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Lokales EU-Parlamentspräsident Martin Schulz spricht bei Dresdner „2gather“-Kongress
Dresden Lokales EU-Parlamentspräsident Martin Schulz spricht bei Dresdner „2gather“-Kongress
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16:52 05.10.2016
Johannes Filous (l) und Alexej Hock (m) von „Straßengezwitscher“ mit Dieter Jaenicke, dem Gastgeber in Hellerau.  Quelle: S. Lohse
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Dresden

 Mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) als Stargast steigt am Wochenende der Kongress „2gather“ im Festspielhaus Hellerau in Dresden. Auf Einladung des Dresdner Journalismus-Projektes „Straßengezwitscher“ werden zwei Tage lang zahlreiche Gäste und Referenten über den Umgang mit und das Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit diskutieren.

Ziel sei eine Vernetzung von demokratischen Kräften aus Kultur, Zivilgesellschaft, Medien und Politik, erklärt Johannes Filous, einer der beiden Gründer von Straßengezwitscher. In zahlreichen Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden sollen neue Ideen und Antworten auf diejenigen gefunden werden, die die Demokratie offen oder verdeckt attackieren.

So geht es um das Thema Hasskultur im Internet, um Bürgerjournalismus, um Argumentationsstrategien gegen rechts oder um Sprache im Journalismus. Ein Highlight ist ein Workshop mit Streetart-Künstlerin „Barbara“, die allerdings nicht selbst vor Ort sein wird. Straßengezwitscher selbst will in Hellerau seine neue Mitmachplattform „Crowdgezwitscher“ vorstellen.

Straßengezwitscher @Streetcoverage

Das Journalismus-Projekt „Straßengezwitscher“ wurde im Frühling 2015 von den beiden Studenten Johannes Filous und Alexej Hock gegründet. Seitdem berichten beide über Twitter von fremdenfeindlichen Aufmärschen, vor allem im Raum Dresden. Mit Hilfe weiterer Mitstreiter wird inzwischen von fremdenfeindlichen Demos in ganz Sachsen berichtet.

Bekannt wurde das Projekt bei den Ausschreitungen von Heidenau, als Straßengezwitscher zu den wenigen Medien, die nahezu durchweg vor Ort waren. Beide werden für ihr Engagement regelmäßig angefeindet und von rechten Gruppen bedroht.

Straßengezwitscher wurde mit dem Preis für Zivilcourage vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas und dem Grimme Online Award in der Kategorie „Information“ ausgezeichnet.

Neben den Workshops soll es auch um positive Beispiele von Engagement gegen Rechts gehen. Initiativen wie Dresden Nazifrei, Durchgezählt, Afeefa oder die Hoaxmap stellen sich und ihre Arbeit vor. Für den Nachmittag ist jeweils eine große Podiumsdiskussion geplant. Zudem können sich im Bereich „Open Space“ Initiativen oder Einzelpersonen vorstellen. „Jeder kann aktiv seine Ideen einbringen“, wirbt Filous.

Während am Samstag vor allem die Situation in Sachsen im Mittelpunkt steht, ist die Perspektive am Sonntag europäisch. Dann spricht ab 15 Uhr auch EU-Parlamentspräsident Schulz. Den hatten die Straßengezwitscher-Macher bei einer Preisverleihung kennen gelernt, Schulz hatte das Duo daraufhin nach Brüssel eingeladen und sagte nun sofort zu, nach Dresden zu kommen, berichten die beiden Macher.

Die Organisatoren von Straßengezwitscher hoffen, dass nach den negativen Bildern des 3. Oktober ein positives Signal von Dresden ausgeht. Auch Dieter Jaenicke, Intendant des Europäischen Zentrums für Künste in Hellerau und damit Hausherr der Veranstaltung, hofft auf ein „gutes Signal für die Stadt nach außen“. Nach dem „Desaster“, wie Jaenicke den Einheitsfeiertag beschreibt, hoffe er auf ein kritisches Hinterfragen der Situation. Auf die sei der Kongress „einfach die richtige Antwort“.

Service

Ort: Festspielhaus Hellerau, Karl-Liebknecht-Straße 56, 01109 Dresden

Zeit: Samstag, 8.10.16 von 11 – 18.30 Uhr, Sonntag, 9.10.16 von 9.30 – 18 Uhr

Kosten: Der Kongress ist kostenpflichtig. Tickets für beide Tage kosten 15 Euro, ein Tagesticket 10 Euro. Wer nur zur Rede von Martin Schulz kommen möchte, kann am Sonntag ab etwa 14 Uhr für 5 Euro mit dabei sein.

Von S. Lohse

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