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Lokales „Du musst“ gibt es nicht: Aktive Schule Dresden eröffnet heute
Dresden Lokales „Du musst“ gibt es nicht: Aktive Schule Dresden eröffnet heute
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20:06 07.08.2016
Sind für die Kinder der Aktiven Schule Dresden da: die Mitarbeiter Tobias Grummt, Kay Garcia, Claudia Krügel und Kathrin Zerbian (v.l.). Quelle: Carola Fritzsche
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Dresden

Dresdens Schullandschaft wird immer bunter. Am Montag, 8. August, eröffnet an der Leipziger Straße in Pieschen eine neue Schule in freier Trägerschaft - die Aktive Schule Dresden. Die Bildungsagentur hat die Ersatzschule im Juni genehmigt. 40 Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 7. Klasse werden die Grund- und Oberschule besuchen. Sie kommen aus dem gesamten Stadtgebiet und auch aus Pirna und Klingenberg.

Für viele Eltern und sicher auch Lehrer schwer vorstellbar: An der neuen Schule haben die Schüler fast uneingeschränkt das Sagen: „Die Kinder bestimmen ihren Tagesablauf selbst“, nennt Kay Garcia den pädagogischen Ansatz. Der 38-Jährige Vater zweier Kinder ist Vorstandsvorsitzender des 2014 gegründeten Schulträgers epharisto e.V. Die Schüler entscheiden also, was sie am Tag in der Schule tun möchten, „ob sie eine Rakete bauen, sich in ein Buch vertiefen oder lieber nur dasitzen und schauen wollen“, erklärt Garcia. Es gebe daher keine Klassen und auch nicht Unterricht im herkömmlichen Sinne. Die Schüler dürften nicht nur wählen, womit sie sich beschäftigen, sondern auch wann und wo sie das tun wollen. Es gebe zwar eine Anwesenheitspflicht, die Schüler könnten aber kommen, wann sie möchten – beispielsweise von 8 bis 14 Uhr oder von 9 bis 15 Uhr. „Sie dürfen die Schule auch verlassen, um die Stadt zu erkunden, allerdings nicht einzeln“, erläutert Garcia. In der Schule bestimme jeder selbst, mit wem er etwas was tun möchte - ob lieber in der Gruppe in einem Projekt oder allein. „Doch auch wir haben drei unveränderliche Grundregeln. Erstens: Keine körperliche oder verbale Gewalt gegen Personen und Material. Zweitens: Keiner wird in seiner Beschäftigung gestört. Und drittens: Materialien werden nach Benutzen wieder an ihren Platz geräumt“, betont er. Den acht Lehrern und zwei Horterziehern der Schule obliege die Aufgabe, eine entspannte Lernumgebung zu schaffen, die Lust macht aufs Lernen und Entdecken und in der sich ihre Schützlinge angenommen fühlen. Ziel sei es, die Schüler darin zu unterstützen, sich selbst zu vertrauen. Soweit zur Theorie.

In der Praxis bedeutet das: Es gibt keine Zensuren, die Schüler erhalten deshalb auch keine Bildungsempfehlung für Gymnasium oder Oberschule, können aber am Ende der Schulzeit an den zentralen Schulfremdenprüfungen teilnehmen und ihren Real- oder Hauptschulabschluss machen. Mit Blick auf den weiteren Lebensweg begleiten Mentoren die Schüler – ab Klasse 7 noch freiwillig, ab Klasse 8 verbindlich. “Wir stützen uns auf ein fundiertes pädagogisches Konzept, das Prof. Sanders von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden begutachtet hat“, sagt Garcia. Dazu gehöre auch die wöchentliche Schulversammlung, auf der über den Schulalltag – vom Kauf eines Fußballs bis hin zur Einstellung des Personals – gemeinsam entschieden werde. Schüler und Lehrer hätten gleiches Stimm- und Rederecht.

Das Schulgeld kostet nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden 120 Euro, die Hortbetreuung 82 Euro im Monat. Im Moment seien noch wenige Plätze frei. Die Schule werde am Ende 80 Grund- und 100 Oberschüler aufnehmen können. Pro Jahrgang sollen 20 Kinder dazukommen.

Kontakt: Aktive Schule Dresden, Leipziger Straße 33, 01097 Dresden; E-Mail: kontakt@aktive-schule-dresden.de; Internet: www.aktive-schule-dresden.de

Von Katrin Richter

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