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Lokales Düsseldorf war zufrieden mit Ski-Weltcup am Rheinufer – für Dresden stellen sich Fragen
Dresden Lokales Düsseldorf war zufrieden mit Ski-Weltcup am Rheinufer – für Dresden stellen sich Fragen
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18:00 22.03.2017
Mit Tonnen von Schnee aus einer Ski-Halle war das Rhein-Ufer in Düsseldorf vor Jahren regelmäßig zur Rennstrecke für Ski-Langläufer geworden – wie hier Anfang Dezember 2011. Quelle: dpa
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Dresden

Der Ski-Weltcup in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt war ein Erfolg. „Düsseldorf war grundsätzlich sehr zufrieden mit der Veranstaltung“, blickt Martin Ammermann, Geschäftsführer bei der Düsseldorfer Congress Sport & Event (DCSE) GmbH, zurück. Inzwischen würde er sich aber verschiedene Fragen stellen.

An Ammermanns Unternehmen sind direkt und indirekt die Stadt und das Land beteiligt. Die Gesellschaft zeichnet für die Profiveranstaltungen in der „Sportstadt Düsseldorf“ verantwortlich. Von 2002 bis 2011 fand am Rheinufer der Landeshauptstadt der Ski-Weltcup des internationalen Ski-Verbandes FIS statt, die gleiche Veranstaltung soll vom kommenden Januar an in Dresden über die Bühne gehen. Zwei Journalisten wollen am Elbufer zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais künftig die Langlauf-Weltelite um Weltcup-Punkte kämpfen lassen. Dafür hoffen die Veranstalter auf eine öffentliche Förderung der Stadt in Höhe von 300 000 Euro und einen Zuschuss in gleicher Höhe vom Freistaat Sachsen. Insgesamt soll die Veranstaltung pro Jahr 1,2 Millionen Euro kosten. Die Initiatoren planen über einen Zeitraum von fünf Jahren, die Förderung müsste jedes Jahr neu beantragt werden. Am Donnerstag soll der Stadtrat über den Zuschuss für 2018 entscheiden. In verschiedenen Ausschüssen wurde den Plänen bereits mit großer Mehrheit zugestimmt, lediglich die Fraktion der Linken hält die Förderung des Projekts nicht für sinnvoll, trotz der erheblichen Werbeeffekte für die Stadt, die von den Veranstaltern in Aussicht gestellt werden.

Laut DCSE-Geschäftsführer Ammermann hat Düsseldorf durch die Wettkämpfe „tolle Fernsehezeiten“ bekommen, die Zuschauerzahlen hätten jeweils für das Veranstaltungswochenende bei 200 000 Menschen gelegen. Er zweifelt nicht daran, dass sich Standortmarketing mit Sportveranstaltungen betreiben lasse. „Davon bin ich überzeugt“, sagte der Manager den DNN. Dennoch habe Düsseldorf den Weltcup aufgegeben. „Nach zehn Jahren wollten wir etwas anderes machen“, erklärt Ammermann. Mit Eishockey, Boxen und der Tour de France, die Anfang Juli in Düsseldorf startet, habe die Stadt viele verschiedene Höhepunkte zu bieten. Der Ski-Weltcup sei natürlich ein Zuschussgeschäft gewesen und auch sehr wetterabhängig. Zahlen will Ammermann nicht nennen, in der regionalen Presse ist von einem Zuschuss der Stadt von 450000 Euro im Jahr die Rede. „300000 Euro sind für die Stadt ein guter Preis“, meint Ammermann zu den Kosten für Dresden. Mit weiteren 300000 Euro durch den angestrebten Zuschuss des Landes sieht die Bilanz für die öffentliche Hand aber wohl schon etwas anders aus. „Das ist dann ein Marktpreis“, sagte Ammermann und es erscheint klar, dass er damit nicht mehr „preiswert“ meint.

Aus seiner Sicht müssten große Sportveranstaltungen grundsätzlich auch finanziell eine Perspektive haben, etwa auf die Refinanzierung durch Sponsoren. Das würde besser in die heutige Zeit passen. Dazu würde er sich auch die Frage stellen, wie nachhaltig so etwas ist. Der Kunstschnee, der für Düsseldorf aus der Skihalle Neuss kam, verschlinge viel Energie, gleichzeitig würden dann Veranstaltungen auch schon mal bei Dauerregen und 12 Grad Celsius stattfinden. Die Zeiten seien heute anders als noch vor fünf Jahren, meint Ammermann. In Düsseldorf stehe heute das Thema Mobilität auf der Agenda. Da passe die Tour oder auch Tischtennis mit Timo Boll gut dazu. Bei diesen Großveranstaltungen müsse sich eine Stadt immer Fragen, „wie will sie sich darstellen?“

Hinweise dazu könnte die Gesamtbilanz – einschließlich einer Umweltbilanz – liefern, die die Veranstalter in Dresden nach dem Weltcup 2018 vorlegen sollen.

Von Ingolf Pleil

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