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Dresdner zweifeln mehrheitlich am Leistungsvermögen der Politiker

DNN-Barometer Dresdner zweifeln mehrheitlich am Leistungsvermögen der Politiker

Die Dresdner machen sich die meisten Sorgen über das Leistungsvermögen der politischen Elite. 63 Prozent von ihnen haben große oder sehr große Sorgen, dass „Politiker mit den Problemen überfordert sind“. Das geht aus dem aktuellen DNN-Barometer hervor.

Dunkle Wolken über Dresden. Sorgen machen sich die Bewohner am meisten über das Leistungsvermögen der politischen Elite.

Quelle: dpa

Dresden. Die Dresdner machen sich die meisten Sorgen über das Leistungsvermögen der politischen Elite. 63 Prozent von ihnen haben große oder sehr große Sorgen, dass „Politiker mit den Problemen überfordert sind“. Das geht aus dem aktuellen DNN-Barometer hervor, für das bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden Anfang Dezember 518 Einwohner befragt wurden.

Auf einer Sorgen-Skala von 1 bis 5 konnten die Befragten abstufen zwischen „habe gar keine Sorgen“ und „habe sehr große Sorgen“ (5). Bei der Frage nach den Politikern erklärten 39 Prozent, dass sie sich „sehr große Sorgen“ machen. Weitere 24 Prozent wählten Level 4, drei beziehungsweise elf Prozent nur Stufe 1 oder 2.

Dahinter rangieren gleich vier Themen, die in etwa auf dem gleichen Sorgenniveau rangieren. 47 Prozent (20 Prozent Stufe 4, 27 Prozent Stufe 5) haben erhebliche Sorgen wegen „islamistischem Terror“. 45 Prozent fürchten, „dass religiöse Konflikte hier ausgetragen werden“. Es schließen sich große Sorgen vor steigender Kriminalität (43 Prozent) an und davor, „dass die Renten unsicher sind“.

Terrorangst rückläufig

Deutlich weniger Ängste haben die Dresdner vor steigender Arbeitslosigkeit (19 Prozent) oder vor einer nachhaltigen Veränderung des Stadtbildes durch zu viele Einwanderer (23 Prozent). 24 Prozent der Befragten machen sich Sorgen darüber, dass die Kinder keine vernünftige Ausbildung erhalten könnten. 50 Prozent der Dresdner treibt das Problem laut Umfrage kaum um.
Das gilt auch für Bedenken, dass „unsere Kultur und unsere Sprache an den Rand gedrängt werden“ könnten. 28 Prozent sortieren das auf einem hohen Sorgenniveau von 4 oder 5 ein, 58 Prozent dagegen im unteren Bereich, davon  39 Prozent ganz unten.

Interessant ist dabei ein Vergleich mit den Werten aus der Befragung vom Februar 2015. Trotz der Entwicklung im zurückliegenden Jahr, die nicht zuletzt von Flüchtlingskrise, Pegida und den Anschlägen von Paris geprägt war, hat sich an den Einstellungen der Dresdner kaum etwas geändert. Die Werte für die Menschen mit den großen Sorgen sind praktisch stabil geblieben.
Rückläufig dagegen ist die Angst vor islamistischem Terror. Hier machten sich vor zehn Monaten 59 Prozent große oder sehr große Sorgen, heute sind es nur noch 47 Prozent. Die Differenz ist erheblich,  wenn man bedenkt, dass im Vorfeld beider Umfragen gerade schwere Terroranschläge die Menschen beschäftigten. Anfang Januar vor einem Jahr waren bei einem Angriff auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen getötet worden. Im November forderte eine Kette von Anschlägen in Paris rund 130 Todesopfer.

Mehr Interesse an kultureller Vielfalt

Und noch eine Zahl ist interessant, vor allem mit Blick auf Pegida und das Etikett „fremdenfeindlich“, das Dresden deshalb häufig verpasst bekommt. Zumindest in den Umfrageergebnissen sehen sich die Dresdner ganz anders. Im Dezember 2009 meinten 42 Prozent von ihnen, dass sie lieber in einer Gesellschaft leben wollen, die Menschen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen versammelt. Fast zwei Drittel der Dresdner (58 Prozent) sagten damals noch, ihnen wäre eine Gesellschaft lieber, in der Menschen mit gleicher kultureller Herkunft leben, die sich sehr ähnlich sind. Inzwischen hat sich das umgekehrt. 60 Prozent wollen jetzt in einer Gesellschaft mit Vertretern vieler verschiedener Kulturkreise leben, 40 Prozent in einer mit Menschen gleicher kultureller Herkunft.

Ingolf Pleil

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