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Lokales Durch vier Kammern zum Grund: Senckenberg zeigt im Japanischen Palais „Die dünne Haut der Erde“
Dresden Lokales Durch vier Kammern zum Grund: Senckenberg zeigt im Japanischen Palais „Die dünne Haut der Erde“
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11:41 12.04.2019
Ausstellung „Die dünne Haut der Erde – unsere Böden“: Eine Raubmilbe ergreift einen Springschwanz. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wir trampeln darauf herum, schimpfen ihn „Dreck“, schütten Teer darüber – doch all das hat er nicht verdient: Der Boden, auf dem wir stehen, ist unser Fundament im Leben, er nährt uns, schützt unser Erdklima und ist Heimstatt für Billionen von Lebewesen. Jetzt endlich bekommt er die Aufmerksamkeit, die er längst verdient hat: In der Wanderausstellung „Die dünne Haut der Erde – unsere Böden“ würdigt die Senckenberg-Gesellschaft in ihren „Naturhistorischen Sammlungen“ im Japanischen Palais diese natürliche und endliche Ressource.

Die Schau zeige, welche Bodenvielfalt Deutschland präge, welch wichtige Rolle diese Böden für die natürlichen Kreisläufe spielen und wie leichtfertig wir mit dem Grund, auf dem wir stehen, allzu oft umgehen, erklärte Prof. Willi Xylander vom Görlitzer Senckenberg-Museum für Naturkunde, der diese Schau gemeinsam mit seiner Frau und Kuratorin Helga Zumkowski-Xylander entworfen hat. „Und wir beleuchten hier die wichtigen Funktionen jener Tiere, die den Boden fruchtbar machen.“

So sperrig das Thema „Boden“ zunächst auch klingen mag – den Xylanders gelingt es sehr wohl, das Objekt ihrer Forschungen anschaulich in Szene zu setzen. Dabei bedienen sie sich eines Tricks gleich am Eingang der Ausstellung: Durch maßstäbliche Vergrößerungen der Exponate schrumpfen sie die Besucher auf die Größe einer Assel. Und durch deren Augen wirken all die Pilze, Würmer, Wurzeln, Springschwänze, Steinchen und Raubmilben wie riesige Ungeheuer. Unterteilt ist die Schau in vier Kammern:

Kammer des Lebens: Modelle, Guckfenster, Mitmachstationen und Videos verdeutlichen den Kreislauf des Lebens im Boden. Beispiele: Im Zeitraffer graben Totengräber-Käfer eine Maus ein, um ein Schlaraffenland für ihre Larven einzurichten. Daneben lockt ein Maulwurfhügel mit Kinderspielen.

Kammer der Krümel: Schautafeln und Muster zeigen, warum Böden unterschiedliche Farben haben und wie sich diverse Steine anfühlen.

Kammer des Wissens: Einblicke in die Boden-Forschung durch Videos, Fotos und Touch-Bildschirme.

Kammer des Schreckens: Die Zerstörung von Boden steht hier im Mittelpunkt: durch Erosion, menschengemachte Versiegelung, Chemieabfälle und Tagebaue zum Beispiel. An einer Wand hängen Schnitzel, Hühnerbeine, Eier und andere Fressalien – dahinter steht, wie viel Boden dafür benötigt wird.

„Die dünne Haut der Erde – unsere Böden“ im Japanischen Palais, Palaisplatz 11; geöffnet 13. April bis 15. September , jew. Di. bis So., 10-18 Uhr; Eintritt: Erw. vier Euro, erm. zwei Euro, mehr Infos: senckenberg.de/dresden

Von Heiko Weckbrodt

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