Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Drewag: Das Trinkwasser wird nicht knapp
Dresden Lokales Drewag: Das Trinkwasser wird nicht knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:41 07.07.2018
Im Wasserwerk Tolkewitz wird Grundwasser und Uferfiltrat der Elbe zu Trinkwasser verarbeitet. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Seit Wochen herrscht Dürre im Elbtal. Müssen die Dresdner deswegen ihren Trinkwasserverbrauch einschränken? Klare Antwort von den Stadtwerken Drewag: Nein. Selbst wenn es in nächster Zeit keinerlei Regen geben sollte, ist die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt gesichert.

Drei Wasserwerke versorgen Dresden mit Trinkwasser. Die in Hosterwitz und Tolkewitz bereiten dabei der Elbe zufließendes Grundwasser und Uferfiltrat der Elbe auf. Und das tun sie unverdrossen, auch wenn das Niedrigwasser die Schifffahrt inzwischen fast gänzlich lahmgelegt hat. „Die Aufbereitungskapazitäten der Elbwasserwerke sind trotz des Niedrigwasserstandes bisher nicht ausgeschöpft“, teilt die Drewag auf DNN-Anfrage mit.

Wasser für ein halbes Jahr aus zwei Talsperren

Das Coschützer Wasserwerk arbeitet unabhängig von der Elbe. Dort wird Regenwasser zu Trinkwasser verarbeitet, das im Talsperrensystem Klingenberg und Lehnmühle gesammelt und dann nach Coschütz geleitet wird. In den Wasserspeichern im Osterzgebirge sind trotz der trockenen Wochen in Mai und Juni die Reserven offenbar noch sehr groß, wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilt. 21 Millionen Kubikmeter Wasser sind in den Talsperren. Eine gewaltige Menge, wie ein Vergleich zeigt: So verbrauchen alle Dresdner im Jahr etwa 20,1 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Nimmt man den Verbrauch von Industriekunden und die Trinkwasserlieferungen der Drewag an Verbraucher außerhalb der Stadtgrenzen hinzu, sind das im Jahr 40 Millionen Kubikmeter. Allein die Talsperren Klingenberg und Lehnmühle könnten die Landeshauptstadt also theoretisch ein halbes Jahr versorgen, ohne dass in dieser Zeit ein Tropfen Regen fiele.

Mehr zum Thema

Dresden macht gegen Dürre mobil: „Gießt unsere Bäume!“

Allerdings können im Hauptwasserwerk in Coschütz mit einer maximalen Leistung von 120 000 Kubikmetern am Tag monatlich nur 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser verarbeitet werden. Praktisch würde es also knapp acht Monate dauern, ehe dort 20 Millionen Kubikmeter Wasser durchgeflossen sind. Die Wasserwerke Hosterwitz und Tolkewitz haben geringer Kapazitäten von maximal 84 000 und 35 000 Kubikmeter je Tag. „Aufgrund der unterschiedlichen Rohwasserquellen ist die Versorgung auch in der aktuellen Situation sichergestellt“, heißt es von der Drewag. „Auch ohne Niederschläge können wir die Versorgung weiterhin aufrechterhalten. Versorgungsengpässe haben zu keiner Zeit bestanden und sind auch jetzt nicht zu erwarten, unsere drei Wasserwerke sind uneingeschränkt in Betrieb.“

Ein Labor überwacht die Wassergüte

Für den Fall jedoch, dass das Wasser mal knapp werden würde, müsste die Stadt einen Krisenstab unter Mitwirkung der Drewag einberufen. Der würde dann über Richtlinien zum Wassersparen entscheiden, die alle Dresdner beträfen. „Nach derzeitiger Versorgungslage sind derartige Verhaltensrichtlinien nicht absehbar“, heißt es von den Stadtwerken.

Ganz ohne Probleme bleibt die sommerliche Witterung für die Trinkwasseraufbereitung nicht. „In den Sommermonaten kommt es in der Talsperre immer wieder zu natürlich ablaufenden mikrobiologischen Prozessen. Dabei spielt die Wassererwärmung und Sonneneinstrahlung eine besondere Rolle“, teilen die Drewag mit. Ein Labor überwacht deshalb die Wassergüte. Sollte es nötig sein, werde man in Coschütz eine weitere Aufbereitungsstufe in Betrieb nehmen. Darauf sei man vorbereitet.

Stichwort Vorbereitung: Durch den Klimawandel könnten derzeitige Wetterlagen in Zukunft häufiger im Elbtal auftreten. Was das für die Trinkwasseraufbereitung und -versorgung bedeutet, untersuchen Stadt und Drewag derzeit. Die Ergebnisse sollen in eine Wasserkonzeption fließen, die für den Zeitraum ab 2021 greift.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine neue Speichertechnologie aus Dresden können Smartphones und andere Technologieprodukte schneller und stromsparender machen. Risikokapitalisten sehen das disruptive Potenzial dieser Entwicklung und pumpen Millionen in das Start-up FMC.

07.07.2018

Immer wieder leiten Behörden Ermittlungen gegen Redner und Teilnehmer der Kundgebungen in Dresden ein. Viele Verfahren werden am Ende allerdings eingestellt.

06.07.2018

Weil die Stadtwerke Drewag an der Trinkwasserleitung arbeiten, dürfen Autofahrer ab Montag von der Kurparkstraße auf die Bautzner Landstraße abbiegen. Dort müssen Autos deswegen einen Bogen fahren. Es gilt Tempo 30.

06.07.2018
Anzeige