer heute in Dresden eine Wohnung kaufen möchte, muss je nach Stadtteil und Lage inzwischen deutlich mehr Geld auf den Tisch legen, als noch vor fünf Jahren. Im Schnitt zogen die Preise für Bestandswohnungen und Neubauwohnungen in Dresden um je etwa ein Viertel an. Für eine Bestandswohnung werden heute laut dem Magazin „Capital“ in der Landeshauptstadt 1800 Euro je Quadratmeter bezahlt – bei Neubauwohnungen zahlen Käufer im Schnitt 3100 Euro.

Extreme Preissteigerungen bei den Bestandswohnungen sind vor allem in der Altstadt (ein Plus von fast 60 Prozent seit 2012), in Löbtau-Nord (64 Prozent), in der Radeberger Vorstadt (74 Prozent) und in Bühlau (58 Prozent) zu verzeichnen. Die Preise für Neubauwohnungen zogen unterdessen allen voran in der Inneren Neustadt (48 Prozent) und in Blasewitz (59 Prozent) an. Günstiger geworden ist es derweil faktisch nirgendwo. Nur in der Wilsdruffer Vorstadt sanken die Preise für Bestandswohnungen um 13,4 Prozent.

Dresden wird für Investoren immer interessanter

Für viele Dresdner sind die steigenden Preise – egal ob Kauf oder Miete – eine Herausforderung, vor allem dann, wenn das Einkommen vergleichsweise überschaubar ist. Im bundesweiten Vergleich, so schreibt das Magazin, sind die Preise in der sächsischen Landeshauptstadt aber immer noch äußerst günstig – weit weg von München, Berlin oder Frankfurt. Dort haben die Immobilienpreise inzwischen so stark angezogen, „dass sich kaum mehr eine Investition mit einer vernünftigen Rendite tätigen lässt“, schreibt „Capital“. Entsprechend entdecken immer mehr Investoren die Stadt.

Weitere Faktoren sind zudem die steigenden Einwohnerzahlen oder große Investitionen wie die rund eine Milliarde Euro teure Fabrik von Bosch. Hinzu kämen die insgesamt positiven Zukunftsaussichten für Dresden: Laut „Capital“ belegt Dresden im Ranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut und der Privatbank Berenberg unter den 30 größten deutschen Städten Platz vier.

Immobilienexperten warnen vor überzogenen Erwartungen bei den Mieten

Aus Sicht von Bernd Dietze von der Baywobau in Dresden sei die Stadt tatsächlich ein lohnendes Ziel für Kapitalanleger. Der Fachmann warnt Investoren und Anleger allerdings vor überzogenen Erwartungen bei den Einnahmen durch die Mieten. Bernd Dietze verweist auf große Projekte in der Innenstadt: Am Postplatz, am Zwinger, am Güntzplatz, in Mickten oder auf dem ehemaligen Robotron-Areal entstehen aktuelle hunderte Wohnungen. Ein Großteil werde davon als Paket an Versicherungen, Pensionskassen und andere institutionelle Investoren verkauft. Diese, so heißt es in dem Magazin, kalkulieren mit deutlich mehr als 10,30 Euro pro Quadratmeter, die derzeit im stadtweiten Durchschnitt für Neubauwohnungen verlangt werden.

Visualisierung der Lingnerstadt Quelle: Stadt Dresden

„Momentan entstehen zu viele Mietwohnungen im Zentrum der Stadt“, zitiert „Capital“ den Immobilienfachmann. Er befürchtet einen harten Wettbewerb und ist überzeugt, dass nicht alle Kalkulationen der Investoren aufgehen werden. Wie schwierig die Vermietung ist, zeige sich bereits jetzt. Ein Beispiel sind die 2016 fertiggestellten Weißeritzgärten in der Friedrichstadt. Dort sei aktuell noch ein Drittel der Wohnungen nicht vermietet. Realistisch, das sagt Henry Brömme-Herrmann vom Maklerhaus Immovista, seien auch in guten Lagen „in der Regel nicht mehr als neun bis zehn Euro“.

Elbnahe Quartiere sind beliebt, neue Stadtviertel rücken in den Fokus

Die meisten Dresdner zieht es zum Wohnen dem Bericht zufolge ohnehin nicht in die Innenstadt. Laut Silvia Hillert von Beate Protze Immobilien bevorzugen viele Dresdner eine Grünanlage mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Besonders im Kurs stünden die elbnahen Viertel im Osten der Stadt, allen voran Blasewitz, Striesen, Loschwitz, Weißer Hirsch und Kleinschachwitz.

Allerdings rücken neuerdings auch andere Viertel in den Fokus. Weil der Druck auf den Wohnungsmarkt zunimmt, finden mittlerweile auch Neubauten in einst eher schwierigen Stadtteilen wie Löbtau, Cotta, der Friedrichstadt und Pieschen Abnehmer, erklärt Immovista-Chef Henry Brömme-Herrmann.

Von Sebastian Kositz

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