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Lokales Ehemaliges Flüchtlingsschiff ist in Dresden
Dresden Lokales Ehemaliges Flüchtlingsschiff ist in Dresden
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11:19 19.09.2017
Auf einem Anhänger kam die „Al-Hadj Djumaa“ nach Dresden. Für eine Reise übers Wasser ist der Wasserstand zu niedrig. Quelle: sl
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Dresden

Es gebe Menschen, die kämen von Bord und hätten Tränen in den Augen. Andere würden sich sagen: „Ich muss jetzt unbedingt etwas tun!“ Kalt lasse die sozio-kulturelle Intervention keinen, sagt Tobias Heinemann, Projektmitarbeiter bei der Outlaw Stiftung. Am Dienstagmittag  wird das Projekt „Mit Sicherheit gut ankommen“ im Neustädter Hafen eröffnet. Bereits am Montag bauten Mitarbeiter der Stiftung und ehrenamtliche Helfer Bühne und Jurte auf, Gegen 1 Uhr in der Nacht erreichte dann das Hauptobjekt die Stadt.

Gegen 1 Uhr in der Nacht erreichte das Hauptobjekt der Ausstellung die Stadt. Es handelt sich um das Flüchtlingsschiff „Al-hadj Djumaa“, das 2013 vor der italienischen Insel Lampedusa trieb.

Es handelt sich um das Flüchtlingsschiff „Al-hadj Djumaa“, das 2013 vor der italienischen Insel Lampedusa trieb. Mit 282 Menschen an Bord. Jetzt befinden sich rund 80 Bronzeskulpturen des dänischen Künstlers Jens Galschiøt auf dem Schiff. „Jeder, der es besichtigt, fragt sich, wo da noch 200 Menschen hinpassen sollen“, sagt Leinemann. Zwei Tage wären die Menschen auf dem Mittelmeer getrieben, bei hohem Wellengang und katastrophalen sanitären Bedingungen.

Er hätte sich den Neumarkt als Ausstellungsort gewünscht, so der Projektmitarbeiter. „Manchmal muss die Postkartenidylle auch für einen Moment gestört werden“, meint er und verweist darauf, dass das Schiff nur drei Tage in Dresden gezeigt wird. Seit Juli tourt die Stiftung mit dem Boot durch Deutschland. „An der Küste war es einfacher. Da kannten sich die Menschen einfach mit Booten aus“, meint Heinemann, der das Projekt regelmäßig begleitet.

Aus dem Programm

Dienstag: ab 10 Uhr: Besichtigungsmöglichkeit der Wanderausstellungen in der Jurte sowie Demokratie-Workshop mit dem Spielmobil Wirbelwind
ab 13 Uhr offizielle Begrüßung mit Petra Köpping (SPD), sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, und Annekatrin Klepsch (Die Linke), Kulturbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden, sowie Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand von Outlaw
ab 16 Uhr: Graffiti-Workshop und Aktionen von Unicef Dresden
20 Uhr: Samba Universo und der  1. Dresdner Kneipenchor
Mittwoch, ab 10 Uhr: Besichtigungsmöglichkeit der Wanderausstellungen in der Jurte sowie Demokratie-Workshop mit dem Spielmobil Wirbelwind, dazu Kunstaktion und Projektbasar sowie Malaktion mit dem Frauennetzwerk
ab 17 Uhr: Bossa Crossa und Sambalia
Donnerstag, ab 10 Uhr: Besichtigungsmöglichkeit der Wanderausstellungen in der Jurte sowie Demokratie-Workshop mit Spielmobil Wirbelwind
ab 15 Uhr: Breakdance-Workshop mit den SAXONZ
ab 17 Uhr: Podiumsdiskussion zu den Herausforderungen der interkulturellen Öffnung in unserer Gesellschaft in der Jurte
ab 18 Uhr: Banda Internationale und Nachwuchsband

Attacken habe es noch nicht gegeben, er rechne auch in Dresden nicht damit. „Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen und haben kein Problem mit anderen Meinungen. Nur wenn gebrüllt wird, ist ein Gespräch schwierig“, findet er. Der Betrachter werde ein Gefühl dafür bekommen, wie gut es ihm eigentlich gehe. Es sei durchaus ein Privileg, friedlich und materiell abgesichert in einem Rechtsstaat zu leben. Dieses Privileg durch die Aufnahme von Flüchtlingen als gefährdet anzusehen, sei eine zwar nachvollziehbare, aber mit der Realität nicht vereinbare Sichtweise. „Wir brauchen nur auf die regionale Verteilung der an Asylbewerbern verübten Straftaten zu schauen. Das ist eine flächendeckende Veranstaltung.“

Die Dresdner Stadtverwaltung habe dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenübergestanden und es tatkräftig unterstützt. „Wir sind froh, dass wir diesen Platz hier nutzen können.“ Ursprünglich sei es geplant gewesen, das Boot auf der Elbe nach Dresden zu transportieren und im Hafenbecken auszustellen, aber das habe der niedrige Wasserstand nicht zugelassen. „Ich denke, die Besucher erhalten auch an Land ein Gefühl dafür, was Flucht bedeutet“, so der Projektleiter.

Dresden sei einer der größten Standorte des sozialen Trägers Outlaw mit fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Da war es für uns selbstverständlich, dass wir das Projekt hier präsentieren“, erklärte Heinemann.

Thomas Baumann-Hartwig

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