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Lokales Drewag, DVB und ADAC bekommen die Folgen des Frosts zu spüren – Zoo-Elefanten auch
Dresden Lokales Drewag, DVB und ADAC bekommen die Folgen des Frosts zu spüren – Zoo-Elefanten auch
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08:03 28.02.2018
An der Weißeritz am Bienertwehr ist das Wasser zu schnell unterwegs, um zu gefrieren. Eisig kalt ist es trotzdem Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Am Donnerstag beginnt der meteorologische Frühling, doch das Dresdner Wetter erinnert weiterhin eher an einen sibirischen Winter. Auch in der Nacht zu Mittwoch stand die Landeshauptstadt unter Einfluss eines kräftigen Hochs, das arktische Kälte zu uns bringt. Bis zu Minus 16 Grad wurden laut Deutschem Wetterdienst erwartet, in Höhenlagen bis zu Minus 18 Grad. Das fordert Mensch und Tiere.

Sonniger Winter

Ein kleiner Trost: Am Mittwoch soll den ganzen Tag die Sonne scheinen, es bleibt trocken und nur schwach windig bei Tageshöchstwerten zwischen Minus 8 und Minus 5 Grad. Zum Wochenende hin soll es dann sogar endlich etwas milder werden. Die Sonnenscheindauer in diesem Winter überstieg das Soll von 73 Stunden mit rund 110 Stunden um gut 50 Prozent. Damit gehört der Februar 2018 zu den fünf sonnenscheinreichsten seit Messbeginn 1951. Zudem war Sachsen im Februar neben Thüringen mit Minus 2,8 Grad Celsius das zweitkälteste Bundesland.

Heizkraftwerke laufen auf Hochtouren

Für die Stadtwerke Dresden GmbH (Drewag) könnte die Frostperiode ruhig noch länger dauern – je kälter die Temperaturen, umso höher der Bedarf an Fernwärme. Am 5. Februar gab es bei Minus 1,4 Grad Celsius noch einen durchschnittlichen Bedarf von 507 Megawatt pro Stunde. Doch dann schlug die Kälte zu, am Dienstag lag der Wert schon bei 691 Megawatt pro Stunde, wie Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann auf Anfrage mitteilte.

Die Dresdner müssen sich aber keine Sorgen machen, auch wenn es bis Ende der Woche Stein und Bein friert. „Es bestehen keinerlei Probleme in unseren Heizkraftwerken, den Wärmebedarf in Dresden zu decken“, so Ostmann. Auch im Trinkwassernetz gibt es noch keine nennenswerten Schäden. Das Auftauen sei die weitaus gefährlichere Situation, meint die Sprecherin, dann könne es durch die Spannung im Boden zu Wasserrohrbrüchen kommen.

Einige Kunden hätten sich gemeldet und eingefrorene Wasserzähler beklagt. Dies ist laut Ostmann allerdings in erster Linie auf unsachgemäßen Umgang wie offene Kellerfenster zurückzuführen.

Elefanten frieren an den Ohren

Viele Dresdner Zootiere sind in ihr Winterquartier umgezogen, zum Beispiel Giraffen, Flamingos und auch die Elefanten. „Diese Tiere bekommen sehr schnell Erfrierungen an den Ohren“, erklärt Biologie Thomas Brockmann. Auch die Affen sind derzeit nur drinnen zu sehen, denn die Wassergräben rund um die Affeninseln sind zugefroren. Die Kletterspezialisten wären auf und davon. „Es gibt natürlich auch Tiere, denen die Kälte nichts ausmacht: Trampeltiere zum Beispiel“, erklärt Brockmann. Diese wie auch alle anderen Tierarten, die im Stall verbleiben, werden bei Kälte etwas mehr gefüttert, damit sie ihre Körpertemperatur halten können.

ADAC verzeichnet doppelt so viele Notrufe

Seit Beginn des Kälteeinbruchs bewegt sich die Zahl der Pannennotrufe beim ADAC Sachsen erwartungsgemäß auf hohem Niveau. An einem normalen Wintertag erreichen in Schnitt 275 Notrufe täglich die sächsischen Pannenhelfer, bis Dienstagmittag waren es bereits 444 gemeldete Pannen, 159 davon in Dresden und der Region. Häufigste Pannenursache ist die entladene oder defekte Batterie. Auch eingefrorene Kühler und Scheibenwischanlagen sind bei zweistelligen Minusgraden ein Problem.

Eisflächen weiterhin unsicher

Bei den eisigen Temperaturen in dieser Woche gefrieren sogar Teile des Wassers am Elbufer. Betreten sollte man die Eisflächen wegen der Strömung aber nicht. Quelle: Anja Schneider

Das Betreten von Eisflächen ist trotz anhaltender Kälte weiterhin ein riskantes Unterfangen. Die Stadt Dresden verweist stattdessen auf die Kunsteisflächen, zum Beispiel an der Energieverbundarena. Erst am Wochenende waren auf dem Schlossteich in Moritzburg mindestens acht Menschen durch das Eis gebrochen. Doch nicht nur zugefrorene Seen bergen Risiken. Wie das Kuratorium Gutes Sehen e.V. mitteilte, gehe auch eine Gefahr von der Sonne aus. Demnach gehörten Sonnenbrillen zu den unverzichtbaren Winteraccessoires, da in den Wintermonaten – im Gegensatz zum Sommer – nicht zuletzt durch Eis und Schnee ein Vielfaches des Lichts reflektiert werde.

Frost legt DVB-Arbeiten lahm

Das Ende der Gleis- und Straßenbauarbeiten auf der Königsbrücker Landstraße verzögert sich wegen des starken Frostes um einige Tage, wie die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mitteilen. Derzeit könne weder betoniert noch asphaltiert werden. Die Gefahr sei einfach zu groß, dass Betonmischer als Lieferfahrzeuge durch den schon im Lkw gefrierenden Beton Schaden nehmen. Außerdem kann Beton, der als Unterbau für die Straßenbahngleise gegossen werden soll, bis höchstens drei Grad unter null verarbeitet werden.

An einer anderen Stelle des Bauabschnitts stand bereits die Asphaltierung, doch durch die Kälte fiel sogar die Mischanlage aus. Dazu kamen mehrere Schäden an Hydraulikanlagen der Baugeräte, die ebenfalls auf den Frost zurückzuführen sind und zunächst repariert werden müssen. Wann mit gewohnter Intensität weitergebaut werde, hänge laut DVB vom Ende des starken Frostes ab. Man rechne aber mit einem Gesamtverzug der Bauarbeiten von einigen Tagen, heißt es.

Das bedeutet auch, dass die Straßenbahnlinie 7 nicht wie geplant ab 10. März wieder nach Weixdorf fahren kann und weiter nach Hellerau umgeleitet wird. Zwischen Hellersiedlung und Weixdorf übernehmen Ersatzbusse die Beförderung der Fahrgäste.

Sogar die Abflüsse an einem Wehr nahe der Saloppe sind in den vergangenen Tagen zugefroren. Quelle: Anja Schneider

Wildtiere trotzen der Kälte

Für die heimische Tierwelt sollte die arktische Kälte hingegen keine ernste Gefahr darstellen. „Diese Arten sind seit Jahrtausenden daran angepasst, kalte Winter zu überleben oder Verluste schnell wieder auszugleichen“, so Lars Lachmann vom Naturschutzbund Deutschland. Was der Mensch tun kann sei, die Tiere nicht zu stören – unnötige Fluchtmanöver kosten nur zusätzliche Energie.

Kälte elektrisiert

Bei zweistelligen Minusgraden steigt übrigens auch die Zahl der Fälle, in denen wir „eine gewischt“ bekommen. Die trockene, kalte Luft ist ein sehr schlechter elektrischer Leiter, so dass sich der menschliche Körper besonders gut auflädt.

Von Franziska Schmieder/Thomas Baumann-Hartwig/Sebastian Burkhardt

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