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Lokales Dresdnerin für 230.000 Euro Schaden verantwortlich
Dresden Lokales Dresdnerin für 230.000 Euro Schaden verantwortlich
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13:27 25.10.2017
Vom Opfer zur Täterin – diese Wandlung vollzog eine Dresdnerin, als sie für eine ausländische Betrügerbande Geld wusch. Quelle: dpa
Dresden/Döbeln

Vom Opfer zur Täterin – diese Wandlung vollzog eine Dresdnerin, als sie für eine ausländische Betrügerbande Geld wusch. 233 000 Euro liefen über Konten von Petra P., die sie bei unterschiedlichen Banken eröffnet hatte. Unter den Firmen, die die Betrüger abgezockt hatten, war auch ein Betrieb aus Hartha (Landkreis Mittelsachsen) mit internationalen Geschäftsbeziehungen. Die Ganoven erleichterten dieses Unternehmen um etwas über 50 000 Euro. Dieses Geld floss ebenfalls über das Konto der Geldwäscherin aus Dresden. Darum verhandelte das Schöffengericht des Amtsgerichtes Döbeln den Fall.

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, wie die nicht vorbestrafte Angeklagte, die die meiste Zeit ihres Lebens berufstätig war und zwei Berufsabschlüsse hat, dazu kam, illegal erworbenes Geld reinzuwaschen. „Meine Mandantin befand sich 2011 auch wegen ihrer Scheidung in einer schwierigen persönlichen Lage. Sie fühlte sich alleine und lernte auf einer Dating-Plattform einen Mann kennen“, schilderte Rechtsanwältin Katja Reichel, wie ihre Mandantin auf den Weg geriet, der sie im Endeffekt auf die Anklagebank führte.

„Meiner Mandantin wurde eine Millionenerbschaft vorgegaukelt – unter der Bedingung, dass sie 100 000 Euro zahlt“, schilderte die Verteidigerin. Petra P. zahlte und versuchte später, das Geld zurückzuholen. Sie reiste deshalb nach London. Und bekam dort das Angebot, Konten zu eröffnen, auf die Betrüger abgezocktes Geld von Unternehmen aus der ganzen Welt einzahlten. Die Dresdnerin sollte es abzüglich einer zehnprozentigen Provision weiterüberweisen – überwiegend auf Bankkonten in Übersee, in Südafrika etwa. Besiegelt wurde das „richtig professionell mit einem Vertrag“, wie Richterin Karin Fahlberg, die Vorsitzende des Schöffengerichtes, sagte. „Da sollte ich unterschreiben. Ich wollte mein Geld zurückholen“, sagte die Angeklagte. Sie räumte zehn einzelnen Tathandlungen ein.

Aufgeflogen war die Geldwäsche, weil der Prokurist der Harthaer Firma sofort reagierte. Eine Überweisung von 59 000 US-Dollar hatten die Betrüger abgefangen. Dieses Geld war für einen indischen Geschäftspartner der Firma gedacht, kam aber dort nie an. Sondern landete in Euro auf dem Waschkonto der Frau aus Dresden. Der Prokurist hatte außerdem festgestellt, dass die Betrüger in einer gefälschten E-Mail darum baten, künftig auf eines ihrer Konten zu überweisen. Mit diesem Wissen wandte sich der Geschäftsmann an die Polizei, die Ermittlungen kamen ins rollen. Die Angeklagte wirkte daran mit und betrieb die Geschäfte weiter, damit die Polizei Hintermänner ermitteln konnte. Das gelang aber offenbar nicht.

Mit welcher Masche die Kriminellen die anderen Unternehmen betrogen haben, ist nicht genau bekannt und auch nicht, wer die Täter sind. Die strafrechtlichen und finanziellen Folgen trägt allein die Dresdnerin. Das Gericht verurteilte Petra P. nicht nur wegen Geldwäsche in zehn Fällen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Haft mit Bewährung, sondern auch zu 233 000 Euro Wertersatz – der kompletten Schadenssumme. Das Urteil ist rechtskräftig.

„Die Angeklagte gibt ihr gesamtes Vermögen den gleichen Betrügern, die sie dann für die Geldwäsche einspannen“, sagte Reichel in ihrem Schlussvortrag und benannte damit eine Besonderheit dieses Falles. „Trotzdem kann es nicht sein, dass man sich in eine solche kriminelle Gruppierung begibt und dort mitwirkt“, erklärte Fahlberg. Als positiv wertete das Gericht das Geständnis der 61-Jährigen. „Sie hat zudem versucht, der Polizei zu helfen, ihre Hintermänner zu ermitteln. Dass das dann eingeschlafen ist, lag nicht an ihr.“

Von Dirk Wurzel

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