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Ehrenamtliche bauen in Dresden Brücken zwischen Flüchtlingen und Einheimischen

Empathie-Programm Ehrenamtliche bauen in Dresden Brücken zwischen Flüchtlingen und Einheimischen

 Steter Tropfen höhlt den Stein, sagt man – und persönliche Begegnung macht es schwerer, jemanden als abstrakten Eindringling zu hassen. Von der Idee hat sich die Caritas in Dresden leiten lassen, als sie vor etwa drei Jahren das „Brückenbauer“-Programm startete.

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Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden.  Steter Tropfen höhlt den Stein, sagt man – und persönliche Begegnung macht es schwerer, jemanden als abstrakten Eindringling zu hassen. Von der Idee hat sich die Caritas in Dresden leiten lassen, als sie vor etwa drei Jahren das „Brückenbauer“-Programm startete: „2014, 2015 gab es viel Aufregung in einigen Stadtteilen, wenn Flüchtende in die Nachbarschaft einzogen“, erinnert sich Karsten Dietze, der im Dresdner Caritas-Verband die Flüchtlingssozialberatung koordiniert. „Da gab es viele Fragen, Ängste und Vorurteile. Diese Probleme wollten wir durchbrechen, durch persönliche Kontakte Empathie für die Geflüchteten wecken.“

Dies sei letztlich gelungen, schätzt er ein: Etwa einmal im Monat organisiert der Verband in Bibliotheken, Kitas und Seniorentreffs in Prohlis, Reick und Leuben Fragenrunden zwischen Eingeborenen und Zugezogenen. Moderiert von ehrenamtlichen „Brückenbauern“, die in der Volkshochschule (VHS) geschult werden, beantworten dort Syrer und andere Neu-Dresdner die Fragen aus dem Publikum, versuchen, auch mit kritischen Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Rund 25 solcher Veranstaltungen hat es seit dem Start der Reihe schon gegeben – mal nur mit drei Besuchern, mal mit 60.

Sicher habe es dabei auch schwierige Situationen für die freiwilligen Moderatoren gegeben, erzählt Dietze, auch Beleidigungen. Aber so heftig wie in einigen Bürgerdialog-Veranstaltungen der Landeszentrale für politische Bildung oder der Regierung sei es bei den Brückenbauern nie geworden: „Wenn Geflüchtete mit am Tisch sitzen, fällt es auch Menschen mit Ressentiments nicht so leicht, ausfallend zu werden, da entsteht automatisch mehr Empathie.“ Oft genug seien durch solche Treffen aus Animositäten Sympathien, manchmal sogar Freundschaften gewachsen, sagt der Caritas-Mitarbeiter. „Mancher, der mit Vorurteilen gekommen ist, hat hinterher sogar für die Geflüchteten gespendet.“

Auch aus solchen Erfahrungen heraus schulen die Projektpartner die ehrenamtlichen Moderatoren immer professioneller, wie VHS-Projektleiterin Dana Ritzmann berichtet: Angehende „Brückenbauer“ wie die Geodäsie-Studentin Maria Kappelsberger werden in de-eskalierender Gesprächsführung ausgebildet, pauken Basiswissen über den Islam und islamisch geprägte Gesellschaften sowie die deutsche Asylgesetze. „Im Internet bin ich auf dieses Programm aufmerksam geworden“, erzählt die 25-Jährige Studentin, die vor einem Jahr von Bayern zur TU Dresden gewechselt ist. „Es gibt hier so viele Ängste, auch unbegründete. Die will ich als Brückenbauerin helfen abzubauen.“

Nächste Informations- und Schulungsveranstaltung für angehende Moderatoren: Kompetenztag „Brückenbauer Integration“ am 16. September 2017, ab 10 Uhr, in der VHS Dresden, Annenstraße 10. Themen: Leitkultur oder Multikulti?, Argumentationstraining, Moderationstechniken und Vortrag „Syrien – meine zweite Heimat“. Anmeldung möglich per E-Mail an dana.ritzmann@vhs-dresden.de oder per Telefon 0351/25440-31

Von Heiko Weckbrodt

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