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Lokales Eigenheime statt Soldatenstiefel
Dresden Lokales Eigenheime statt Soldatenstiefel
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07:30 04.07.2018
Wohnen im Grünen: Diese Flächen sind noch zu vergeben. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Nach fast 24 Jahren schließt sich der Kreis: Die letzten beiden freien Grundstücke im Entwicklungsgebiet Nickern gehen in die Vermarktung, wie Stadtplanerin Nora Städel von der städtischen Tochter Stesad GmbH den DNN mitteilte. Die Grundstücke 77 und 78 mit 2433 und 2299 Quadratmetern sollen zum Verkehrswert an Bauherrengemeinschaften vergeben werden. Das sind laut Städel 217 Euro pro Quadratmeter.

Vor 30 Jahren wäre kein Mensch auf den Gedanken gekommen, dass in dem Gebiet am südlichen Stadtrand einmal Menschen ihre eigenen vier Wände errichten würden. Die Flächen wurden militärisch genutzt. Erst von der deutschen Luftwaffe und seit 1945 von der Roten Armee. Nach dem Abzug der russischen Soldaten übertrug die Bundesregierung die Grundstücke an den Freistaat Sachsen. Die Stesad wurde 1994 als treuhänderischer Entwicklungsträger eingesetzt.

Seitdem sind in dem Viertel 345 Mietwohnungen in sanierten Kasernengebäuden und Neubauten entstanden. Hinzu kamen rund 590 Einfamilien- oder Reihenhäuser. „Am Anfang war die Skepsis bei den Interessenten groß und wir mussten den Leuten lange und wortreich erklären, wie schön das Gebiet einmal wird“, erinnert sich Stesad-Mitarbeiterin Kirsten Keller.

Jetzt dagegen sei das Interesse an Bauflächen riesig. Im letzten Abschnitt für Eigenheime konnte die Stesad über 70 Parzellen anbieten, die Zahl der Interessenten war doppelt so hoch. Kein Wunder: In Dresden mangelt es an Baugrundstücken für Einfamilienhäuser, und die Lage in Nickern ist nahezu ideal. Stadtnah und trotzdem ländliche Idylle mit Kleingärten, die Autobahn vor der Haustür, aber ein herrlicher Blick in die Sächsische Schweiz. Sogar eine Kindertagesstätte gibt es im Wohngebiet, die Bushaltestelle ist zu Fuß zu erreichen.

Am letzten Eigenheimstandort herrscht schon reges Baugeschehen, größere Lücken im Entwicklungsgebiet gibt es nur noch am Nickerner Weg. Dort soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden“ 48 Sozialwohnungen errichten. Hinter dem Standort liegen die Flächen für die Bauherrengemeinschaften, für die es laut Städel nur wenige städtebauliche Restriktionen gibt. „Der Bebauungsplan lässt verschiedene Varianten zu.“ Zweigeschossig solle gebaut werden, ein drittes Staffelgeschoss sei aber möglich.

Bis zum 1. Oktober können Bauherrengemeinschaften Unterlagen mit den ersten Ideen einreichen. Wenn es mehrere Bewerber gibt, wird über das Losverfahren beim Notar entschieden, wer die Flächen erhält. Sollten sich keine Interessenten finden, würden die Grundstücke an weitere Bewerber verkauft werden, kündigt Keller an. „Ziel ist es, dass das Entwicklungsgebiet geschlossen werden kann.“

Nach Informationen der Stadtverwaltung haben Bund, Freistaat und Stadt Fördermittel in Höhe von 22,24 Millionen Euro bereitgestellt. Mit dem Geld wurden Grundstücke gekauft, kontaminierte Flächen saniert, ruinöse Gebäude abgerissen und Freiflächen gestaltet. Auch die Anhöhe Trutzsch mit einer schönen Aussicht über Dresden wurde mit den Mitteln renaturiert.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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