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Drewag will Historischen Fernwärmekanal unter Brühlscher Terrasse zugänglich machen

Anfangstage der Fernwärme in Dresden Drewag will Historischen Fernwärmekanal unter Brühlscher Terrasse zugänglich machen

Unter der Brühlschen Terrasse verläuft ein 300 Meter langer Kanal, der aus den Anfangstagen der Fernwärmeversorgung in Dresden stammt. Er soll im nächsten Jahr für Besucher geöffnet werden.

Blick in den Tunnel.

Quelle: Uwe Hofmann

Dresden. Die Brühlsche Terrasse ist als „Balkon Europas“ ein verlässlicher Besuchermagnet. Wer sich weniger für die Schönheiten des Elbtals in Dresden, sondern für Technikgeschichte interessiert, sollte es einmal eine Etage tiefer versuchen: Unter der Brühlschen Terrasse verläuft ein 300 Meter langer Kanal, der aus den Anfangstagen der Fernwärmeversorgung in Dresden stammt. Die Drewag arbeiten derzeit daran, ihn für Besucher zugänglich zu machen. Ein erster Führungstermin steht schon fest: Am 15. September 2018 soll den ersten Interessierten zur Museumsnacht der Abstieg ermöglicht werden.

Dabei war der Tunnel schon einmal öffentlich zugänglich. 2000 feierten die Drewag 100 Jahre Fernwärmeversorgung in Dresden und führten das erste Mal Neugierige durch die Unterwelt der Altstadt. 2012 war damit aus Sicherheitsgründen Schluss, trotz großen Interesses, wie Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann sagt. 12 800 Menschen haben nach ihrer Statistik zwischen 2004 und 2012 an den wöchentlichen und kostenfreien Führungen teilgenommen. „Das ist doch allerhand“, findet Bernd Lehmann, der bei der Drewag Abteilungsleiter Fernwärmebetrieb ist. Er treibt die nötigen Umbau- und Aufräumarbeiten in dem denkmalgeschützten Kanal voran, die zusammen mit den notwendigen Sanierungen in nicht begehbaren Tunneln unter der Brühlschen Terrasse wohl mehr als eine Million Euro kosten werden.

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Der historische Fernwärmekanal unter der Brühlschen Terrasse

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Sichtbar sind die Bemühungen vor allem auf dem Schloßplatz. Dort haben Arbeiter einen hydraulischen Schachtdeckel eingebaut, durch den die Besucher später nach einer Führung in der Passage zwischen Schloss und Hofkirche wieder an die frische Luft gelangen können. „Wir können sie ja schlecht durch einen Notausstieg schicken“, begründet Lehmann die etwa 160 000 Euro teure Investition.

Dem geschichtsträchtigen Umfeld entsprechend wird für die Verkleidung des neuen Deckels viel Aufwand getrieben. Er wird mit Pflastersteinen bedeckt, so dass er sich in die Umgebung einfügt. Vier Belüftungszylinder wurden extra aus Sandstein gefertigt. Kostenpunkt allein dafür: 30 000 Euro.

Unter der Erde ist man derzeit vor allem damit beschäftigt, die Tunnelgewölbe aus Ziegel und Sandstein in den Zustand zu versetzen, den sie im Dezember 1900 einmal hatten. Damals ging das Staatliche Fernheiz- und Elektrizitätswerk an der Großen Packhofstraße in Betrieb. Es versorgte 14 Gebäude mit Wärme und 23 Gebäude mit Strom, darunter das Opernhaus, der Zwinger, die Hofkirche, das Residenzschloss, das Ständehaus und das Albertinum.

Seither hat sich viel getan, statt der damals üblichen Dampfleitungen liegen dicke Rohre aus den 1970er Jahren mit einem halben Durchmesser im Tunnel, in denen derzeit 120 Grad heißes Wasser unter 19 Bar Druck fließt. Sie versorgen die Dresdner Altstadt mit Fernwärme. Hinzu kommen zahlreiche Leitungen aller vorstellbarer Medienträger, wie Lehmann sagt. „Das ist ein ziemliches Durcheinander da unten, das wir erst einmal aufräumen müssen“, sagt er. Und Putz abklopfen, der in vergangenen Jahrzehnten teilweise aufgebracht wurde und den Blick auf Sandsteinwände verstellt.

Diese sind ein dauerhafter Sanierungsgegenstand, wie Lehmann sagt. „Das Problem ist eindringendes Wasser, wenn der Sandstein einmal nass ist, bekommt man ihn kaum wieder trocken“, sagt der Fernwärme-Fachmann. Deshalb werden Instandsetzugsarbeiten im Historischen Tunnel auch noch seiner Wiedereröffnung für Besucher andauern. Dass sich dieser Aufwand lohnt, ist für Lehmann keine Frage. „In 50 oder 60 Jahren wird es vielleicht keinen Tunnel mehr wie diesen geben“, sagt er über das Denkmal unter den Füßen der Touristen.

Von Uwe Hofmann

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