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Lokales Drogendealer am Dresdner Hauptbahnhof akzeptiert kein „Nein“
Dresden Lokales Drogendealer am Dresdner Hauptbahnhof akzeptiert kein „Nein“
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19:56 18.08.2016
Quelle: dpa
Dresden

Woher der Angeklagte wirklich kommt, konnte in der Verhandlung am Donnerstag nicht geklärt werden, er hatte überall etwas anderes gesagt In der Akte wird Mohamad Y. als Syrer geführt, im Bundeszentralregister als Libyer und am Donnerstag erklärte er sich zum Palästinenser. Nach eigenen Angaben hat der junge Mann ein Drogen- und Alkoholproblem. Aber offenbar auch ein psychisches. Er war schon oft in Behandlung, zuletzt, vor seinem Deutschlandaufenthalt, in Holland, dass bestätigen dortige Unterlagen. Hier in Dresden drehte der 25-Jährige richtig auf. Am Donnerstag stand er wegen Drogenhandels, Diebstahls, Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung vor dem Amtsrichter.

Die Diebstähle von Markenwaren für einige Hundert Euro sind eher Kleinkram. Mohamad Y. kann auch sehr aggressiv sein. Das merkte das Wachpersonal in den Asylunterkünften auf der Ginster- und der Boxberger Straße. Der Angeklagte hielt sich nicht an die Regeln und reagierte äußerst unwirsch auf Kritik. Das Personal wurden beleidigt, angespuckt, gebissen, geschlagen und mit dem Messer bedroht. Ein Messer hatte der Angeklagte fast immer dabei, auch bei seinem „Job“ als Drogenverkäufer rund um den Hauptbahnhof. Er brauche täglich zehn Gramm Cannabis, die er sich mit dem Verkauf von Drogen beschafft habe, erklärte er. „Mich haben Araber angeworben, ich sollte verkaufen, dafür bekam ich Stoff.“ Vielleicht verkaufte er nicht genug oder stand sehr unter Druck, denn er entwickelte eine, wie Richter Arndt Fiedler fand, sehr aggressive Akquise. Ein „Nein“ akzeptierte er nicht. Es ist bekannt, dass man dort oft die Frage hört. „Willst du Drogen kaufen?“ Mohamad Y. machte aus der Frage eine Forderung. „Du kaufst Haschisch!“ Als ein 17-Jähriger, der mit seiner Freundin am Bahnhof unterwegs war, dreimal ablehnte, wurde er verfolgt und mit einem Messer bedroht. Der Jugendliche flüchtete sich völlig verängstigt zur Bundespolizei in den Bahnhof.

Mohamad Y. kann sich an vieles nicht erinnern, was wohl nicht nur an seinem Drogen- oder Alkoholkonsum liegt. Ein Gutachter bescheinigte ihm eine schizophrene Psychose, also einen Realitätsverlust und Halluzinationen. Für einige der Taten, vor allem die Körperverletzungen und Bedrohungen könne er deshalb eine Schuldunfähigkeit nicht ausschließen. Der Angeklagte kann also dafür nicht verurteilt werden. Ohne medizinische Hilfe, die er derzeit im Haftkrankenhaus bekommt, bleibt er aber eine „tickende Zeitbombe“. Er muss in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Da das Amtsgericht über die Unterbringung in eine solche Anstalt nicht entscheiden kann, verwies Fiedler auf Antrag der Staatsanwaltschaft das Verfahren ans Landgericht.

Von Monika Löffler

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