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Drogensüchtiger Dieb verurteilt

Ein Leben wie im Hamsterrad Drogensüchtiger Dieb verurteilt

Husam A. klaut wirklich wie ein Rabe, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Ein Dresdner Gericht verurteilte ihn nun zu zwei Jahren und zehn Monaten haft.

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Quelle: dpa

Dresden. „Über welchen Diebstahl reden wie denn eigentlich, wir hatten ihn an diesem Tag ja zweimal“, fragte der Polizeibeamte Dirk P. im Amtsgericht. Stimmt nicht ganz. Husam A. wurde am 7. März 2016 dreimal beim klauen erwischt – zuerst im Konsum auf der Räcknitzhöhe, wo der Angeklagte sechs Flaschen Whisky stahl, dann im Müller-Drogeriemarkt im Kaufpark Nickern wo er drei Parfüms für über 200 Euro mitgehen ließ. Vom Diebstahl einer noblen Handtasche wusste Dirk P. nichts, den Fall bearbeiteten andere Kollegen.

Husam A. klaut wirklich wie ein Rabe, kein Hausverbot, keine Anzeige, kein Gerichtsurteil kann ihn davon abhalten. Der 39-Jährige ist schwer drogensüchtig und finanziert sich seinen Konsum durch Diebstähle - teure Markenparfüms oder Kosmetikartikel, Kaffee, Zigaretten, noble Sonnenbrillen, Alkohol, alles was sich gut verkaufen lässt. Er habe feste Abnehmer für sein Diebesgut, vietnamesische Händler, sagte der Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft warf ihm 23 Diebstählen zwischen Juni 2015 und März 2016 vor, die er auch alle einräumte. Bei diesen Taten war er erwischt worden - wie viele Diebstähle mögen aber unbemerkt geblieben sein?

Seit mindestens siebzehn Jahren nimmt der gebürtige Jordanier Drogen. Er raucht Haschisch und spritzt sich Kokain, Heroin und Crystal. Gern auch mal ein Gemisch davon. „Vier bis fünf Spritzen habe ich pro Tag gebraucht“ erklärte er. Mit den 400 Euro, die er vom Amt bekommt, ist da nicht viel zu machen. Also klaut er und verkauft die Beute. Wird er erwischt, gibt es Ärger, aber das interessierte ihn nicht – alles dreht sich nur um den nächsten Schuss – ein Leben wie im Hamsterrad. Der Druck mag enorm sein, allerdings schiebt seine Sucht wie ein Schutzschild und eine Entschuldigung vor sich her. Therapien hat er, obwohl er durch die Drogen schwer erkrankt ist, bisher immer abgelehnt. Zuletzt war er im Dezember 2015 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, mit der Auflage, sich um eine Therapie zu bemühen. Das tat er nicht und ging einen Monat später wieder auf Diebestour.

Husam A. wurde zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt, in die eine Frühere Gerichtsentscheidung mit einbezogen wurde. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. „Solange sie an der Nadel hängen, werden sie weiter klauen und Dauergast im Gefängnis sein“, machte ihm die Richterin klar. Der 39-Jährige nahm das Urteil an.

Von Monika Löffler

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