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Lokales Dynamo-Fans wegen Angriff auf St.-Pauli-Bus vor Gericht
Dresden Lokales Dynamo-Fans wegen Angriff auf St.-Pauli-Bus vor Gericht
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08:47 05.09.2017
Der Hamburger Bus am Abend vor dem Angriff  Quelle: Archiv
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Dresden

23. Februar 2014 gegen 16.45 Uhr: Das Spiel war gelaufen, Dynamo hatte im heimischen Stadion gegen St. Pauli verloren und trotzdem, so erinnerte sich am Montag ein Polizeibeamter, „war alles eigentlich relativ ruhig.“ Doch dann kam die dritte Halbzeit. Bei einigen „Dynamo -Fans“ waren mal wieder die Sicherungen durchgebrannt. Als die Hamburger das Stadion Richtung Heimat verlassen wollen, wird ihr Mannschaftsbus, der am Straßburger Platz verkehrsbedingt halten muss, von randalierenden Chaoten angegriffen. Aus einer Gruppe von etwa einhundert Leute fliegen an „Ackis Sportsbar“ Steine und Flaschen. Der Bus wird an der Seite und im Heckbereich demoliert, scheiben gehen zu Bruch – Schaden 7247 Euro. Verletzt wird glücklicherweise niemand.

Unter den Radaubrüdern sollen auch Mike H. und Ralf Frank R. gewesen sein. Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch müssen sich die 43 und 30 Jahre Angeklagten jetzt vor dem Amtsrichter verantworten. Man hatte Spuren zum Beispiel an einer Bierflasche gefunden. „Mein Mandant will keine Angaben machen, aber er ist unschuldig“, erklärte der Anwalt von Ralf Frank R. Auch Mike H. hüllte sich diskret in Schweigen. So ist das Gericht auf die Aussage von Zeugen angewiesen, die teilweise aus Hamburg kommen. Spieler und Trainer mussten zum Gerichtstermin nach Dresden anreisen.

„Das war schon bedrohlich und massiv, die Situation war alles andere als schön, erinnert sich St. Paulis Teammanager Christian Bönig an die Randale. „Wir standen an der roten Ampel, direkt an einer Kneipe, wo viele Dynamo-Fans standen. Da kam erst eine Person, die gegen den Bus trat, eine zweite, die eine Flasche werfen wollte aber stolperte und dann flogen aus der Menge heraus Flaschen und Steine, vor allem im hinteren Bereich. Es splitterten Scheiben und alle waren in Deckung gegangen und hatten sich den Innenraum geworfen.“

Der Bus muss warten, bis die Kreuzung frei ist und wird dann von Polizeibeamten auf einen Parkplatz in Sicherheit gebracht. Die Insassen, die durchaus wissen, dass Fans auch mal ärgerlich werden können, waren über diese Gewalt doch erschrocken. „Wenn man ein Auswärtsspiel gewonnen hat, kommen die üblichen Sprüche und Gesten, das ist normal. Aber da flogen Gegenstände gegen den Bus“, so Trainer Timo Schultz. Der Bus war nicht mehr fahrbereit, die Hamburger mussten auf einen Ersatzbus warten. Mit zwei Stunden Verspätung brach das Team nach Hamburg auf. Der Verein hat sich später bei den Hanseaten entschuldigt.

An konkrete Personen konnte sich keiner der Zeugen erinnern. „Das ging alles viel zu schnell, es war eine große Gruppe und man nahm ja den Kopf runter, um sich in Sicherheit zu bringen“, erklärte Bönig. Es ist generell schwierig, für das Gericht einzelne Flaschenwürfe konkret zuzuordnen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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