Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Drohnen sind ein Verkaufsschlager – doch für den Betrieb gelten viele Regeln
Dresden Lokales Drohnen sind ein Verkaufsschlager – doch für den Betrieb gelten viele Regeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 24.12.2016
 Drohnen stehen vielleicht nicht an der Spitze der vorweihnachtlichen Verkaufsschlager im Elektrohandel, dass Heiligabend viele der Kleinstfluggeräte unter Dresdner Christbäumen liegen werden, ist für die hiesigen Elektrofachhändler allerdings ausgemachte Sache. Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Der Mann, mittelalt, kurze Haare, schwarze Lederjacke, bleibt stehen, als sein Blick auf die Drohne im Regal des Dresdner Conrad-Electronic-Filiale am Hauptbahnhof fällt. Er nimmt das Fluggerät – es ist eines der hochpreisigen mit ausgefeilter Sensortechnik und Hochleistungskamera – in die Hand, spielt an den Rotoren, setzt es wieder ins Regal. Seinen Gedanken nachhängend geht fort. Drohnen stehen vielleicht nicht an der Spitze der vorweihnachtlichen Verkaufsschlager im Elektrohandel, dass Heiligabend viele der Kleinstfluggeräte unter Dresdner Christbäumen liegen werden, ist für Sebastian Mühlig, Leiter der Dresdner Conrad-Filiale eine ausgemachte Sache. „Drohnen sind schon seit längerer Zeit ein Trend für alle Action- und Outdoorfans“, sagt er. Genauer gesagt seit Anfang letzten Jahres. Und das merkt man im Weihnachtsgeschäft nun besonders.

Das gilt es beim Drohnenflug zu beachten

Für den privaten und hobbymäßigen Drohnenanwendungsbereich gilt die Faustregel: Eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörde ist nicht nötig, wenn die Flugdrohne maximal fünf Kilogramm Gesamtmasse hat, nur über Elektroantrieb (die Anzahl der Antriebe spielt dabei keine Rolle) verfügt, in einer Entfernung von mehr als 1,5 Kilometern zu der Begrenzung von Flugplätzen betrieben wird, den sogenannten kontrollierten Luftraum, vor allem die  Kontrollzonen an den Flughäfen, nicht benutzt und nicht über Menschenansammlungen fliegt.

Falls mindestens eine der genannten Bedingungen nicht zutrifft, wird eine Aufstiegserlaubnis von der Landesdirektion Sachsen (LD) benötigt. Ein Formular hält die LD im Internet unter www.lds.sachsen.de/luftverkehr/ bereit.

Sollte die Drohne in der sogenannten Kontrollzone des Flughafens Dresden (siehe obige Karte) aufsteigen, ist eine Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich, wenn die Drohne höher als 30 Meter über Grund oder in einer Entfernung unter 1,5 Kilometern vom Flughafen fliegt. Die Flugverkehrsfreigabe sollte möglichst drei Werktage vor dem geplanten Aufstieg unter der E-Mail-Adresse bnl-tower-ost@dfs.de oder telefonisch beim Tower-Dresden unter Ruf 0351/882 51 20 beantragt werden. Außer Kontrolle geratene Drohnen sind unverzüglich dem Tower am Flughafen zu melden.
Flughöhe: Die Drohne sollte nicht höher als 100 Meter fliegen, da bereits in Höhen ab 1000 Fuß oder 2500 Fuß über Grund (entspricht 300 Meter/750 Meter über dem Boden/Wasser) der kontrollierte Luftraum beginnt und der bemannte Luftverkehr mit einer Mindestflughöhe von 150 Metern fliegt. Es ist ferner zu beachten, dass Hubschrauber des Rettungsdienstes, der Polizei sowie des Militärs in geringerer Höhe als 100 Meter unterwegs sein können.
Flugverbot: Herrscht überall dort, wo private Grundstücke überflogen werden, die sonst von außen nicht einzusehen wären, etwa Gärten mit Hecke. Innerhalb schutzbedürftiger Gebiete, zum Beispiel Naturschutzgebieten, kann der Betrieb untersagt sein. Außerdem ist es nicht gestattet, mit einer Drohne über Menschenansammlungen, Unglücksorten, Katastrophengebieten, in Luftsperrgebieten und Gebieten mit Flugbeschränkungen zu fliegen. Dies gilt auch für den Betrieb über Justizvollzugsanstalten, Industrieanlagen, Kraftwerke und militärische Anlagen.
Haftpflicht: Der Drohnenbetreiber ist für jeden eventuell durch die Drohne verursachten Schaden verantwortlich. Manche Haftpflichtpolicen decken Drohnenschäden ab, andere nicht. Es empfiehlt sich, die eigene Police zu überprüfen und im Bedarfsfall eine Drohnenhaftpflicht abzuschließen.

Quelle: Landesdirektion

Gründe für die gestiegene Nachfrage gibt es viele. Zwei große Kundengruppen hat Rene Rüger, Fachberater für Fotografie und Drohnen im Media-Markt in der Centrum-Galerie, vor allem ausgemacht. Zum einen Kinder und Jugendliche, die dick und fett „Drohne“ auf ihren Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben haben. Für die genüge meist ein Einsteigermodell, mit dem man ein paar Minuten fliegen kann so wie früher mit ferngesteuerten Hubschraubern. Die Preisspanne gehe da bei 30, 40 Euro los, Kameras seien für diesen Preis aber nicht an Bord. „Für den, der ein Gefühl fürs Fliegen bekommen will, genügt das“, sagt Rüger.

In dem von ihm betreuten Drohnen-Regal scheint sich aber eher eine andere große Kundengruppe bedient zu haben. „Die Profis“, nennt Rüger sie, ohne damit die berufliche Beschäftigung mit der Drohne zu meinen. Diese Gruppe kauft Fluggeräte aus dem Hochpreissegment, die durchaus den Anforderungen der professionellen Drohnenbetreiber entsprechen. „Die Phantom 4 ist gerade ausverkauft“, sagt er. Ein Hochklassemodell des Herstellers DJI, das um die 1200 Euro kostet. Es wird wohl dieses Weihnachten ein paar besonders glänzende Augenpaare geben, wenn die Dresdner ihre Weihnachtsgeschenke auspacken.

Das ist die Kontrollzone für Drohnenflüge in Dresden und Umgebung

Nicht überall läuft das Geschäft mit den Drohnen so gut. Es gibt Elektromärkte in Dresden, da werden die Geräte in die Hand genommen und angeschaut, aber nicht gekauft. Sie seien noch zu teuer, heißt es aus einem dieser Läden, wo nicht eine einzige Drohne im Weihnachtsgeschäft über die Ladentheke ging. Das ändert sich allerdings mehr und mehr, zudem kommen neue Spielereien auf den Markt. So bringt einer der Verkaufsschlager im Conrad, das Einsteigermodell „Reely Mecury Drone“ (rund 100 Euro) eine Brille mit, durch die man genau das sehen kann, was die Drohnenkamera filmt. Für „Tekkies“, wie technikaffine Bastler im Conrad genannt werden, genau das Richtige, meint Filialleiter Mühlig.

Der Kreis der Interessenten lässt sich allerdings auf sie allein nicht einschränken. „Meine zwei letzten Verkäufe gingen an Frauen“, sagt Rüger. Gekauft werden die Drohnen auch von Leuten, die sich für schöne Aufnahmen interessieren oder sich selbst bei Ski- oder Mountainbike-Abfahrten aufnehmen wollen. Oder von Kindern. „Ein Spielzeug ist das aber nicht“, betont Mühlig. Sinnvoll sei eine Drohne wohl erst ab zehn Jahren. Zumal es viele Regeln zu beachten gebe.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Archiv Dresdner helfen Dresdnern - DNN-Leser spendeten über 100.000 Euro

Alljährlich rufen die DNN vor Weihnachten zu einer Spendenaktion auf. Das Geld kommt  bedürftigen Dresdnern zugute: kranken Kindern, Obdachlosen sowie Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen. Jetzt stehen wir bei über 100.000 Euro!

24.12.2016

Der Weihnachtsmann ist da, die Bescherung kann kommen: auch in diesem Jahr begrüßten Hunderte Kinder am Dresdner Flughafen ihren Weihnachtsmann. Der kam stilecht per Sondermaschine „DRS2412“ aus Lappland eingerollt – ein Spektakel, das der Flughafen alljährlich für die kleinen Dresdner veranstaltet.

24.12.2016
Lokales 44-Jähriger kassiert ein Jahr und Geldbuße - Brand verursacht, Kokain besessen, Beamte verhauen

Dumm gelaufen, kann man nur sagen. Da hat Oliver M. wohl so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Deshalb saß der 44-Jährige am Freitag vor dem Amtsrichter. Zuerst vergaß er die Herdplatten in der Küche seiner Wohnung in Pieschen auszumachen, als er die Wohnung verließ. Das Unheil folgte auf dem Fuß.

24.12.2016